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Das Giebel-Rohr ist ein technisches Hilfsmittel in der Medizin zur Verbesserung von Atemnot meistens nach Operationen. Es wurde benannt nach dem Anästhesist und Intensivmediziner Ortwin Giebel.[1]

Seit den 1980er Jahren sind Giebelrohre auch im Fachhandel nicht mehr erhältlich. Seither werden sie in der Physiotherapie praktisch nicht mehr verwendet. Sie haben also nur noch historische Bedeutung.

Verkauft wurden die Giebelrohre früher als komplettes Set mit einem Mundstück, mit fünf oder sechs Kunststoffsegmenten (á 100 ml Volumen für Erwachsene), mit einer Nasenklemme und mit einer Bedienungsanleitung auch für den Einsatz zur Demonstration der Atemgymnastik im Pflegeunterricht. Zu besichtigen zum Beispiel noch im Krankenhausmuseum Bielefeld[2] (von der Herstellerfirma B. Braun Melsungen AG als „Totraumvergrößerer nach Giebel zur Atemtechnik bei Störungen der Lungenfunktion“). Es waren billige Medizinprodukte zur Verwendung für jeweils nur einen Patienten.

Man verwendete das Giebel-Rohr (Giebel-Tubus) in der Atemgymnastik zur Totraumvergrößerung.[3] Es handelt sich um ein Kunststoffrohr aus mehreren ineinandersteckbaren Segmenten (mit jeweils 100 ml Rauminhalt) zur stufenweisen Vergrößerung des Totraums. „Die Mundatmung durch das Rohr (mit einer Nasenklemme) führt zur Erhöhung des alveolaren CO2-Partialdruckes; dadurch Atemantrieb und Steigerung der Lungenventilation.“[4] Ähnlich diesem Giebelschen Totraumvergrößerer[5] arbeitet der Schnorchel beim Tauchen. „Eine Ventilationssteigerung ist [hierbei] erforderlich, um den vorgeschalteten Totraum zu kompensieren.“[6][7][8]

Das „Giebelsche Gerät [ist ein] ‚Totraumvergrößerer‘ zur atemgymnastischen – vor allem präoperativen und postoperativen – Prophylaxe von Ventilationsstörungen. [Es] bewirkt [einen] Anstieg der arteriellen CO2-Spannung, dadurch Anregung der Atemzentren und Steigerung der Atemtiefe.“[9] Der „Totraumvergrößerer nach Giebel … wird teilweise in der postoperativen Periode angewandt und beugt der Entstehung von Atelektasen vor.“[10] Mit dem „Giebel-Rohr (englisch Giebel's tube) kommt es in der Atemtherapiereflektorisch (CO2-Antwort) zu einer Steigerung der Ventilation“[11] und der Atemtiefe.[12]

„Aufgrund seiner Kontraindikationen und Risiken [wurde die] Anwendung heute überwiegend zugunsten modernerer SMI-Trainer verlassen.“[13] Es gibt mittlerweile andere Atemtrainer (zur erschwerten Inspiration).

Heute verwendet man in der Anästhesie zum Beispiel Totraumadapter, Tubusverlängerungen oder sogenannte Rebreathing-Systeme. Es handelt sich dabei um definierte Totraumadapter zur gezielten Totraumvergrößerung für den Einsatz während einer Narkose in Narkosesystemen.

Einzelnachweise

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  1. Christel Bienstein, Gerd Klein, Gerhard Schröder: Atmen: Die Kunst der pflegerischen Unterstützung der Atmung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-13-118131-2, S. 177 f.
  2. Krankenhausmuseum Bielefeld: Exponat Inventarnummer IRO001: [1].
  3. Ortwin Giebel: Ventilation, Gasaustausch und Kreislauf unter künstlicher Totraumvergrößerung. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1969.
  4. Gabriele Kaczmarczyk in: Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 254. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 1982, ISBN 3-11-007187-8, S. 414.
  5. Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 3. Ordner (F–Hyperlysinämie), München / Berlin / Wien 1973, ISBN 3-541-84005-6, S. G 119.
  6. H. Ehrenberg, K. Jückstock, H. Witt: Techniken der Krankengymnastik. In: Horst Cotta, Wolfgang Heipertz, Antje Hüter-Becker, Gerhard Rompe (Hrsg.): Krankengymnastik. Taschenbuch in zwölf Bänden. Band 1, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, Stuttgart / New York 1990, ISBN 3-13-600103-6, Zitat S. 268.
  7. G. Primer, W. Quarz: Die Totraumvergrößerung als atemtherapeutische Methode in der Lungenchirurgie. In: Beiträge zur Klinik und Erforschung der Tuberkulose und der Lungenkrankheiten. Band 135, S. 357–363 (1967). doi:10.1007/BF02091965.
  8. Ortwin Giebel: Der Einfluß künstlicher Totraumvergrößerung auf Ventilation und Blutgase. 79. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Langenbecks Archiv für Chirurgie und Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, Band 301 S. 543–548 (1962).
  9. Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin. Urban & Schwarzenberg, 1. Band (A–K), München / Wien / Baltimore 1980, ISBN 3-541-09511-3, ISBN 3-541-09111-8, S. 896.
  10. Heinz David (Hrsg.): Wörterbuch der Medizin, 14. Auflage, Band 2 (L–Z), Verlag Gesundheit, Berlin 1990, ISBN 3-333-00588-3, ISBN 3-333-00594-8, S. 2115.
  11. Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007/2008. Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 669.
  12. Lexikon Medizin. 4. Auflage. Sonderausgabe, Neumann & Göbel Verlagsgesellschaft, Köln 2005, ISBN 3-625-10768-6, S. 633.
  13. Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, München/Jena 2003, ISBN 3-437-15156-8, S. 705.