Mit der Mode gehen – aber langsam
Die Welt der Mode ist faszinierend. Es macht Spaß, immer neue Trends auszuprobieren. Zumal, wenn es viele Textilketten gibt, deren Stücke unglaublich günstig zu haben sind. Gefällt ein Teil nach wenigen Wochen nicht mehr oder hat es die erste Wäsche nicht überstanden, landet es ohne Reue – im Müll. Fast Fashion ist ebenso schnell wieder entsorgt wie gekauft. Die Kehrseite der Medaille: Schnell wechselnde Trends und billige Herstellung führen zu einem enormen Ressourcenverbrauch und Überproduktion, die unserer Umwelt und oft auch den Arbeitskräften in den Produktionsländern schadet. Doch es geht auch anders. Lesen Sie, wie man stilvoll und bewusst Konsumverhalten mit Umweltschutz verbinden kann, ohne dabei auf modische Vielfalt verzichten zu müssen.
Öko-Siegel verstehen
Wer nicht auf neue Kleidung verzichten möchte, aber Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte auf Öko-Siegel achten. Auf der Suche nach umweltfreundlicher Kleidung bieten sie eine Orientierungshilfe. Siegel wie etwa der Global Organic Textile Standard (GOTS) garantieren bestimmte Umwelt- und Sozialstandards. GOTS zertifiziert beispielsweise Textilien, die zu mindestens 70 Prozent aus biologischen Fasern bestehen, und sichert humane Produktionsbedingungen zu. Andere Labels wie Fairtrade oder der Blaue Engel fokussieren sich auf faire Handelsbedingungen bzw. umweltschonende Produktionsverfahren. Die Verbraucherzentrale hat sie aufgelistet und erklärt: www.verbraucherzentrale.de
Kleidung leihen
Eine immer beliebtere Option ist das Ausleihen von Bekleidung. Verschiedene Anbieter haben sich auf die Vermietung von Mode spezialisiert – eine praktische Lösung besonders für Kleidungsstücke, die nur zu besonderen Anlässen getragen werden wie beispielsweise Brautmoden oder Kleider für den Abiball. Hier kann man zum Beispiel bei Fairnica, www.fairnica.com, der Kleiderei, www.kleiderei.com, oder Fashion Changers, www.fashionchangers.de, fündig werden.
Secondhand kaufen
Ob Vintage-Läden, Online-Plattformen oder Kleiderkreisel-Apps – die Möglichkeiten, hochwertige gebrauchte Mode zu finden, sind vielfältig und bieten die Chance, einzigartige Stücke zu entdecken. Das Angebot reicht von Tragbarem für den täglichen Gebrauch bis hin zu High-Fashion-Shops, in denen man auch schier unerschwingliche Labels zu günstigeren Konditionen erstehen kann. Übrigens: Man kann nicht nur secondhand kaufen, sondern auch verkaufen. Statt die optimistisch eine Nummer zu klein gekaufte Hose frustriert im Müllsack zu Grabe zu tragen, kann man ihr die Chance geben, anderen noch eine Freude zu machen. Und beim Schrankausmisten gilt: Noch gut Erhaltenes lieber, verschenken, verkaufen oder spenden, anstatt es wegzuschmeißen.
Tauschbörsen
Kleidung zu tauschen statt neu zu kaufen, hilft, Ressourcen zu sparen und die Lebensdauer von Kleidungsstücken zu verlängern. Ob organisierte Tauschpartys oder private Kleidertauschaktionen im Freundeskreis – hier kann jeder beliebig oft neue Lieblingsstücke finden, ohne die Umwelt zu belasten. Wo die nächste Kleidertauschparty stattfindet, kann man entweder den Regionalmedien entnehmen oder auf www.kleidertausch.de in Erfahrung bringen.
Fast Fashion ist ein drängendes Problem, aber wir haben es in der Hand, durch bewusste Entscheidungen Veränderungen voranzutreiben: Indem wir Öko-Siegel berücksichtigen und Alternativen wie das Leihen und den Kauf von Secondhandkleidung oder Tauschbörsen nutzen.
