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Musik

Parookaville-Dauergast Lost Identity: „Immer noch aufgeregt“

Am Niederrhein. 2015 spielte DJ Lost Identity erstmals bei Parookaville. Was sich für ihn seitdem verändert hat und wieso er Dorf-Partys am Niederrhein liebt.
Von Anika Bloemers
DJ Lost Identity tritt seit zehn Jahren bei Parookaville auf. (Foto: Biesen Photography)

Vom Niederrhein auf die Elektro-Festival-Bühnen der Welt: Seit DJ Lost Identity 2015 zum ersten Mal bei Parookaville in Weeze aufgelegt hat, ist viel passiert. Anfangs bestand Lost Identity noch aus zwei Personen, seit 2019 tritt Marius Grassler alleine auf. Dabei hatte der gebürtige Grefrather eigentlich so gar nichts mit Musik zu tun. „Meine Familie ist total unmusikalisch“, erzählt er grinsend. „Ich habe früher ziemlich erfolgreich Eishockey gespielt und das war auch sehr zeitintensiv.“ Wegen einer Knieverletzung musste Grassler dann pausieren und entdeckte beim Electric-Love-Festival in Salzburg seine Leidenschaft für elektronische Musik.

Der 32-Jährige kaufte sich DJ-Equipment und brachte sich alles selbst bei. „Ich bin einfach drangeblieben, habe geschaut, welche Songs man mixen kann, welche Übergänge passen“, sagt er. Nicht immer zur Freude seiner Familie. „Manchmal war es ihnen wahrscheinlich ein bisschen zu laut. Aber sie haben mich von Anfang an sehr unterstützt und sind immer noch meine größten Fans.“ Der DJ begann dann auf Abifeten aufzutreten, legte oft in der Gelderner Disco E-Dry auf, wo auch Parookaville-Gründer Bernd Dicks auf ihn und Sebastian Biesen aufmerksam wurde.

DJ Lost Identity: Vor dem ersten Song jedes Mal nervös

Der Rest ist Geschichte: Schon beim ersten Parookaville 2015 legte das DJ-Duo unter dem Namen Lost Identity gemeinsam auf. „Vor 150 Leuten von 4.30 bis 6 Uhr im Electrisize Bunker“, erinnert sich Grassler. Zwei Jahre später stehen sie ziemlich spontan vor 25.000 Fans auf der Hauptbühne. „Das war unser Durchbruch“, sagt der Musiker. „Wir waren richtig grün hinter den Ohren, haben aber ziemlich gute Reaktionen auf unseren Auftritt bekommen.“

Zum Parookaville kommen mittlerweile Hunderttausende Besucher pro Jahr. © FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

Lost Identity wächst mit dem Festival zusammen, 2022 steht Grassler erstmals alleine vor der riesigen Menge. „Sebastian und ich haben uns blind verstanden, es war anfangs schon ungewohnt ohne ihn“, so der Künstler. Jetzt sei er kreativ freier. „Das ist anders, aber nicht besser.“ Zum Auflegen reist Marius Grassler mittlerweile um die halbe Welt, spielt bei Festivals in Südkorea, China und Österreich. Vier Mal trat er beim Tomorrowland-Festival in Belgien, zu dem rund 400.000 Fans anreisen, auf. „Vor dem ersten Song bin ich immer noch jedes Mal wahnsinnig aufgeregt, aber sobald die ersten Töne erklingen, legt sich das sofort“, erzählt der Künstler. „Ich bin dann auch voll im Tunnel, weil mich das so erfüllt.“

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Tomorrowland oder Dorffete: DJ mag die Mischung

Die Mischung macht‘s dabei für den 32-Jährigen: Genau wie die großen Festivals schätzt er die kleineren Partys in seiner Heimat am Niederrhein. Zuletzt stand er zum Beispiel bei einer Landjugend-Fete in Uedem-Keppeln auf der Bühne. „Das hat mir extrem viel Spaß gemacht, auf dem Land wissen die Menschen, wie man richtig feiert“, sagt er. Als Nächstes steht für Grassler ein Auftritt beim Tanz in den Mai in Rheurdt-Saelhuysen im Rahmen des dortigen Jubiläumsschützenfestes an - das Event am Mittwoch ist bereits ausverkauft. Danach geht es für ihn weiter in den Club „Bootshaus“ nach Köln, wo er regelmäßig auflegt.

Ob Festival, Club oder Dorffete, Grassler passt seine Musik, die dem Hardstyle zugeordnet wird, immer auch ein wenig ans Publikum an. „Ich bin mir in den vergangenen Jahren auf jeden Fall treu geblieben, was meinen Stil angeht“, sagt er. Melodischer als zu Anfang gehe es mittlerweile zu, energetisch und euphorisch, Musik, bei der die Fans die Arme hochreißen. „Ich vergleiche meine Auftritte immer ganz gerne mit Achterbahnfahrten, die mal hart, mal entspannt sind.“ Im Moment mache er wieder richtig viel neue Musik, die er bei zahlreichen Events im Sommer spielen will. Dann ist der DJ zum Beispiel beim Shutdown Festival in Wien oder beim Ikarus Festival im Allgäu gebucht.

DJ Lost Identity: Für Parookaville bucht er die großen Künstler

Das Tomorrowland-Festival in Belgien zählt zu den bekanntesten und größten der Welt. Hier trat DJ Lost Identity bereits vier Mal auf. (Foto: Tomorrowland)

Obwohl er als DJ viel unterwegs ist, arbeitet er auch weiterhin als Veranstaltungskaufmann für das Parookaville-Festival. Hier verantwortet er passenderweise die Auswahl und Buchung aller großen Stars. „Das ist natürlich ein toller Job, wenn man selbst ohnehin in der Branche ist“, sagt er. Einen Geheimtipp, wie man trotz der langen Nächte fit bleibt, hat Grassler nicht. „So viel wie möglich schlafen, viele Vitamine und am besten ein Drink weniger.“ Und ergänzt mit einem Lachen: „Aber trotzdem bin ich mit Anfang 20 am nächsten Tag deutlich frischer aufgewacht.“

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