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Countertenor

JJ bringt Pop und Oper zum Song Contest

Mit einer unverwechselbaren Stimme und einer Fusion aus Pop und Oper will Österreich heuer beim Song Contest überzeugen. Ins Rennen geht der 23-jährige österreichisch-philippinische Countertenor JJ, der nicht nur „Starmania“-Zuseherinnen und -Zusehern bekannt sein dürfte, sondern auch Klassikfans verzücken sollte. Der Song, mit dem JJ im Mai in Basel punkten soll, wird „Wasted Love“ heißen und im März vorgestellt.

30. Jänner 2025, 6.56 Uhr (Update: 30. Jänner 2025, 12.56 Uhr)
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JJ alias Johannes Pietsch wurde 2001 in Wien geboren und wuchs in Dubai auf, 2016 zog er zurück nach Wien. Aufsehen erregte er bereits 2021 bei „Starmania“: Mit seiner außergewöhnlichen Stimme, die bis in Sopranhöhen aufsteigt, sang er sich bis in die Finalshow. Derzeit tritt er in der Wiener Staatsoper in der Neuinszenierung der „Zauberflöte“ auf, seine Rolle als Erster Knabe ist in der Übertragung am 7. Februar um 21.20 Uhr in ORF2 zu bewundern.

JJ studiert aktuell nach seiner Ausbildung an der Opernschule der Wiener Staatsoper klassische Musik an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK). Es sei „eine große Ehre“, Österreich in Basel vertreten zu dürfen, so JJ. „Mein Herz schlägt für die große Show, und da gibt es nichts Größeres als den Eurovision Song Contest.“ Er freue sich über das Vertrauen und versprach, hart zu arbeiten, um „einen unvergesslichen Auftritt auf die Bühne zu bringen“.

JJ vertritt Österreich beim Song Contest

Der 23-jährige Countertenor JJ wird Österreich beim Song Contest 2025 in Basel vertreten. Sein Song – eine Mischung aus Pop und Klassik – wird im März präsentiert. JJ wird im zweiten Halbfinale am 15. Mai um den Einzug ins Finale singen.

ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss Horowitz sieht JJ als Ausnahmetalent und unverwechselbaren Künstler, „der mit mitreißendem Pop und klassischem Gesang seine eigene Magie auf die Song-Contest-Bühne bringt“. Er wird in der ersten Hälfte der zweiten Halbfinal-Show am 15. Mai antreten, wie die Semifinal-Auslosung, die am Montag in Basel über die Bühne ging, ergab.

Mehrstufiges Auswahlverfahren

Die Auswahl des Künstlers und des Songs erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren: Talentscouts durchforsteten die heimische Szene, es folgte ein Songwriting-Camp. Die besten Songs wurden anschließend einer 30-köpfigen Fachjury sowie 30 Vertreterinnen und Vertretern von offiziellen Song-Contest-Fanclubs (OGAE) aus insgesamt fünf Ländern vorgelegt. Auch die ORF-Song-Contest-Redaktion gab Stimmen ab. Auf Basis aller Bewertungen wurde JJ als österreichischer Act für den Song Contest 2025 ausgewählt.

👁 der östereichische ESC-Teilnehmer JJ
JJ bringt eine starke Stimme nach Basel

Basel wartet

Nach dem Vorjahressieg von Nemo mit „The Code“ richtet heuer die Schweiz den Bewerb aus. Das Motto des musikalischen Großevents lautet auch heuer wieder „United by Music“. Die drei Shows – am 13., 15. und 17. Mai – in der St. Jakobshalle werden von Michelle Hunziker, Hazel Brugger und Sandra Studer moderiert.

Insgesamt sind heuer wie im Vorjahr 37 Länder im Rennen. Nach zwei Jahren Pause ist Montenegro wieder dabei, dafür verzichtet Moldawien auf eine Teilnahme.

Noch wenig über Konkurrenz bekannt

Bis Mitte März haben die teilnehmenden Länder noch Zeit, ihre Kandidatinnen und Kandidaten sowie die Songs auszuwählen. Einige wenige stehen bereits fest. Luxemburg schickt Laura Thorn mit „La Poupee Monte Le Son“ und will mit dem Nostalgiefaktor punkten, Albanien setzt auf Elektro und Folklore mit Shkodra Elektronike und „Zjerm“ und Montenegro mit Nina Zizic und „Dobro Dosli“ auf eine Powerballade.

Ebenfalls schon bekannt ist, dass heuer mit der 24-jährigen Juval Rafael (Yuval Raphael) für Israel eine Überlebende des Hamas-Terrorangriffs auf das Supernova-Festival am 7. Oktober 2023 antritt. Sie setzte sich im nationalen Vorentscheid „Hakochav Haba“ („Der nächste Star“) durch und widmete ihren Auftritt „all den Engeln“, die bei dem Musikfestival ermordet worden waren. Sie rechne – nach den Erfahrungen ihrer Vorgängerin Eden Golan im Vorjahr – mit Buhrufen und Anfeindungen in Basel, werde sich aber nicht davon abhalten lassen, ihre Geschichte zu erzählen.

Fairplay-Gelöbnis nach Vorjahreskontroversen

Im Vorjahr hatte sich unter anderem die Kontroverse über den israelischen Beitrag so hochgeschaukelt, dass die Situation der EBU beinahe entglitten wäre. Neben den Protesten um die Halle, Buhrufen bei den Auftritten Golans und Anfeindungen gegen die israelische Delegation schlug auch der Ausschluss des niederländischen Kandidaten Joost Klein, dem Handgreiflichkeiten gegen eine Kamerafrau vorgeworfen wurden, hohe Wellen.

Auf die laute Kritik wollen die Organisatoren heuer mit strengeren Regeln reagieren. Teilnehmende sollen sich mit einem Gelöbnis zu fairem Verhalten verpflichten. Bei Verstößen gebe es Verwarnungen oder Zugangsbeschränkungen. In Basel wird neben dieser Selbstverpflichtung erstmals auch ein von der EBU festgelegter Verhaltenskodex zur Anwendung kommen.

Alle, die teilnehmen wollen, müssen dem zustimmen, neben Künstlern und Künstlerinnen auch Delegationsmitglieder und Journalistinnen und Journalisten. Zudem wird es weniger öffentliche Proben und dafür Rückzugszonen für Sängerinnen und Sänger geben, wo nicht gefilmt werden darf.

Revolution in Deutschland: NDR wird abgelöst

Eine kleine Revolution spielte sich dieser Tage in der deutschen Song-Contest-Organisation ab. Wie am Montag bekanntwurde, wird vom nächsten Jahr an der Südwestrundfunk (SWR) anstelle des Norddeutschen Rundfunks (NDR) die Federführung übernehmen. Der NDR hatte 1996 vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) die Verantwortung für den Song Contest übernommen – und vor allem in den vergangenen Jahren große Schlappen bei der Auswahl hinnehmen müssen.

Heuer versucht man es ein letztes Mal mit einem alten Bekannten: Nach jahrelanger Pause verantwortet Entertainer Stefan Raab wieder den deutschen Vorentscheid, der neben der ARD außerdem im Privatsender RTL läuft. Nach vier Shows soll am 1. März der deutsche Teilnehmer oder die deutsche Teilnehmerin feststehen. Und sollte Deutschland gewinnen, darf der NDR nächsten Jahr doch noch einmal übernehmen.

ckör, sofe (beide Text), filz (Lektorat), alle ORF.at/Agenturen

Dieser Beitrag begleitet die Sendung Ö3-„Wecker“, 30. Jänner 2025.

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