Was guckst du? Die Filmtipps der Woche
Die neue Kinowoche bietet einen wahren Kessel Buntes. Da ist für jeden etwas dabei: eine Liebeserklärung an das Kino im Allgemeinen und die französische Nouvelle Vague im Besonderen, ein altmodischer Thriller in der Unterwelt von Brüssel, eine schräge Science-Fiction-Parodie und Christen, die sich in Ekstase tanzen. Die Neustarts im Überblick:
- „Nouvelle Vague“
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Jean-Luc Godard war 29, als er das Kino 1960 mit seinem Debüt „Außer Atem“ revolutionierte. Richard Linklater war ebenfalls 29, als er das 1990 mit „Slacker“ tat. Nun hat der eine Kultregisseur eine Hommage auf den anderen gedreht: eine liebevolle Nachstellung, wie der Klassiker mit Jean-Paul Belmondo entstand. Ein Film, den damals alle für misslungen hielten. Selbst Godard. „Nouvelle Vague“ ist aber noch viel mehr: eine Liebeserklärung ans Kino. Und an Filme, die nicht am Reißbrett entstehen.
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- „Der Tod wird kommen“
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Der Berliner Regisseur Christoph Hochhäusler gehört zu den prägenden Regisseuren der Berliner Schule und hat mit „Bis ans Ende der Nacht“ schon das Thriller-Genre geöffnet. Das tut er jetzt auch in diesem Film, der im fernen Brüssel spielt und von einem Kampf der Unterwelt erzählt, in der die Alten noch nicht gehen wollen und eine einsame Auftragskillerin (Sophie Verbeek) zwischen alle Fronten gerät. Visuell einer der besten Hochhäusler-Filme: ein konsequent inszeniertes, faszinierend sprödes Genreexperiment.
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- „Good Luck, Have Fun, Don‘t Die“
Wohin wird das führen, wenn die Leute nur noch in ihr Handy starren? Das malt „Fluch der Karibik“-Regisseur Gore Verbinski in dieser schrägen Science-Fiction-Parodie aus. Künftig wird eine KI die Welt ins Unglück stürzen, deshalb kommt ein Fremder (Sam Rockwell) aus der Zukunft, um die Menschheit zu retten. Nur will ihm dabei keiner helfen. Ein Genremix voller Witze und Seitenhiebe, die auf Dauer allerdings ermüden.
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- „Chronos“
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Über Jahrzehnte hat Dokumentarfilmer Volker Koepp immer wieder die Landschaft zwischen Weichsel und Wolga besucht und mit den Menschen dort gesprochen. Mit fast 82 bringt er nun seinen persönlichsten Film heraus, „Chronos“, in dem er noch mal mit guten alten Bekannten spricht, auch über die Traumata durch den Angriffskrieg auf die Ukraine. Und unterzieht gleichzeitig sein eigenes Lebenswerk einer äußerst kritischen Prüfung. 200 Minuten lang und doch nie langweilig.
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- „The Testament of Ann Lee“
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Die „Shaker“ waren eine christliche Gemeinschaft in London, die sich singend und tanzend in Ekstase brachte, nach Amerika auswanderte und keine Rassen- und Geschlechterunterschiede machte. Was sie dort jedoch nicht eben beliebt machte. Ein interessantes Biopic über ihre Anführerin Ann Lee, bravourös gespielt von Amanda Seyfried, und mit den Gesängen und Tänzen der Shaker erzählt wie ein Musical. Schräg, aber hochinteressant.
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- „Un poeta“
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Was treibt einen Künstler zu seiner Kunst? Für Óscar Restrepo (Ubeimar Rios) ist es das menschliche Leid. Davon hat der Ex-Poet ausreichend angesammelt, ein großer Künstler ist trotzdem nicht aus ihm geworden. Er muss sein Dasein als Lehrer fristen, und als er das Ausnahmetalent einer Schülerin entdeckt, will die sich so gar nicht von ihm fördern lassen. Was sein Selbstbild ins Wanken bringt. Poetisches Drama aus Kolumbien.
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Und das sagen die Filmkritiker:
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