| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| 👁 Image |
| |
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 55′ N, 7° 31′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Rhein-Hunsrück-Kreis | |
| Verbandsgemeinde: | Simmern-Rheinböllen | |
| Höhe: | 330 m ü. NHN | |
| Fläche: | 9,53 km² | |
| Einwohner: | 720 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 76 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55490 | |
| Vorwahl: | 06765 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SIM, GOA | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 40 092 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Brühlstraße 2 55469 Simmern/Hunsrück | |
| Website: | www.mengerschied.de | |
| Ortsbürgermeister: | Rainer Stiel | |
| Lage der Ortsgemeinde Mengerschied im Rhein-Hunsrück-Kreis | ||
Mengerschied ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen an.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort liegt am Fuße des Soonwaldes inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Tal des Lametbachs. Im Ort vereinigen sich der Lamet- und der Brühlbach und fließen in Richtung des Kellenbachtales, das die Fortsetzung des Simmerbachtales ist. Der aus nur wenigen Häusern bestehende Ortsteil Layenkaul liegt nordöstlich des Dorfes am Brühlbach.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mengerschied ist einer der älteren Orte im Rhein-Hunsrück-Kreis. In einer Urkunde um 1080 erscheint der Ortsname als „Mengezerodt“. Der Name wandelte sich im 15. und 16. Jahrhundert über „Mengersroit“, „Mengersrade“ (1502), „Mengerschitt“ (1584) zu „Mengerschied“ (1785).
Mengerschied gehörte zum Oberamt und Herzogtum Pfalz-Simmern und kam 1673 zur Kurpfalz. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Eine Brandkatastrophe 1841, die 28 Gebäude vernichtete und nachfolgende Hungerjahre ließen mehr als 50 Personen nach Brasilien, USA, England und Südafrika auswandern. Im Zweiten Weltkrieg entstanden im Ort große Schäden durch Artilleriebeschuss. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Mengerschied besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rainer Stiel wurde am 12. August 2024 Ortsbürgermeister von Mengerschied.[3] Da für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der auf seiner konstituierenden Sitzung am 17. Juli 2024 Rainer Stiel zum künftigen Ortsbürgermeister wählte.[4]
Stiels Vorgänger Carsten Halm hatte das Amt Anfang 2020 übernommen, nachdem sich nach der Wahl 2019 zunächst kein Nachfolger für den bisherigen Ortsbürgermeister Heiko Motel gefunden hatte.[5]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gewerbe und Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zahlreiche Handwerke, Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Schieferabbau waren lange Zeit die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung. Die etwa 450 ha umfassende Feldmark wird statt von etwa 70 Kleinlandwirten im Jahre 1950 heute nur noch von drei Haupterwerbslandwirten bestellt. Der größte Teil der Arbeitnehmer ist im Dienstleistungssektor beschäftigt. Im Ort sind nur noch einige wenige Handwerksbetriebe wie Bäcker und Schreiner ansässig.
Freizeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort ist gut an das Hunsrücker Radwegenetz Schinderhannes-Soonwald-Radweg von Simmern nach Gemünden angeschlossen. Wanderer können die Traumschleife Soonwald und diverse Wanderziele im Soonwald (z. B. Wildburg, Alteburg und Koppenstein) erwandern. Der direkt an den Ort angrenzende Soonwald bietet viele Naturerlebnisse.
Ein Wanderziel ist das obere Lametbach-Tal mit kleinen Wasserfällen und nahe bei der Felsformation „Alte Kuh“. Über dieses Felsgebilde rankt sich eine alte Sage: Danach dreht sich die „Alte Kuh“ einmal um sich selbst, wenn sie das Mittagsläuten der Mengerschieder Kirche um 11 Uhr hören kann.[6]
Verschiedenes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das „Soonwald Schlößchen“ der Soonwald Schlößchen Bildungsstätte GmbH am Rand der Gemeinde Mengerschied ist Schauplatz der im April und Mai 2006 gedrehten und im Januar 2007 in der ARD erstmals ausgestrahlten Fernsehserie Die Bräuteschule 1958, in der 10 Hauswirtschaftsschülerinnen im Rahmen einer Zeitreise (Living-History-Kategorie) sechs Wochen lang unter nachgestellten Bedingungen der 1950er-Jahre lebten.
Auf dem Friedhof von Mengerschied steht unter Dach geschützt ein Taufstein einer früheren Walpurgis-Kapelle aus dem Mittelalter, der exakt dem gleichen Taufstein im Dom zu Erfurt entspricht. Beide Taufsteine wurden von einem unbekannten Steinmetz hergestellt.
Im oberen Lamettal gibt es einen Tiefbrunnen der zur Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen beiträgt.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ernst Berg (* 1948 in Mengerschied), Agrarökonom und Hochschullehrer
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetpräsenz der Gemeinde Mengerschied
- Literatur über Mengerschied in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Carsten Halm (Ortsbürgermeister und Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Mengerschied am 9. Juni 2024. In: Heimat Aktuell – Mitteilungsblatt der VG Simmern-Rheinböllen, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 12. Juni 2024, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Carsten Halm (1.Beigeordneter): Neuer Bürgermeister im Amt. In: Heimat Aktuell – Mitteilungsblatt der VG Simmern-Rheinböllen, Ausgabe 33/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Carsten Halm (Ortsbürgermeister): Wahl des Ortsbürgermeisters und der Beigeordneten. In: Heimat Aktuell – Mitteilungsblatt der VG Simmern-Rheinböllen, Ausgabe 30/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 17. Juli 2024, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Sitzung des Gemeinderates der OG Mengerschied, Niederschrift vom 27. Juni 2019, TOP 3 der konstituierenden Sitzung (Memento vom 21. Juni 2021 im Internet Archive)
- ↑ Sehenswürdigkeiten. In: mengerschied.de. 27. Juli 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2020; abgerufen am 2. Juni 2020.
