| Tokaj | |||||
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| Basisdaten | |||||
| Staat: | Ungarn👁 Image Ungarn | ||||
| Region: | Nordungarn | ||||
| Komitat: | Borsod-Abaúj-Zemplén | ||||
| Kleingebiet bis 31.12.2012: | Tokaj | ||||
| Kreis: | Tokaj | ||||
| Koordinaten: | 48° 7′ N, 21° 25′ O | ||||
| Höhe: | 127 m | ||||
| Fläche: | 28,2 km² | ||||
| Einwohner: | 3.863 (1. Jan. 2022) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 137 Einwohner je km² | ||||
| Telefonvorwahl: | (+36) 47 | ||||
| Postleitzahl: | 3910 | ||||
| KSH-kód: | 18306 | ||||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2024) | |||||
| Gemeindeart: | Stadt | ||||
| Bürgermeister: | György Posta[1] (parteilos) | ||||
| Postanschrift: | Rákóczi út 54. 3910 Tokaj | ||||
| Website: | |||||
| (Quelle: Localities 01.01.2022. bei Központi statisztikai hivatal) | |||||
Tokaj [ˈtokɒj] ⓘ ist eine ungarische Stadt im gleichnamigen Kreis im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén. Die Stadt ist Zentrum des ungarischen Teils des Tokajer Weingebietes, in dem der berühmte Tokajer angebaut wird.
Geografische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tokaj liegt 46 Kilometer östlich des Komitatssitzes Miskolc, an der Mündung des Flusses Bodrog in die Theiß und am südlichen Rand des Auen- und Sumpftgebiets Bodrogzug. Die höchste Erhebung auf dem Gemeindegebiet ist der 513 Meter hohe Berg Tokaji-hegy. Nachbargemeinden sind Bodrogkeresztúr, Timár, Rakamaz, Tiszaladány und Tarcal.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die in Tokaj heute als Burg von Rákóczi genannte Festungsanlage wurde zuerst vom Notar von König Béla III. (1172–1196) als „Hymesudoar“ bzw. Hímesudvar (Hof von Hímes) beschrieben.[2] Dieser Notar war zugleich der namentlich nicht bekannte Verfasser der Gesta Hungarorum.
Der Ort wurde 1353 zum ersten Mal erwähnt. Spätestens im 14. Jahrhundert entstand hier eine Burg aus Stein, die zum Herrengut Diósgyőr gehörte.
Nach 1450 war Tokaj Eigentum der Familie Hunyadi, so dass mit dem Thronantritt Matthias Corvinus’ die Stadt königliches Eigentum wurde. 1705 ordnete Franz II. Rákóczi den Abriss der Burg an.
Im Jahr 1913 gab es in der damaligen Großgemeinde 730 Häuser und 5105 Einwohner auf einer Fläche von 4822 Katastraljochen.[3] Sie gehörte zu dieser Zeit zum Bezirk Tokaj im Komitat Zemplén.
Im 20. Jahrhundert verlor der Ort an Bedeutung. Die bedeutende Rolle im Weinhandel wurde von der Stadt Sátoraljaújhely übernommen. 1986 erhielt die Gemeinde den Status einer Stadt.[4]
Charakteristik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt gilt als das Zentrum des ungarischen Tokajer Weingebiets und stellt eine Touristenattraktion dar. Trotz der geringen Einwohnerzahl ist sie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, zwei große Brücken führen über die Theiß, die Eisenbahnbrücke und die Verkehrsbrücke (Brücke der Königin Elisabeth). Die Siedlung besteht aus zwei Teilen: Die Altstadt liegt am Fluss Bodrog (sie wird „die Stadt“ genannt), „Klein Tokaj“ ist etwas größer als die Altstadt und liegt an der Theiß. Tokaj kann als Schulstadt bezeichnet werden, da es neben einer Grundschule drei Mittelschulen gibt: das Tokaji-Ferenc-Gymnasium (Fachmittelschule für Pädagogik, Umweltschutz und Umweltwirtschaft), die Mittelschule für Handel und Fremdenverkehr und die Berufsschule für Landwirtschaft.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Hauptplatz befindet sich eine 1912 erbaute römisch-katholische Kirche mit einem Glockenspiel. In der Mitte des Hauptplatzes steht die Statue von István I. dem Heiligen, die zur Erinnerung an das ungarische Millennium errichtet wurde. Direkt am Hauptplatz befindet sich auch das Tokajer Museum, das eine griechische Händlerfamilie im 17. Jahrhundert erbauen ließ. Die Tokajer Galerie ist in der alten griechisch-orthodoxen Kirche angesiedelt, hier werden verschiedene Kulturprogramme (Konzerte, Ausstellungen) veranstaltet. Die griechisch-katholische Kirche, die älteste Kirche in Tokaj, ist mit einer sehenswerten Ikonostase ausgestattet. Das Gebäude des Gymnasiums wurde 1996 errichtet und ist architektonisch der historischen Tokajer Burg nachempfunden. Der Rákóczi-Weinkeller, der größte in Tokaj-Hegyalja, hat eine Gesamtlänge von 1,5 km, 20.000 Hektoliter Wein können hier gelagert werden. Vor diesem Weinkeller befindet sich die Statue des Bacchus, die die Stadt von der Partnerstadt Oestrich-Winkel erhalten hat. In der Nähe von Tokaj steht ein Sendeturm des ungarischen Rundfunks, der als einer der wenigen Sendetürme als Hybridturm ausgeführt ist.
