Großer Gift-Einsatz in Dortmund: Drei Arbeiter durch Natriumcyanid verletzt
Bei Abriss-Arbeiten auf einem Firmengelände an der Grenze zwischen Hörde und Berghofen in Dortmund sind mehrere Menschen mit dem hochgiftigen Stoff Natriumcyanid in Kontakt gekommen. Drei Arbeiter wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
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Am Montagnachmittag gegen 16 Uhr wurde die Feuerwehr an die Berghofer Straße alarmiert, weil dort bei Arbeiten in einer Halle fünf Fässer mit gefährlichen Chemikalien gefunden worden waren. Aus einem davon war Natriumcyanid ausgetreten. Natriumcyanid ist das Salz der Blausäure, das in der Industrie verwendet wird. Es ist sehr gut wasserlöslich und bildet bei Kontakt mit Feuchtigkeit das tödliche Gas Cyanwasserstoff, welches bei Verschlucken, Einatmen oder Hautkontakt lebensgefährlich sein kann.
Unfallursache wird noch ermittelt
Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Arbeiter mit dem Stoff in Berührung gekommen waren, wurde neben der ABC-Gefahrenabwehr auch noch die Spezialeinheit Dekontamination alarmiert. Die Kleidung der elf Personen, die sich in der Halle aufgehalten hatten, wurde grob gereinigt und sicher verpackt. Drei wurden vorsorglich in die Klinik gebracht, die anderen blieben unverletzt. Wie es den Patienten geht, ist derzeit nicht bekannt.
Mehr als 120 Kräfte von mehreren Wachen der Berufsfeuerwehr, diverser Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr und des Rettungsdienstes waren im Einsatz. Erst nach drei Stunden waren die Maßnahmen der Feuerwehr beendet und die Einsatzstelle konnte an die Polizei übergeben werden. Sie wird Anzeigen stellen, es geht um Körperverletzung und illegale Entsorgung von Gefahrstoffen.
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Wie es genau zu dem Unfall gekommen ist, wird nun von den zuständigen Arbeitsschutzbehörden untersucht. Während der gesamten Einsatzzeit waren die Berghofer Straße und die Hörder Phönixseeallee in beide Richtungen gesperrt.
