VOOZH about

URL: https://de.wiktionary.org/wiki/Keil

⇱ Keil – Wiktionary


Zum Inhalt springen
Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
👁 Image
Siehe auch: keil
Siehe auch:
Singular Plural
Nominativ der Keil die Keile
Genitiv des Keiles
des Keils
der Keile
Dativ dem Keil
dem Keile
den Keilen
Akkusativ den Keil die Keile
👁 Image
[1] Grundform eines Keils
👁 Image
[1] Keil unter einem Reifen

Worttrennung:

Keil, Plural: Kei·le

Aussprache:

IPA: [kaɪ̯l]
Hörbeispiele: 👁 Lautsprecherbild
Keil(Info)
Reime: -aɪ̯l

Bedeutungen:

[1] spitz zulaufender Gegenstand aus festem Material in Form eines Prismas mit dreieckiger Grundfläche
[2] Werkzeug in spitz zulaufender Form zum Spalten von Materialien
[3] in einem Kleidungsstück eingenähtes dreieckiges Stück Stoff
[4] Schriftsysteme,Altertum: Element oder Bestandteil der Keilschrift in Form eines Keiles

Herkunft:

von althochdeutsch kil→goh, mittelhochdeutsch kil→gmh in der Bedeutung [1a], der Begriff wurde später allgemein auf die Bedeutung [1] übertragen; mit dem Verb keimen verwandt; beide vermutlich aus die indogermanische Wortwurzel: gei-→ine, gi-→ine = ‚keimen, zerspalten‘.[1][2]

Synonyme:

[2] Bolzen, Zapfen

Oberbegriffe:

[1] Form, Gegenstand
[2] Werkzeug

Unterbegriffe:

[1] Dichtungskeil, Donnerkeil, Faustkeil, Spaltkeil, Türkeil, Wasserkeil

Beispiele:

[1] Um zu verhindern, dass sie zufällt, klemmte er einen Keil unter die Tür.
[2] Ich spalte das Holz mithilfe eines Keils.
[2] „Sie zeigten ihm den Gebrauch von Bohrer und Säge, Elektrosäge und Keil, Schlagmesser und Hobel, und wie man den Baumstamm in einen Kahn verlud.“[3]
[3] Die Hose ist zu eng, aber da können wir einen Keil einsetzen.
[4] „Die Bezeichnung beruht auf den Grundelementen der Keilschrift: waagrechten, senkrechten und schrägen Keilen.“[4]
[4] „Da in diesem Zusatze dem Gotteszeichen noch ein senkrechter Keil vorgesetzt ist, so muss es als ein A gedeutet werden, […].“[5]
[4] „Mit diesem Namen bezeichnet man die […] Schriftart, die einen sogen. Keil (senkrechter, wagerechter oder schräger Keil […]) und einen durch Zusammenrückung zweier schräger Keile oder aus einer kreisrunden Vertiefung entstandenen, nach rechts offenen sogen. Winkelhaken […] zu ihren Grundbestandteilen hat und durch mannigfachste Kombinierung zweier oder mehrerer größerer oder kleinerer Keile und Winkelhaken eine Fülle verschiedener Schriftzeichen bildet.“[6]
[4] „[…] durch leichten Druck und geschickte Drehung der Tafel sollen senkrechte, waagrechte, schräge Keile im Ton entstehen […].“[7]
[4] „Eine genaue Analyse ergab, dass es sich im wesentlichen um zwei strukturell verschiedene Elemente handelt: den senkrecht, waagerecht oder schräg gesetzten Keil 𒁹, 𒁹𒁹𒁹, 𒀸 und den Winkelhaken [...].“[8] (kursiv im Original)

Redewendungen:

einen Keil treiben zwischen

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] einen Keil in etwas treiben
[3] einen Keil einsetzen, einnähen

Wortbildungen:

Adjektiv: keilförmig
Substantive: Keilabsatz, Keilbein, Keilbolzen, Keiler, Keilerei, Keilfäustel, Keilhacke, Keilhaken, Keilhammer, Keilhaue, Keilhose, Keilkissen, Keilkranz, Keilnut, Keilprobe, Keilrahmen, Keilriemen, Keilschnitt, Keilschrift, Keilschubgetriebe, Keilschwanzsittich, Keilstück, Keilverschluss, Keilzapfen, Keilzugverfahren
Verb: keilen

Übersetzungen

[Bearbeiten]
[1]spitz zulaufender Gegenstand aus festem Material in Form eines Prismas mit dreieckiger Grundfläche
[2]Werkzeug in spitz zulaufender Form zum Spalten von Materialien
[3]in einem Kleidungsstück eingenähtes dreieckiges Stück Stoff
[4]Schriftsysteme, Altertum: Element oder Bestandteil der Keilschrift in Form eines Keiles
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Keil
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Keil
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Keil
[2, 3] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKeil
[2, 3] Duden online „Keil

Quellen:

  1. Dudenredaktion(Herausgeber):Duden, Das Herkunftswörterbuch.Etymologie der deutschen Sprache.In:Der Duden in zwölf Bänden.4.Auflage.Band 7,Dudenverlag,Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich2006,ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 400.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold:Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.24., durchgesehene und erweiterteAuflage.Walter de Gruyter,Berlin/New York2001,ISBN 978-3-11-017473-1,DNB 965096742 Seite 482.
  3. Christoph Meckel:Archipel.Erzählung.Eremiten-Presse,Düsseldorf1994,ISBN 3-87365-287-0,Seite21.
  4. Oliver Kuhlemann:Keilschrift (sumerisch, ugaritisch, mesopotanisch).1997,abgerufenam24.Dezember2017.
  5. Friedrich Grotefend:Erläuterung der Keilinschriften babylonischer Backsteine.Hahnsche Hofbuchhandlung,Hannover1852,Seite6(online,abgerufenam24.Dezember2017)
  6. Meyers Großes Konversationslexikon.Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens.Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrteAuflage.Bibliographisches Institut,Leipzig/Wien1905–1909, Stichwort „Keilschrift“ (Wörterbuchnetz), „Keilschrift“ (Zeno.org)
  7. Keilschrift macht Schule.Freie Universität Berlin, Stabsstelle Presse und Kommunikation,19. November 2005,abgerufenam24.Dezember2017.
  8. Eva Cancik-Kirschbaum:Phänomene der Schriftbildlichkeit in der keilschriftlichen Schreibkultur Mesopotamiens.In:Sybille Krämer, Eva Cancik-Kirschbaum, Rainer Totzke(Herausgeber):Schriftbildlichkeit.Wahrnehmbarkeit, Materialität und Operativität von Notationen.De Gruyter,Berlin, Boston2012,ISBN 978-3-05-005781-1,Seite101,DNB 1102572454(online,abgerufenam22.Dezember2017)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Kleie
Anagramme: Kiel, Klei, Liek, like, Like