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Dominik Kardinal Duka (2014)
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Kardinalswappen (Emeritierung)
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Kardinalswappen

Dominik Jaroslav Kardinal Duka OP (* 26. April 1943 in Königgrätz, Protektorat Böhmen und Mähren, als Jaroslav Duka; † 4. November 2025 in Prag) war ein römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Erzbischof von Prag und Primas von Tschechien.

Jaroslav Duka besuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt. Da er nach der Matura nicht studieren durfte, arbeitete er als Fabrikarbeiter und erlernte das Schlosserhandwerk. Nach Ableistung des Militärdienstes erlaubten ihm die staatlichen Behörden 1965 ein Theologiestudium an der Theologischen Hochschule in Leitmeritz (Litoměřice). Im Januar 1968 wurde er geheim als Novize in den Dominikanerorden aufgenommen, nahm den Ordensnamen Dominik an und empfing am 22. Juni 1970 durch den Leitmeritzer Bischof Štěpán Trochta die Priesterweihe. Anschließend war er als Seelsorger im nördlichen Grenzgebiet des Erzbistums Prag tätig. Diese Tätigkeit wurde ihm 1975 durch die tschechoslowakischen Behörden verboten. Nachdem er in den nächsten Jahren weiterhin als Dominikaner seelsorglich tätig gewesen war, wurde er 1981 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach der Freilassung arbeitete er bis 1989 als Zeichner in Pilsen. Ab 1986 war er Provinzial der böhmisch-mährischen Provinz der Dominikaner. Nach der politischen Wende wurde er 1990 zudem Dozent an der Theologischen Fakultät der Palacký-Universität Olmütz und Vorsitzender der Konferenz der höheren Ordensgeistlichen.

Nachdem der Königgrätzer Bischof Karel Otčenášek aus Altersgründen vom Amt des Bischofs zurückgetreten war, ernannte Papst Johannes Paul II. am 6. Juni 1998 Dominik Duka zu dessen Nachfolger. Die Bischofsweihe spendete ihm Bischof Otčenášek am 26. September desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren der Prager Erzbischof Miloslav Vlk und der Apostolische Nuntius in Tschechien, Erzbischof Giovanni Coppa. Von November 2004 bis Januar 2008 sowie während der folgenden Zeit der Sedisvakanz war Duka zusätzlich Apostolischer Administrator im Bistum Leitmeritz.[1]

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Kardinal Duka (zweiter von links) bei den Exequien für den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner (2017)

Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 13. Februar 2010 zum Erzbischof von Prag.[2] Die feierliche Inthronisation erfolgte am 10. April 2010. Im selben Jahr wurde Duka Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz. Dieses Amt übte er bis zum April 2020 für zwei Amtszeiten aus.

Im Konsistorium vom 18. Februar 2012 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Marcellino e Pietro in das Kardinalskollegium auf. Seit 2012 war Kardinal Duka Mitglied der Ehrenlegion. Er war nach dem Rücktritt Benedikts XVI. Teilnehmer am Konklave 2013, nicht jedoch am Konklave 2025, da er zu diesem Zeitpunkt das für die Teilnahme am Konklave zulässige Höchstalter von 80 Jahren überschritten hatte.

Im August 2016 warnte Kardinal Duka vor einer „unvernünftigen“ Aufnahme von Flüchtlingen und der Verharmlosung islamistischer Terroranschläge. Die Wochenzeitung der tschechischen Bischofskonferenz lehnte es ab, Dukas Erklärung abzudrucken.[3]

Papst Franziskus ernannte ihn am 21. April 2018 zu seinem Gesandten bei den Feierlichkeiten zum 1050. Jahrestag der Errichtung des Erzbistums Posen, der ersten polnischen Diözese, welche vom 22. bis 24. Juni 2018 stattfanden.[4]

Am 13. Mai 2022 nahm der Papst sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch an und ernannte Jan Graubner zu seinem Nachfolger als Erzbischof von Prag.[5][6]

Kardinal Duka verstarb am 4. November 2025 im Zentralen Militärkrankenhaus in Prag, wo er drei Tage zuvor erneut stationär aufgenommen worden war, nachdem er das Krankenhaus nur zwei Tage zuvor nach einem mehrwöchigen Aufenthalt mit einer Operation am 6. Oktober 2025 verlassen hatte.[7]

Mitgliedschaften

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Duka war Mitglied der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens (seit 2012,[8] bestätigt 2014[9]) der römischen Kurie.

