VOOZH about

URL: https://www.waz.de/incoming/article411269870/up-in-den-kreislauf.html

⇱ Up in den Kreislauf


Upcycling

Up in den Kreislauf

Wenn Kleidung, Möbel oder Geräte nicht nur recycelt, sondern aufgewertet werden, nennt man das Upcycling. Wie es funktioniert und wann es sinnvoll ist.
Von Ingrid Janssen
Beim Upcycling sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. © Getty Images/iStockphoto | anyaivanova

Nicht immer müssen alte, defekte oder anscheinend nutzlose gewordene Gegenstände weggeworfen werden. Vieles kann repariert werden, und aus abgewetzten Jeans oder leeren Konservendoen lässt sich noch das ein oder andere herstellen. Man kann ihnen ein neues Leben schenken. Bevor man also etwas zum Abfall gibt, sollte man überlegen, ob ein Upcycling in Frage kommt.

Recycling und Upcycling: Was ist der Unterschied?

Wichtigstes Merkmal des Recyclings: Es ist ein industrieller Prozess. Dabei werden die Produkte – beispielsweise eine Getränkedose – in ihre einzelnen Grundbausteine zerlegt und für die Wiederverwertung aufbereitet.

Anders beim Upcycling: Hier gehen Privatpersonen mit handwerklichem Geschick ans Werk und werten ausgediente Produkte auf, indem sie sie für andere Zwecke verwenden als eigentlich vorgesehen. Der Name beschreibt schon, worum es dabei geht – beim Upcycling verschafft man einem ausgedienten Gegenstand einen neuen Lebenszyklus („cycle“), der im besten Fall sogar eine Aufwertung des Gegenstands darstellt („up“). Dabei sind keine Grenzen gesetzt: Prinzipiell lässt sich bei jedem Produkt, Kleidungsstück oder Gerät, für das es keine Verwendung mehr gibt, überlegen, ob daraus noch etwas Nützliches hergestellt werden kann. Eins aber vorweg: Nicht jedes Produkt oder Material eignet sich für die Wiederverwendung. Manchmal sprechen zu viele Gründe dagegen.

Doch zunächst zu den Vorteilen des Upcyclings. Das Verfahren spart Ressourcen, und es wird weniger Abfall produziert. Insgesamt tragen Upcycler zu einem nachhaltigen Konsum-Verhalten bei und sie erhalten ein individuelles neues Produkt – ein Unikat. Das heißt: Upcycling fördert die Kreativität.

Doch es können auch Nachteile entstehen. So können beim Aufarbeiten versehentlich schädliche Stoffe mitverarbeitet werden. Kauft man für ein Upcycling-Projekt viele zusätzliche Produkte, ist es unter Umständen nicht nachhaltiger als ein neu gekauftes Produkt. Nicht zuletzt macht Upcycling nur Sinn, wenn man das hergestellte Produkt auch tatsächlich gebrauchen kann. Womit wir bei der nächsten Frage wären.

Oft lohnt es sich, Ausgedientes nicht wegzuwerfen, sondern mit ein wenig handwerklichem Geschick zu einem neuen Objekt zu machen. © Getty Images | SolStock

Wann ist Upcycling sinnvoll?

Nicht alles erhält durch Upcycling eine Aufwertung. In der Regel lässt sich anhand weniger Fragen einschätzen, ob sich Upcycling lohnt.

Brauche ich das Produkt, das ich aus dem alten Produkt erstellen kann?
Wenn das nicht der Fall ist, kann man sich je nach Produkt überlegen, ob es als Bastelprojekt verschenkt oder verkauft bzw. an eine Institution gespendet werden soll, die alte Produkte verwertet.

Enthält das Material unter Umständen Schadstoffe?
Auf die verwendeten Materialien achten. Durch Internetrecherche kann man in der Regel herausfinden, ob ein Produkt schädliche Inhaltsstoffe enthält.

Kann ich das Produkt auch ohne Upcycling reparieren und für seinen ursprünglichen Zweck weiterverwenden?
Wenn man das ursprüngliche Produkt nach einer kleinen Reparatur auch zum selben Zweck weiterverwenden kann, ist ein Upcycling nicht notwendig. (Es sei denn, man möchten es gerne.) Besondere Vorsicht ist bei Elektrogeräten geboten. Nicht alle Elektrogeräte können von Laien repariert werden.

Ist Upcycling nachhaltig?

Upcycling ist auf jeden Fall nachhaltiger als ein Produkt wegzuwerfen – vorausgesetzt man hat für das hergestellte Produkt überhaupt Verwendung. Sollte man viele zusätzliche Materialien benötigen, um ein Produkt aufzuwerten, kann es aber sein, dass das Upcycling-Projekt weniger nachhaltig ist. Generell trägt Upcycling aber zu bewussterem und nachhaltigerem Konsum bei.

Mehr lesen über

Zur Startseite
Wir haben neue Nachrichten für Sie
Zur Startseite

Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen