Teure Energie US-Spritpreise steigen über vier Dollar
Stand: 31.03.2026 • 14:54 Uhr
Auch die US-Autofahrer bekommen die Folgen des Iran-Kriegs immer deutlicher zu spüren. Der durchschnittliche Benzinpreis ist in den Vereinigten Staaten über die Marke von vier Dollar je Gallone gestiegen.
Die Folgen des Kriegs am Persischen Golf machen sich immer stärker im Alltag der Vereinigten Staaten bemerkbar. Wie der Automobilclub AAA bekanntgab, stieg der US-Benzinpreis im Schnitt auf knapp 4,02 Dollar je Gallone (3,785 Liter). Das ist über ein Dollar mehr als vor dem Beginn des Kriegs gegen den Iran.
Zuletzt war der Preis zu Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 in ähnliche Höhen geklettert. Auch der Beginn dieses Konflikts hatte damals weltweit die Preise für Öl und Gas in die Höhe getrieben und für einen kräftigen Inflationsschub gesorgt.
Der Preis für Diesel, das in den USA hauptsächlich für Lkws und für gewerbliche Zwecke genutzt wird, liegt nach AAA-Angaben mittlerweile im Schnitt bei 5,45 Dollar je Gallone - nach 3,76 Dollar vor dem Beginn des Kriegs am 28. Februar.
In manchen Staaten noch teurer
Die Angaben sind Durchschnittsangaben - in einigen Bundesstaaten können die Preise noch höher sein, abhängig von lokalen Besonderheiten wie der Besteuerung oder den Anlieferungswegen. Vor allem an der Westküste, in Alaska oder auf Hawai ist es noch teurer.
Weitere Preissteigerungen für Verbraucher könnten die Folge sein. Vor allem Transportkosten steigen und dürften auf die Endprodukte aufgeschlagen werden. So erhebt beispielsweise die US-Post bereits einen temporären Zuschlag von acht Prozent auf einige ihrer Produkte, etwa die beliebte Vorzugsbeförderung ("Priority mail").
Ölpreise steigen weiter
Besserung ist nicht in Sicht. Zwar sind die USA ein Netto-Ölexporteur, immun sind sie gegen die hohen Preise aber nicht. Denn das US-Öl ist meist Leichtöl, die Raffinerien an den Küsten brauchen aber schwereres Rohöl - und das muss importiert werden.
Aktuell kostet ein Fass der Nordsee-Referenzsorte Brent rund 107 Dollar je Fass, die US-Leichtölsorte WTI handelt bei knapp 103 Dollar je Fass. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Rohöl der Nordseesorte um fast 60 Prozent verteuert. Zeitweise war der Preis bis auf knapp 120 Dollar je Barrel gestiegen.
Bald bei 200 Dollar pro Fass?
Der Ölpreis schwankt dabei je nach Nachrichtenlage. US-Präsident Donald Trump schwankte zuletzt mehrfach zwischen der Aussage, ein Kriegsende sei nahe, und der Warnung vor einer Ausweitung der Militäroperationen.
Unterdessen gehen Experten der Energiemarktberatung "FGE NexantECA" davon aus, dass der Ölpreis bis auf 150 oder 200 Dollar pro Barrel steigen könnte, sollte die nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus in den nächsten sechs bis acht Wochen anhalten. "Wöchentlich gehen 100 Millionen Barrel Öl verloren, monatlich 400 Millionen Barrel", sagte Experte Fereidun Fesharaki dem Sender Bloomberg TV.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | US-Spritpreise steigen deutlich | 31.03.2026 | 14:15 Uhr
