Tödliche Gefahr E-Scooter: Zwei Männer in Dortmund und Holzwickede verunglückt
Sind E-Scooter lebensgefährlich? Gleich zwei Menschen sind in dieser Woche in Dortmund und der näheren Umgebung bei einem Unfall mit einem Elektro-Roller tödlich verunglückt. Auch der 63-Jährige, der in der Nacht zu Sonntag in der Nordstadt gestürzt war, ist seinen Verletzungen erlegen.
„WochenDOsis“: So heißt unser Newsletter aus Dortmund und für Dortmund. Jeden Mittwochmorgen um 6 Uhr verschickt das Team der WAZ Dortmund eine fein abgestimmte Story-Mischung direkt ins E-Mail-Postfach – hintergründig, informativ, unterhaltsam. Hier geht‘s zur kostenlosen Anmeldung.
Newsletter WochenDOsis: Jetzt anmelden
Newsletter WochenDOsis: Jetzt anmelden
Der 63-jährige Amerikaner und sein Begleiter aus den Niederlanden (56) waren um kurz nach Mitternacht mit E-Scootern auf der Heiligegartenstraße in Richtung Westen unterwegs. Der 63-Jährige fuhr dabei durch ein Schlagloch und verlor die Kontrolle, so berichtet es die Polizei. Er kollidierte mit einem geparkten Auto und fiel zu Boden. Bei dem Sturz verletzte sich der Mann so schwer, dass er noch vor Ort reanimiert werden musste. Anschließend wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo er aber am Montag verstarb.
Scooter-Fahrer in Dortmund hatte wohl Alkohol getrunken
Beinahe zur gleichen Zeit ereignete sich ein weiterer E-Scooter-Unfall in Holzwickede. Ein 20-Jähriger war dort in einer 30er-Zone mit dem Roller unterwegs. Auf einer Kreuzung stieß er mit einem SUV zusammen. Der Scooter wurde unter dem Auto verkeilt und einige Meter mitgeschleift, der 20-Jährige stürzte und verletzte sich lebensgefährlich. Er wurde ebenfalls reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht, wo er am Montagmorgen starb.
Bei beiden Unfällen waren offenbar Drogen im Spiel: Wie die Polizei berichtet, soll der Autofahrer in Holzwickede unter dem Einfluss von Cannabis gestanden haben. Dem 20-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen. Bei dem Unfall in der Dortmunder Nordstadt war der 63-jährige E-Scooter-Fahrer anscheinend unter Alkoholeinfluss unterwegs. Dieser Verdacht habe sich bei der Unfallaufnahme ergeben, so die Polizei.
Landesweit haben die Unfälle mit E‑Scootern deutlich zugenommen
Beide Unfälle passen zu den Zahlen der Unfallstatistik, die die Polizei Dortmund erst in der vergangenen Woche veröffentlicht hat: Sie verzeichnet im letzten Jahr einen deutlichen Anstieg (+32,5 Prozent) bei verunglückten „schwachen Verkehrsteilnehmern“, dazu gehören Fußgänger, Fahrrad-, aber auch E-Scooter-Fahrer.
Auch landesweit haben die Unfälle mit E‑Scootern deutlich zugenommen. 2025 sind laut Unfallstatistik rund 3900 Menschen mit einem E‑Scooter verunglückt – getötet oder verletzt –, ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 96 Prozent der polizeilich erfassten E‑Scooter‑Unfälle wurden Menschen verletzt. In etwa der Hälfte der Fälle habe die Hauptursache für den Unfall beim E‑Scooter‑Fahrer, in der anderen Hälfte beim anderen Verkehrsteilnehmer gelegen.
Immer mehr Verkehrsteilnehmer sind berauscht
Weitere Ursache für die steigenden Zahlen: Wie Jolanta Bialas, Leiterin der Direktion Verkehr bei der Polizei Dortmund, erklärt, würden zudem immer mehr Verkehrsteilnehmer berauscht mit dem Auto fahren. Entweder unter Alkoholeinfluss, aber auch immer mehr unter Drogeneinfluss: meist Cannabis, doch auch verstärkt Mischkonsum. Mit erschreckenden Folgen: Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr allein im Bereich Dortmund und Lünen 325 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss und 154 unter dem Einfluss berauschender Mittel.
+++ WochenDOsis – hier der WAZ Dortmund auf Facebook, Instagram und TikTok folgen +++
Die Polizei weist im Zusammenhang mit dem Unfall in der Nordstadt daher auch noch einmal darauf hin, dass E-Scooter verkehrsrechtlich Kraftfahrzeuge sind, für die die gleichen Promillegrenzen wie für Autos gelten: Wer einen E-Scooter unter Alkoholeinfluss führt, begeht ab 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit. Ab 1,1 Promille gilt man rechtlich als absolut fahruntauglich und macht sich damit strafbar.
