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Petrolkoks

Petrolkoks ist ein aus Erdöl gewonnener Feststoff, der ähnlich wie der aus Kohle hergestellte Koks hauptsächlich aus Kohlenstoff besteht.

Ausgangsstoff zur Herstellung des Petrolkoks sind sehr schwere Öle, die z. B. bei der Vakuumdestillation als Rückstand anfallen. Das Bitumen wird in einem Koker umgesetzt. Ein übliches Verfahren ist das Delayed Coking. Beim Cracken bildet sich neben flüchtigen Kohlenwasserstoffen (Gase und Benzin), die abgetrennt werden, der Koks als Feststoff. Die rohe Form wird Grünkoks genannt und kann zur Veredelung durch eine Kalzinierung bei hohen Temperaturen (1200 °C) weiter verarbeitet werden. Dabei werden noch vorhandene Ölbestandteile verbrannt, das zurückbleibende Kalzinat besteht aus fast reinem Kohlenstoff.

Nicht zu verwechseln ist Petrolkoks mit sogenannten Ruß- oder auch Ölpellets, diese fallen bei dem Prozess der Schwerölvergasung an und gelten in ihrer weiteren Verwendung als behandlungsbedürftiger Abfall.[1]

Grünkoks enthält noch Kohlenwasserstoffe und wird unter anderem in der industriellen Wärmeerzeugung als Brennstoff benutzt. Kalzinierter Petrolkoks wird als Elektrodenkoks in der Aluminiumindustrie (Söderberg-Elektrode) und bei der Wärmebehandlung von Stahl verwendet. Bei der Stahlherstellung im Hochofenprozess sind hohe Vanadium- oder Nickelgehalte sogar erwünscht. Für die Herstellung von Elektroden für die Aluminium-Schmelzflusselektrolyse sollte das Kalzinat einen möglichst geringen Metallgehalt aufweisen (Verunreinigung des Aluminiums).

Siliziumcarbid als Ausgangsmaterial für Schleifmittel im Metallhandwerk, hauptsächlich für Stahl wird im Elektro-Ofen bei einer Temperatur von 2100 °C aus Quarzsand und Petrolkoks erschmolzen. Als Reaktionsmittel dienen noch Natriumchlorid und Sägespäne.

Die Nutzung als Brennstoff ist wegen enthaltener Schwermetalle (z. B. Nickel, Cadmium oder Vanadium) oder anderen Elementen wie Schwefel problematisch und erfordert eine aufwendige Abgasreinigung. Schwefelreicher Petrolkoks befördert so indirekt die Emission von Dioxinen, die zusammen mit dem unmittelbar aus dem Petrolkoks emittierten Schwermetallen in die Umwelt gelangen. Zum Beispiel sei der Nachfolgebetrieb der Bleihütte Oker im Industriegebiet Oker-Harlingerode im niedersächsischen Landkreis Goslar im Zeitraum von 2017 bis 2019 genannt.[2]

Commons: Petrolkoks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW: Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 3205 vom 2. Dezember 2019. (PDF) In: gruene-fraktion-nrw.de. 8. Januar 2020, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  2. Die Tageszeitung: Zinkhütten in Niedersachsen: Gift im Blut?. 6. August 2019, abgerufen am 12. August 2019.