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Rathaus in der Tokajer Altstadt
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Römisch-katholische Kirche Jézus Szíve
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Denkmal des ersten ungarischen Königs István
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Bacchus-Brunnen
Tokajer Rebsorten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Weingegend Tokaj–Hegyalja werden drei Rebsorten angebaut: Furmint, Gelber Muskateller (sárgamuskotály) und Lindenblättriger (hárslevelű). Aus diesen Rebsorten werden die verschiedenen süßen, halbsüßen, trockenen und halbtrockenen Weine produziert. Das Weinlesefest, die Festwoche, der festliche Umzug und die dazugehörenden kulturellen Programme, die jedes Jahr im Oktober veranstaltet werden, sowie das Weinfest im August ziehen viele Besucher und Touristen an.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es bestehen folgende Städtepartnerschaften:[5]
- Israel👁 Image
Binjamina-Givʿat Ada, Israel, seit 1990 - Italien👁 Italien
Cormòns, Italien, seit 1999 - Polen👁 Image
Iwonicz-Zdrój, Polen, seit 2013 - Deutschland👁 Deutschland
Oestrich-Winkel, Deutschland, seit 2006 - Osterreich👁 Österreich
Rust, Österreich, seit 2006 - Vereinigte Staaten👁 Vereinigte Staaten
Sonoma, USA, seit 2012 - Kroatien👁 Image
Supetar, Kroatien, seit 2013
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Zoltán Eötvös (1891–1936), Eisschnellläufer
- Henry Fuchs (* 1948), ungarisch-US-amerikanischer Informatiker, Hochschullehrer
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch Tokaj verläuft die Hauptstraße Nr. 38, von der die Landstraße Nr. 3838 in nördliche Richtung nach Bodrogkeresztúr abzweigt. Der Ort ist angebunden an die Eisenbahnstrecke von Szerencs nach Nyíregyháza. Weiterhin bestehen Busverbindungen über Rakamaz nach Gávavencsellő, nach Nyíregyháza sowie über Tiszatardos nach Szerencs.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Helyi önkormányzati választások 2024. június 9. - Tokaj. Nemzeti Választási Iroda, 2. August 2024, abgerufen am 14. November 2025 (ungarisch, englisch).
- ↑ Geschichte der Burg Tokaj (Memento vom 15. Mai 2010 im Internet Archive) (ungarisch)
- ↑ Tokaj. In: A Magyar Korona Országainak helységnévtára 1913. Budapest 1913, S.1236 (ungarisch).
- ↑ Magyarország helységnévtára: Tokaj. Daten zur Stadt. In: ksh.hu. Központi Statisztikai Hivatal, abgerufen am 14. November 2025 (ungarisch, englisch).
- ↑ Tokaj adatai. In: testvertelepulesek.hu. Abgerufen am 14. November 2025 (ungarisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tokaj. Offizielle Webseite. (ungarisch).
- Jézus Szíve templom. In: miserend.hu. (ungarisch).
- Szent Miklós püspök-templom. In: miserend.hu. (ungarisch).
- Illustration von Johan Sibmacher von 1665: Wahre Conterfactur Der Vöstung Tockay In Ober-Ungern Wie Die Herr Schwendi Erobert, Anno 1565. (Digitalisat)