Duka engagierte sich für den Malteserorden und wurde am 27. Juni 2011 mit dem Titel eines Ehren- und Konventualkaplans des Ordens geehrt. Zudem wurde er mit dem Großkreuz des Verdienstordens Pro piis meritis ausgezeichnet.[10]

Duka war Mitglied des Lazarus-Ordens der „Obödienz von Orléans“ und dessen Generalkaplan. Am 14. September 2012 wurde er als Nachfolger von László Paskai OFM zum geistlichen Protektor des Ordens berufen.[11] Am 1. Januar 2021 wurde Duka aufgrund interner Streitigkeiten durch eine Entscheidung des Großmeisters aus dem Orden ausgeschlossen und aus der Position des Generalkaplans entfernt.[12]

Er war Mitglied im internationalen Preiskomitee der Adalbert-Stiftung.

2018 hatten mehrere Katholiken den Papst in einem Brief aufgefordert, den Erzbischof nicht länger im Amt zu belassen. Sie beklagten eine Neigung zu Nationalismus und zu Rechtsextremen, eine „unkritische Unterstützung des islamophoben Präsidenten Miloš Zeman sowie eine zu große Nähe von Kirche und Staat.“[6]

Im Februar 2021 bezeichnete er in einer Predigt das Coronavirus SARS-CoV-2 als Biowaffe, die aus einem chinesischen Labor entwichen sei.[13]

Commons: Dominik Duka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Nomina dell’Amministratore Apostolico “sede plena et donec aliter provideatur” della Litomeřice (Repubblica Ceca). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. November 2004, abgerufen am 13. Mai 2022 (italienisch).
  2. Rinuncia dell’Arcivescovo di Praha (Repubblica Ceca) e Nomina del Successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. Februar 2010, abgerufen am 13. Mai 2022 (italienisch).
  3. Kirchenzeitung weist islamkritischen Text von Kardinal zurück: Wochenzeitung lehnte es ab, Text zu drucken. In: Domradio. 9. August 2016, abgerufen am 13. Mai 2022.
  4. Nomina dell’Inviato Speciale alle celebrazioni del 1050° anniversario della prima sede episcopale in suolo polacco (Poznań, 22–24 giugno 2018). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 21. April 2018, abgerufen am 13. Mai 2022 (italienisch).
  5. Rinuncia e nomina dell’Arcivescovo Metropolita di Praha (Repubblica Ceca). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. Mai 2022, abgerufen am 13. Mai 2022 (italienisch).
  6. a b Tobias Glenz: Prager Kardinal Duka tritt zurück – Nachfolger ernannt. In: katholisch.de. 13. Mai 2022, abgerufen am 13. Mai 2022.
  7. Kardinal Dominik Duka im Alter von 82 Jahren in Prag gestorben. Tschechien News, 4. November 2025, abgerufen am 4. November 2025.
  8. Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri e degli Organismi della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 21. April 2012, abgerufen am 13. Mai 2022 (italienisch).
  9. Conferma del Prefetto della Congregazione per gli Istituti di Vita Consacrata e le Società di Vita Apostolica e Nomine e Conferme di Membri nel medesimo Dicastero. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 29. März 2014, abgerufen am 13. Mai 2022 (italienisch).
  10. Prag: Erzbischof Duka wurde Malteser-Konventualkaplan. In: Tschechien-online.org. 28. Juni 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. November 2013; abgerufen am 13. Mai 2022.
  11. Spiritual Protector. In: orderofsaintlazarus.com. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. November 2020; abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch).
  12. Jan Graf Dobrzenský von Dobrzenicz: Prohlášení Velmistra k řádové situaci v ČR. In: Oslj.cz. 4. Januar 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. Februar 2021; abgerufen am 7. Mai 2021 (tschechisch).
  13. Kardinal Duka: Coronavirus ist ‚Biowaffe’ aus chinesischem Labor. In: kath.net. 23. Februar 2021, abgerufen am 7. Mai 2021.
VorgängerAmtNachfolger
Karel OtčenášekBischof von Königgrätz
1998–2010
Jan Vokál
Miloslav Kardinal VlkErzbischof von Prag
2010–2022
Jan Graubner

