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Theorieprüfung

Betrug bei der Führerscheinprüfung: NRW ist Schummel-Spitzenreiter

Düsseldorf. Knopf im Ohr und Mini-Kamera: Die Betrugsmaschen bei der theoretischen Führerscheinprüfung sind ausgeklügelt. Das fordert der TÜV.
Viele Prüflinge schummeln bei der Führerscheinprüfung mit technischen Hilfsmitteln wie Kopfhörern und Mini-Kameras. Die meisten Betrugsfälle zählt der TÜV in NRW (Symbolbild). © dpa | Sebastian Gollnow

In keinem anderen Bundesland wird bei der theoretischen Führerscheinprüfung so häufig geschummelt wie in NRW. Im vergangenen Jahr hat der TÜV-Verband 1378 Täuschungen gezählt. Am zweithäufigsten haben Prüflinge in Berlin betrogen (497 Mal), gefolgt von Bayern (449 Fälle).

Die Methoden sind ausgeklügelt: Prüflinge tragen versteckte Kopfhörer und Mini-Kameras und bekommen die Antworten souffliert oder schicken sogar eine andere Person zur Prüfung. 2025 zählte der TÜV deutschlandweit über 4200 Betrugsversuche. Die Zahl der Fälle ist in den vergangenen Jahren gewachsen: 2023 registrierte der TÜV 3800 Fälle, 2024 waren es knapp 4200 Täuschungen.

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„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert“, sagte Fani Zaneta vom TÜV-Verband. Die tatsächliche Zahl der Betrugsversuche sei wahrscheinlich noch höher, da viele Fälle nicht entdeckt werden.

Technische Hilfsmittel wie Ohrhörer oder versteckte Kameras spielten 2025 bei mehr als jedem dritten Betrugsversuch (36 Prozent) eine Rolle. Aber die Prüflinge schummelten auch analog: Sie schickten häufig eine andere Person vor, die die Prüfung an ihrer Stelle absolvieren sollte. Laut TÜV-Verband ist mittlerweile jeder zweite Betrugsversuch professionell organisiert.

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Doch auch der klassische Spickzettel ist noch beliebt: Ihn nutzten Führerschein-Anwärter in 44 Prozent der Betrugsfälle, die im vergangenen Jahr aufflogen. Am häufigsten wurde in der Pkw-Prüfung geschummelt: Der TÜV zählte 4052 Fälle.

Der TÜV-Verband warnt: „Organisierter Prüfungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt.“ Wer bei der Prüfung schummelt, der kennt möglicherweise die Verkehrsregeln nicht richtig: „Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, bringt sich und andere in Gefahr.” Deshalb fordert der Verband ein strengeres Vorgehen gegen organisierten Betrug. Prüflinge, die beim Schummeln erwischt werden, sollen bis zu neun Monate gesperrt werden, bis sie die nächste Prüfung ablegen können. (red/dpa)

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