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Duisburg

21 Spitze gerettet: Tierheim sucht für verängstigte Rassehunde ein Zuhause

Duisburg. 21 Hunde sind in Duisburg aus schlechter Haltung befreit worden. Für drei von ihnen könnte es trotz Tierhalteverbot doch zurück zum Halter gehen.
Von Jory Aranda, Redakteur
Nach einer Sicherstellung sind 21 Spitze im Tierheim in Duisburg untergekommen. Jetzt werden für die Hunde neue Halter gesucht. © Tierheim Duisburg

Das Tierheim in Duisburg steht schon wieder vor einer Herausforderung: Aus einer Sicherstellung des Veterinäramtes sind plötzlich 21 Spitze in die Einrichtung an der Lehmstraße in Neuenkamp gekommen. Die Hunde wurden illegal vermehrt und tierschutzwidrig gehalten, berichtet das Tierheim in sozialen Netzwerken.

Ende März haben die Behörden die Hunde in Duisburg beschlagnahmt. „Der Halter war den Ämtern bekannt und in der Vergangenheit gab es schon illegale Vermehrungen“, erklärt Anna Koltermann, die im Tierheim in Duisburg für die Hunde zuständig ist. Die Vierbeiner seien nicht in einer Wohnung gehalten worden, vielmehr in einem Betrieb, schildert die Hundetrainerin. Es habe keinen Familienanschluss gegeben.

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Hunde aus schlechter Haltung: Tierheim muss Tiere sozialisieren

„Kein einziger Hund war in einem guten Pflegezustand und es gab einige mit medizinischen Auffälligkeiten“, erklärt das Tierheim. Bei sieben Hunden habe es akuten Behandlungsbedarf gegeben, so Koltermann. Ein Rüde musste sofort notoperiert werden. Das Tier hatte einen Abszess. Mehrere Hunde haben Zahnfehlstellungen. „Die Hunde sind überernährt.“

Viele der Tiere müssen im Tierheim jetzt erst einmal an ein normales Hundeleben herangeführt werden. Das Fell der Spitze war verfilzt, regelmäßige Pflege habe es nicht gegeben. „Die Hunde kennen es nicht, an der Leine zu laufen“, sagt Koltermann. Den Grundkommandos folgen sie ebenfalls nicht.

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Viele der Tiere wirken, als hätten sie in der Vergangenheit nur wenig kennengelernt, schildert Koltermann. Sie scheuen vor Neuem zurück, einige verfallen im Kontakt mit Menschen regelrecht in eine Schockstarre, andere wehren sich deutlich. Manche der sensiblen Hunde lassen sich inzwischen anfassen und streicheln, sagt die Hundetrainerin zu ersten kleinen Schritten.

Hunde aus Tierheim: Fünf Spitze noch ohne Interessenten

Unter den sichergestellten Tieren war auch eine Hündin, die gerade Welpen bekommen hatte, eine weitere wird zeitnah Nachwuchs zur Welt bringen. Am Tag der Sicherstellung hatte der Halter drei Welpen versteckt, berichtet Koltermann. Sie waren zu diesem Zeitpunkt erst etwa drei Wochen alt. Diese Jungtiere brachte er später freiwillig ins Tierheim, erzählt sie.

Der öffentliche Aufruf des Tierheims hat inzwischen große Aufmerksamkeit erzeugt und fast 300.000 Nutzer auf Instagram erreicht. Für mehrere der Spitze gibt es aussichtsreiche Bewerber, zwei Hunde sind aktuell zum Probeschlafen bei ihren potenziellen neuen Haltern, erklärt Koltermann der Redaktion. Fünf Tiere haben allerdings noch keine Interessenten.

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Gesucht werden hundeerfahrene Menschen mit viel Geduld, die den unsicheren Hunden zugleich einen klaren Rahmen geben können. Gerade weil die Tiere schreckhaft auf Umgebungsgeräusche reagieren, wünscht sich das Tierheim für sie ein eher ruhiges Zuhause, gerne zu vorhandenen Hunden, von denen sie lernen können. „Es sind keine geeigneten Ersthunde“, betont Koltermann.

Nicht alle Hunde dürfen jetzt schon vermittelt werden

Nur 18 der 21 Hunde dürfen aktuell ein neues Zuhause finden, denn der Halter hat der Vermittlung von drei Tieren nicht zugestimmt. Zwar hat das Veterinäramt laut Auskunft des Tierheims ein Tierhalteverbot gegen ihn ausgesprochen, doch rechtlich ist es möglich, dass er die drei Tiere zurückbekommt.

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Er könnte gegen die Sicherstellung vorgehen und darlegen, dass sich die Haltungsbedingungen geändert haben. Ein solches Verfahren kann sich über mehrere Instanzen und somit Jahre hinziehen. Für die betroffenen Hunde ist diese unklare Situation sehr ungünstig, erklärt Koltermann. Ohne Freigabe ist eine Vermittlung durch das Tierheim, das in der Zeit als Verwahrstelle gilt, nicht möglich.

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Für das Tierheim bedeutet der Fall zudem eine erhebliche finanzielle Belastung. Die medizinischen Kosten für Behandlungen, Operationen und Nachsorge der Hunde sind hoch. Das Tierheim ist daher auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Von den Behörden wurden zudem weitere Hunde beschlagnahmt, die in andere Tierheime gekommen sind.

Interesse an einem der Hunde

Wer sich für einen der Spitze interessiert, sendet bitte einen ausgefüllten Interessenten-Fragebogen, der auf www.tierheimduisburg.de als Download zur Verfügung steht, an das Tierheim per Mail an info@duisburger-tierheim.de.

Danach nimmt das Team Kontakt auf, um den weiteren Ablauf zu besprechen. Weitere Informationen gibt es per Mail oder montags bis sonntags telefonisch von 10 bis 16 Uhr unter 0203 93 55 090.

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