Next Level Festival in Dortmund: „Computerspiele sind Kunst!“
Dortmund mausert sich mehr und mehr zu einem der wichtigsten Standorte für Medienkunst in Deutschland: Das beweist etwa der umtriebige Hartware MedienKunstVerein (HMKV), die Akademie für Theater und Digitalität als eigenständige Sparte und das „Next Level“-Festival, das vom 13. bis 16. November wieder in Dortmund gastiert.
Newsletter WochenDOsis: Jetzt anmelden
Newsletter WochenDOsis: Jetzt anmelden
Im Zentrum des Festivals stehen Computerspiele, deren gesellschaftliche Bedeutung mehr und mehr wächst. Das findet auch Kurator Lex Rütten: „Computerspiele ermöglichen uns eine interaktive Kunsterfahrung. Und viele Spieletitel behandeln gesellschaftlich relevante Themen, es geht um mehr als das bloße Spielen.“ Ein Beispiel dafür sei das mehrfach ausgezeichnete Spiel „The Darkest Files“, das auch in Dortmund ausprobiert werden darf: Als Staatsanwältin der 1950er-Jahre ermitteln die Spieler NS-Täter und konfrontieren sie mit Beweisen. Gaming ermögliche es, auch unangenehme oder sperrige Themen einem breiten Publikum nahe zu bringen, ist Rütten überzeugt. „Und es aktiviert das Gehirn mehr als Streaming oder Fernsehschauen, das ist erwiesen. Wir können alles ausprobieren im Gaming, in alle möglichen Rollen schlüpfen.“
Gaming Parcours, Medienkunst-Ausstellung und digitales Theater
Das „Next Level Festival“ fußt dabei auf drei Säulen: Neben einem interaktiven Gaming-Parcours, bei dem etwa 20 Arthouse-Spiele getestet werden können, gibt es Medienkunst zum Sehen und Fühlen sowie digitales Theater, das die reale mit der digitalen Welt vermischt: Aufsehen erregen dürfte die in London entstandene Eröffnungsprodutkion „Waluigi’s Purgatory“, die als Deutschland-Premiere zu sehen ist. Dabei verbindet die Live- Performance Gaming, Schauspiel, Musik und Interaktion miteinander.
Erzählt wird die Geschichte einer KI, die sich in einem Fegefeuer für KIs wiederfindet, die ihre Ausbildung nicht bestanden haben. Anhand einer fiktiven Geschichte untersucht das Werk die Widersprüche einer KI, die lernt, dass sie sich möglicherweise niemals mit ihren menschlichen Ausbildern anfreunden kann. Und das Publikum wird selbst zum Akteur, kann mit Hilfe der eigenen Smartphones die Geschichte mit steuern. „Mich hat am Theater immer gestört, dass ich nicht mittendrin bin: Im digitalen Theater hingegen verwischen diese Grenzen, kann das Publikum ganz anders mit einbezogen werden“, sagt Lex Rütten.
Lesen Sie auch
Hauptanliegen sei aber zunächst, überhaupt für Medienkunst zu begeistern. In Dortmund weiß das „Next Level“-Festival dabei viele Unterstützer hinter sich: So läuft das Festival an acht verschiedenen Orten, darunter im Dortmunder U und dem Schauspiel Dortmund. Das Künstlerhaus Dortmund verwandelt sich in ein Labor der digitalen Künste. Hier wird eine Medienkunstausstellung eröffnet, die direkt aus den Einflüssen von Gaming und Live Action Roleplay entstanden ist. Sowohl Studierende des Masterstudiengangs Szenische Forschung als auch Studierende der Folkwang Universität der Künste werden spielerische und erzählerische Arbeiten zeigen.
Das komplette Programm und alle Spielorte finden sich auch auf www.next-level.digital. Tagestickets für das Festival kosten 10€, das Kombiticket für sämtliche Tage 24€.
