Brunch (Aussprache /bʁant͡ʃ/, in der Schweiz auch mundartlich Buurezmorge) ist der Anglizismus für eine Mahlzeit, die aus Komponenten des Frühstücks und des Mittagessens besteht. Eine Übertragung ins Deutsche lautet Spätstück, bereits 1804 von Jean Paul verwendet[1], aber auch heute noch in Gebrauch.[2]
Etymologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kofferwort Brunch stammt aus dem Englischen und setzt sich aus breakfast („Frühstück“) und lunch („Mittagessen“) zusammen.[3] Der Anglizismus Brunch ist im Deutschen maskulin und im Englischen im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert entstanden. Die erste längere Beschreibung findet sich 1885.[4]
Ablauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Brunch beginnt häufig am Vormittag[4] und wird oft bis in den frühen Nachmittag ausgedehnt. Hotels und Restaurants bieten teilweise am Wochenende einen Brunch an, der als kaltes oder warmes Buffet zu einem Pauschalpreis angeboten wird.
Die Auswahl beim Brunch reicht beim Essen von Brötchen, Brot, Croissants mit Marmeladen, Konfitüren, Honig, über Käse und Wurst, Ei und Suppen bis hin zu Kuchen und Torten. Grundsätzlich gibt es eine ausgewogene Mischung aus kalten und warmen Speisen.[5] Als Getränke werden in der Regel Kaffee- und Teezubereitungen, Frischmilch, Mineralwasser sowie Fruchtsäfte angeboten, in der gehobenen Gastronomie zumeist auch Sekt.[6]
Orte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Brunch wird mittlerweile von vielen Restaurants angeboten, hauptsächlich am Sonntag. Auch deshalb hat sich in den letzten Jahren das Wort „Sonntagsbrunch“ in der westlichen Kultur verbreitet. Mit diesem Trend ist auch zu beobachten, dass nicht nur Gastronomiebetriebe Brunches anbieten, sondern auch Privatpersonen einen Sonntagsbrunch für Familienangehörige, Freunde, Kollegen und Bekannte veranstalten. Dieser kann auch unter einem Motto stehen wie bayerisch mit Weißwürsten oder provençal (= provenzalisch) mit Lavendel und Kräutern.[7]
Sorten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben dem Motto-Brunch ist auch der Osterbrunch bekannt, wobei ältere Personen (ca. 59- bis 77-Jährige) mit 60 % Brunchwilligen die 18- bis 26-Jährigen mit 25 % zahlenmäßig übertrumpfen (Stand: 2023).[8]
Trend
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch Kostendruck und Inflation in den 2020ern erweitert sich der Brunch in Restaurants zeitlich hin zum Ganztagesfrühstück (All-Day-Frühstück).[9][10]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Brinner (Kofferwort zu Breakfast und Dinner)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wiktionary: Brunch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Jean Paul: Flegeljahre, Kapitel 77. Projekt Gutenberg, abgerufen am 22. März 2026.
- ↑ Tipps für Brunch und "Spätstück" in Oberhausen. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, abgerufen am 22. März 2026.
- ↑ Küchenkult.de, Der Brunch und seine Geschichte, abgerufen am 10. Oktober 2013
- ↑ a b Helene Pawlitzki: Gönn‘ dir!: Warum Brunch die beste Mahlzeit der Woche ist. Rheinische Post, 2. Dezember 2023, abgerufen am 20. März 2026.
- ↑ Brunch, der Alt-Neu-Trend. GAMMO EUROPE GmbH, abgerufen am 20. März 2026 (österreichisches Deutsch).
- ↑ Getränke zum Brunch. Deutsche Medien-Manufaktur GmbH & Co. KG, abgerufen am 20. März 2026.
- ↑ Rüdiger Lobitz: Brunch – zwischen Breakfast und Lunch | Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). 31. Juli 2024, abgerufen am 20. März 2026.
- ↑ Online-Redaktion: So unterschiedlich feiern die Generationen Ostern: Brunch steht auf dem Menü. In: Gastgewerbe-Magazin. 20. März 2024, abgerufen am 20. März 2026.
- ↑ Brunchen als neuer Trend. Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 20. März 2026.
- ↑ All-Day-Breakfast: Den ganzen Tag Frühstück – ein Trend zum Ausbauen. Gastro-Marktplatz, abgerufen am 20. März 2026.
