Kulleraugen, Knickohren, Qualzucht: Scottish-Fold-Katze Rogsana sucht ein Zuhause
Im Katzenhaus des Essener Albert-Schweitzer-Tierheims sitzt Rogsana auf ihrem Kratzbrett und blickt neugierig in die Kamera. Die graue Katzendame mit den runden Augen und den nach vorne geklappten Ohren erfüllt perfekt das „Kindchenschema“, sagt Katzenpflegerin Tina Pawlitschko. Und genau das sei ihr Problem: Rogsana ist eine Scottish-Fold-Katze. Diese Rasse fänden viele Menschen niedlich, meint Pawlitschko. Doch diese Rasse gilt als Qualzucht.
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Noch gehe es Rogsana gut: Aktuell habe sie keine gesundheitlichen Beschwerden. Doch bei dieser Rasse treten fast immer Gelenkprobleme mit Verwachsungen und knöchernen Wucherungen auf, die zu Dauerschmerzen führen können.
Scottish-Fold-Katzen leiden oft an Schmerzen
Viele dieser Katzen benötigen irgendwann Medikamente, manche sogar monatliche Spritzen gegen die Schmerzen. „Irgendwann können die vor lauter Schmerzen nicht mehr“, so Pawlitschko. Ihrer Erfahrung nach entwickeln quasi alle Scottish-Fold-Katzen früher oder später solche Probleme. „Gerade bei den ‚Scotten‘ ist es wahnsinnig wichtig, dass sie schlank bleiben“, betont Pawlitschko. Rogsana ist nicht extrem übergewichtig, sollte aber „definitiv ein bisschen abspecken.“
Vom Wesen her sei Rogsana eine freundliche Katze, aber mit klaren Vorstellungen. „Sie sucht sich ihren Menschen aus, typisch Katze“, sagt die Katzenpflegerin lachend. Rogsana genießt gerne Aufmerksamkeit, wenn sie sich sicher fühlt: Sie posiert gerne, gibt Pfötchen und weiß genau, wie man bettelt, wenn Leckerchen im Spiel sind.
Katze Rogsana braucht ein Zuhause ohne Kinder
Rogsana sei eine „Einzelprinzessin“ und sollte daher nicht in Haushalten mit Kinder leben. Ihren Raum im Katzenhaus teilt sich Rogsana mit einem weiteren Mitbewohner. Die beiden verbinde jedoch eher eine Zweckgemeinschaft: Sie hätten jeweils ihren festen Platz, wirklich „grün“ seien sie sich nicht, sagt Pawlitschko.
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Viele Menschen würden sich vom „Niedlichkeitsfaktor“ der Scottish Folds blenden lassen: Die abgeklappten Ohren und das runde Gesicht erinnere an ein Katzenbaby, ähnlich wie bei den Hunden Mops und Bulldogge. „Da vergisst man dann alles oder informiert sich nicht, oder es ist einem egal, weil man denkt: Wird schon gehen“, sagt Pawlitschko. Und genau das sei falsch. Die Katzenpflegerin hofft, dass sich nun jemand findet, der Rogsana nicht nur süß findet, sondern bereit ist, Verantwortung für eine Qualzucht-Katze zu übernehmen.
Albert-Schweitzer-Tierheim Essen
Wer Rogsana kennenlernen und ihr gerne ein neues Zuhause schenken möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0201 837 23 50 oder per Mail an info@tierheim-essen.de im Tierheim melden.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr und Samstag von 11 bis 14 Uhr. Sonntag und Montag ist das Tierheim geschlossen.
Adresse: Grillostraße 24 im Essener Nordviertel
Weitere Informationen: www.tierheim-essen.de
