Ein Tombolo (Plural Tomboli) ist ein Sand- oder Kiesstreifen, der eine Insel mit einer anderen Insel oder mit dem Festland verbindet;[1] im letzteren Fall wird die Insel zur Halbinsel oder Gezeiteninsel. Tomboli entstehen durch Ablagerung, verursacht durch Flussmündungen, Küstenströmungen und Wellenbrechung im Inselumfeld.[2][3]
Der Tombolo ist dabei ein Grenzfall zwischen dem ständig über der Wasserlinie liegenden Isthmus und der ständig überfluteten Meerenge, seine Höhe ist dem Wasserspiegel so nahe, dass er zeitweise – je nach Wasserstand (See, Fluss) bzw. Gezeitenwasserstand – über oder unter dem Wasserspiegel liegt.
Die fast 50 Kilometer lange Adamsbrücke, die Sri Lanka (Ceylon) über die Palkstraße mit Indien verband, war früher der weltweit größte Tombolo. Sie wurde vor einigen tausend Jahren durch eine Änderung des mittleren Meeresspiegels zerstört. Heute existiert nur noch eine Kette von Sandbänken.[4] Chesil Beach in Dorset ist laut der Royal Geographical Society mit 29 km der längste Tombolo des Vereinigten Königreichs;[5] diese Einordnung ist jedoch umstritten, manche Fachleute bevorzugen die Klassifizierung als Barrier Beach (Barrierestrand).[6] Auf den Northern Isles in Schottland werden Tomboli als Ayres (altnordischen eyrr „Kiesstrand“) bezeichnet.[7]
Beispiele von Tomboli
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Europa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Monte Argentario (Italien)
- Er Yoc’h, Bretagne
- Gâvres, Bretagne
- Giens, Côte d’Azur – Doppeltombolo
- Île de Pors Scaff, Bretagne
- Miquelon-Langlade, Saint-Pierre und Miquelon
- Quiberon, Bretagne
- Sainte-Marie, Martinique
- Sept Îles, Bretagne
- Isuledda, Sardinien
- Monte Argentario, Toskana – dreifacher Tombolo
- England:
- Chesil Beach, Dorset – Klassifizierung als Tombolo umstritten
- Gugh (Scilly-Inseln)
- Hugh Town (Scilly-Inseln)
- Wales:
- Schottland:
- Boatin Island, Shetlandinseln
- Fora Ness, Shetlandinseln
- Gigha, Innere Hebriden
- Kaliman Island, Shetlandinseln
- Kettla Ness – West Burra, Shetlandinseln
- Kirk Ness, Shetlandinseln
- Michelsen Island, Orkneyinseln
- Ness of Sound (Yell), Shetlandinseln
- Shiant Islands, Äußere Hebriden
- St Ninian’s Isle, Shetlandinseln
- Sty Wick, Orkneyinseln
- Taransay, Äußere Hebriden
- Uyea (Mainland), Shetlandinseln
- Huney, Shetlandinseln
Amerika
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Asien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Isthmus von Aden
Weitere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Barrenjoey Headland Pittwater, New South Wales
- Bruny Island, Tasmanien
- Maria Island, Tasmanien
- Red Island, Heard und McDonaldinseln
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Webseite von Geology.About.com über Tomboli (englisch, mit vielen Fotos)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tombolo. Merriam-Webster (englisch), abgerufen am 13. Januar 2026
- ↑ Michel Michaelovitch de Mahiques: Tombolo. In: Encyclopedia of Estuaries (englisch), verfügbar im Web Archive, abgerufen am 13. Januar 2026
- ↑ Edward H. Owens: Tombolo. In: Beaches and Coastal Geology (englisch), verfügbar im Web Archive, abgerufen am 13. Januar 2026
- ↑ Tombolo. Britannica (englisch), abgerufen am 13. Januar 2026
- ↑ Chesil Beach. Royal Geographical Society (englisch), abgerufen am 16. Januar 2026
- ↑ Andy Owen: Barrier beaches. Geography Southwest (PDF, englisch), abgerufen am 16. Januar 2026
- ↑ Tombolos or ayres Orkney Landscapes (englisch), abgerufen am 16. Januar 2026