Bischöfe seit 1664
Matthäus Ferdinand Sobek von Bilenberg | Johann Friedrich von Waldstein | Johann Franz Christoph von Thalenberg | Gottfried Kapaun von Swoykow | Tobias Johannes Becker | Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz | Wenzel Franz Karl Košinský von Košín | Moritz Adolf Karl von Sachsen-Zeitz-Neustadt | Johann Joseph Wratislaw von Mitrowitz | Anton Peter Graf Příchovský von Přichowitz | Hermann Hannibal von Blümegen | Johann Andreas Kayser von Kaysern | Joseph Adam von Arco | Johann Leopold von Hay | Maria Thaddäus von Trautmannsdorff | Alois Josef Krakovský von Kolowrat | Karl Borromäus Hanl von Kirchtreu | Josef Jan Hais | Eduard Jan Nepomuk Brynych | Josef Doubrava | Karel Boromejský Kašpar | Mořic Pícha | Sedisvakanz 1956–1990, staatlich eingesetzte Kapitularvikare: Václav Javůrek, Karel Jonáš | Karel Otčenášek |  | Jan Vokál

Weihbischöfe in Königgrätz, seit 1992
Josef Kajnek | Prokop Brož

(Vorgänger: Heinrich Písek (Scribonius), Administrator)

Anton Brus von Müglitz | Martin Medek von Müglitz | Zbynko Berka von Duba und Leipa | Karl Freiherr von Lamberg | Johann Lohelius | Ernst Adalbert Graf von Harrach zu Rohrau | Johann Wilhelm Libštejnský von Kolowrat | Matthäus Ferdinand Sobek von Bilenberg | Johann Friedrich von Waldstein | Johann Joseph Graf Breuner von Asparn | Franz Ferdinand von Kuenburg | Daniel Joseph Mayer von Mayern | Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz (starb vor der päpstlichen Bestätigung) | Johann Moritz Gustav von Manderscheid-Blankenheim | Anton Peter Graf Příchowský von Příchowitz | Wilhelm Florentin von Salm-Salm | Wenzel Leopold Chlumčanský von Přestavlk | Alois Josef Graf Krakovský von Kolowrat | Andreas Alois Ankwicz von Skarbek-Poslawice | Alois Joseph Schrenck von Notzing | Friedrich Joseph Fürst von Schwarzenberg | Franz de Paula Graf von Schönborn | Leo Skrbenský von Hříště | Paul Huyn | František Kordač | Karel Kašpar Boromejský | Vakanz 1941–1946 | Josef Beran | Vakanz 1969–1977 | František Tomášek | Miloslav Vlk |  | Jan Graubner | Stanislav Přibyl

Personendaten
NAME Duka, Dominik
ALTERNATIVNAMEN Duka, Dominik (Ordensname); Duka, Jaroslav (Taufname)
KURZBESCHREIBUNG tschechischer Geistlicher, römisch-katholischer Erzbischof von Prag und Kardinal
GEBURTSDATUM 26. April 1943
GEBURTSORT Hradec Králové, Protektorat Böhmen und Mähren
STERBEDATUM 4. November 2025
STERBEORT Prag