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Neubau

Neues Sparkassen-Hochhaus als Push für die Kampstraße

Dortmund. Die Sparkasse denkt beim Neubau ihres Hochhauses am Freistuhl groß. Der Architektenwettbewerb läuft – bald soll es eine Entscheidung geben.
Von Katrin Figge, Online-Redakteurin
Die Sparkasse Dortmund will Hochhaus und Kundenhalle abreißen und durch Neubauten ersetzen. © FUNKE Medien NRW | Katrin Figge

Die Sparkasse denkt bei ihrem Neubauprojekt am Freistuhl groß – und das freut OB Alexander Kalouti (CDU): „Sie dürfen sich den Oberbürgermeister von Dortmund heute als glücklichen Menschen vorstellen: Das wird ein hervorragender Bau – und die Sparkasse zahlt alles!“ Lachen bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Projektes, für das heute der Architektenwettbewerb startet.

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Aber falsch ist Kaloutis Gedanke sicher nicht: Die Sparkasse investiert Millionen in einen Neubau, der die Kampstraße nicht nur aufwerten, sondern vermutlich auch ihre seit Jahren stockende Entwicklung beschleunigen wird. Klar, dass die Stadt darüber glücklich ist. Schon deshalb dürfte sie die Sparkasse in ihren Plänen unterstützen, mit (hoffentlich) schnellen Baugenehmigungen und Planungshilfe. „Wir müssen wieder mehr Leben in die Innenstadt bringen“, ist sich OB Kalouti sicher. Der Sparkassen-Neubau sei genau das richtige Projekt zur genau richtigen Zeit.

„Wir sind Teil des Innenstadt-Problems“

„Unser Neubau soll etwas werden, worauf die ganze Stadt stolz sein kann – nicht nur die Sparkasse“, ist Sparkassen-Chef Dirk Schaufelberger überzeugt. Er weiß um die Bedeutung von Architektur im Stadtraum: „Wir sind Teil des Innenstadt-Problems: Außerhalb der Öffnungszeiten ist hier komplett tote Hose.“ Der Neubau wäre offen – auch nach Kassenschluss, mit Hotel, Gastronomie, Ladenzeile und Büros. Diverse Interessenten gebe es schon.

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Am Dienstag hat das Projekt „Sparkassen-Neubau“ die nächste Stufe gezündet – jetzt läuft der Architektenwettbewerb. Elf Büros aus ganz Europa (darunter auch Gerber und SHA aus Dortmund) sind eingeladen, einen Entwurf für die neuen Bauten auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Grundstück einzureichen. Optik? Fassaden? Gestaltung? Verbindungen in den öffentlichen Stadtraum? Alles ist offen. Auch die Höhe des neuen Hochhauses ist den Architekturbüros überlassen. Ein Überbietungswettkampf mit dem RWE-Tower gegenüber solle es zwar nicht werden, betont Schaufelberger. Aber genauso hoch wie der Nachbar könne der neue Banken-Turm trotzdem werden.

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Nötig sei der Neubau aus mehreren Gründen, erklärt der Sparkassen-Chef. „Neben energetischen und strukturellen Problemen haben wie auch statische Probleme.“ In der Tiefgarage etwa. Dazu kommen Sorgen wegen Asbest. Schon beim ersten Gutachten sei klar geworden: Ein Neubau ist deutlich wirtschaftlicher als die Sanierung des alten Kastens. Kein Wunder, denn die Gebäude sind aus den 60ern, und vor 60 Jahren waren nicht nur die Energiekosten andere, sondern auch die Arbeitsweisen. Kaum Großraumbüros, mehr Flure, viel ungenutzte Fläche auf den Etagen, mehr Aufzüge, Treppen, weniger Brandschutz.

Klimaneutralität ist im Altbau nicht zu schaffen

Dazu kommt die Nachhaltigkeit: Energiesparen ist wichtiger denn je – aus Kosten- und Umweltgründen. „Wir haben uns selbst dazu verpflichtet, bis 2035 klimaneutral zu sein, indem wir unseren Gebäudebestand aktualisieren“, so Schaufelberger. Mit einem Altbau, saniert oder nicht, schaffe man das nicht.

Die Sparkasse Dortmund will Hochhaus und Kundenhalle abreißen und durch Neubauten ersetzen. © FUNKE Medien NRW | Katrin Figge

Außerdem braucht die Sparkasse heute erheblich weniger Platz als noch in den 60ern. 9000 der jetzt 26.000 Quadratmeter sind überflüssig. „Wir haben deutliche Leerkapazitäten, könne aber keine Fremdnutzung zuführen, weil wir als Sparkasse bestimmte sicherheitstechnische Voraussetzungen erfüllen müssen.“ Heißt: viel Leerstand, aber keine Chance, ihn zu füllen.

Neubau bekommt doppelt so viel Fläche wie jetzt

Das soll im Neubau anders werden. Mit rund 60.000 Quadratmeter soll er zwar erheblich größer werden, aber die Sparkasse nutzt nur einen kleinen Teil davon. Der Rest wird vermietet. Mietanfragen gebe es schon genug, meint Sparkassen-Chef Schaufelberger. Und seiner Kundschaft versichert er: Das ist kein Luxus-Projekt, sondern eine Notwendigkeit. Allein die energetischen Einsparungen seien erheblich.

Bis der Neubau steht dauert es allerdings noch. Im November soll der Architekturentwurf stehen, Baustart könnte 2028 sein – Fertigstellung dann 2031. Frühestens.

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