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Klimadaten

Ist das noch Wetter oder schon Klimawandel?

Ist es heute nicht viel zu warm? Regnet es wirklich immer so viel? Hier kannst du nachschauen, ob das aktuelle Wetter in deiner Region noch normal ist oder durch den Klimawandel kommt.

19. Oktober 2021 | 2. Juli 2025 | 38 Kommentare

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Artikel Abschnitt: Fazit

Ungewöhnlich warme und regnerische Tage im Winter und extrem heiße, trockene Tage im Sommer werden immer häufiger. Für sich betrachtet sind solche Tage Ausreißer, aber durch die Erderwärmung werden sie mehr und mehr zur Regel.

Für die Temperatur bedeutet das: Es wird immer wärmer

Seit den 1970er-Jahren ist in Deutschland jedes Jahrzehnt wärmer als das vorherige. Die Jahre 2011–2020 waren das bisher wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Wetterauswertungen im Jahr 1881.

Zur Erinnerung: Im Klimaabkommen von Paris wurde vereinbart, die Erderwärmung bis 2100 auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Noch besser: 1,5 Grad Celsius – seit vorindustrieller Zeit (1881). Das bezieht sich auf die weltweite Durchschnittstemperatur – regional kann der Temperaturanstieg also höher oder niedriger sein. Allein bisher ist die Temperatur weltweit um 1,1 Grad Celsius gestiegen, das hat der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht herausgestellt.

Für den Niederschlag bedeutet das: Es wird nasser und trockener

In Deutschland nehmen die Niederschläge seit Jahrzehnten durchschnittlich zu. Die mittlere Niederschlagsmenge pro Jahr ist seit 1881 in Deutschland um rund zehn Prozent gestiegen. Dieser Trend lässt sich in fast allen Jahreszeiten beobachten, am stärksten in den Wintermonaten. Die Sommermonate bilden dagegen die Ausnahme: Da regnet es immer weniger.

Das ist ein Problem, denn so kommt es zu mehr Dürren im Sommer. Meteorologisch spricht man schon von einer Dürre, wenn es ein bis zwei Monate trockener ist als üblich. Davon erholen sich insbesondere die Böden erst nach Monaten und auch nur, wenn der richtige Regen fällt. Heftige Schauer helfen da erst mal nicht: Gerade wenn der Boden sehr trocken ist, kann er schlechter Wasser aufnehmen – schon gar keine großen Regenmengen. Am besten kann er Wasser speichern, wenn es lange und gleichmäßig zur Verfügung steht. Heißt: Wenn es tage- bis wochenlang moderat regnet.

Was bedeutet das alles für uns?

Was diese klimatischen Veränderungen – also steigende Temperaturen, trockenere Sommer und verregnete Winter – für konkrete Folgen haben, kannst du hier lesen:

Team: Lara Schwenner, Saskia Gerhard, Andrea Wille, Gregor Aisch, Jannes Höke

Wir bedanken uns bei Florian Imbery vom DWD für die freundliche Beratung.

Artikel Abschnitt: Unsere Datengrundlage

Alle Wetterdaten stammen aus dem Climate-Data-Center vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Damit bilden wir die Prognose- und Messdaten von 225 Wetterstationen ab, die seit mindestens 1961 bis heute aktiv sind. Nicht alle Stationen stehen im Zentrum einer Stadt, manche etwas außerhalb, auf einer Anhöhe oder einem Berg. Es kann also sein, dass die von uns benutzten Messwerte (Temperatur, Niederschlag) von denen direkt vor deiner Haustür abweichen. 

Referenzperiode und Normalbereich

Das 30-jährige Mittel ist ein Referenzwert, um das aktuelle Wetter mit dem Zustand des Klimas zu vergleichen. Um natürliche Schwankungen auszugleichen, fasst es das Wetter (Temperatur, Niederschlag und so weiter) über 30 Jahre hinweg in Durchschnittswerten zusammen.  

Es gibt verschiedene Perioden für 30-jährige Mittel. Wir vergleichen das aktuelle Wetter mit dem Mittel der Jahre 1961–1990: Sie waren vergleichsweise wenig von der Erderwärmung betroffen und gelten daher als offizielle Vergleichsperiode, um Veränderungen durch den Klimawandel aufzuzeigen. Noch präziser wäre die Periode 1881–1911, also die Zeit vor der Industrialisierung; aus dieser Zeit gibt es aber viel weniger Messstationen und somit weniger nutzbare Daten.

Der graue Bereich in unseren Diagrammen zeigt, welches Wetter (Temperatur/Niederschlag) von 1961 bis 1990 häufig gemessen wurde. Wir bezeichnen diesen Bereich als “normal”. Er bildet nicht nur die Durchschnittswerte aus der Referenzperiode ab, sondern jeweils die Werte vom 20. bis 80. Perzentil. Das heißt: In 60 Prozent der Fälle lag das Wetter in diesem grauen Bereich; 20 Prozent aller Tage waren kühler beziehungsweise trockener und 20 Prozent waren wärmer beziehungsweise feuchter.

Ein Beispiel: Bildet man den Durchschnitt aller Tageshöchsttemperaturen, die am 1. August von 1961 bis 1990 in Köln gemessen wurden, ergibt das 23,8 Grad Celsius. Es gab natürlich auch 1. Augusttage, die wärmer oder kälter waren. Die Mehrheit von ihnen bewegt sich aber in einem Bereich zwischen 20,4 Grad Celsius (20. Perzentil) und 26,9 Grad Celsius (80. Perzentil), was die natürlichen Wetterschwankungen besser abbildet als nur ein Durchschnittswert.

Quellenangaben zum Artikel:

Unsere Quellen

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Kommentare zum Artikel:

38 Kommentare
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Mark
2 Monate zuvor

Wie kann es sein, dass oben auf der Seite steht, dass es ungewöhnlich wenig geregnet hat die letzten 30 Tage, mit 19,4mm angegeben ( stand 07.01. Für die Station Essen Bredeney ) unten aber im Vergleich der letzten Januare der Januar 2026 mit 45mm Regen angeben ist? Das passt nicht… Weiterlesen »

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Quarks.de
Editor
Antwort auf  Mark
2 Monate zuvor

Danke Dir für den Hinweis! Wir schauen uns das an und melden uns wieder, sobald wir der Sache auf den Grund gehen konnten.

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Holger
9 Monate zuvor

Eine tolle Darstellung. Vielen Dank dafür.

Kann man diese so erweitern, dass man auch einen Monat auswählen kann? Sonst kann ich immer nur über den aktuellen Monat diskutieren

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Petra
11 Monate zuvor

Bei dieser Weltweiten Ueberbevölkerung wird sich so schnell nichts ändern.Was ist zu tun?

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Quarks
Editor
Antwort auf  Petra
11 Monate zuvor

Du gehst das Thema sehr global an. Wir haben hier einen Beitrag, der sich mit der Frage beschäftigt, ob Menschen zu Gunsten des Klimas auf Kinder verzichten sollten: https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/wie-klimaschaedlich-sind-kinder-wirklich/

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Fabian
1 Jahr zuvor

Ist vor 2030 noch mit einem Fix auf dieser Seite zu rechnen?

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Fabian
Antwort auf  Fabian
1 Jahr zuvor

Vielen Dank für den Fix!

3
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Mark
1 Jahr zuvor

Leider ist aktuell das Feld für die Suche der Region verschwunden, sodass man die Seite leider gar nicht mehr nutzen kann.

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