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Historischer Sonderzug rollt durchs Ruhrgebiet – seltene Strecken öffnen sich

Oberhausen. Ein Sonderzug öffnet im Juni Bahnwege, die kaum jemand sieht. Die Fahrt führt durch Häfen, über Rheinbrücken und entlang verborgener Gütertrassen.
Bespannt wird der Zug für die historische Sonderzugfahrt „Montan Express 3 von zwei historischen Diesellokomotiven, der Baureihe V160 002 (im Bild) sowie der 212 079-8, die einst das Bild der Deutschen Bundesbahn auch im Ruhrgebiet prägten. © Eisenbahn-Nostalgiefahrten Bebra e. V. | Eisenbahn-Nostalgiefahrten Bebra e. V.

Der „Montan Express 3“ bringt am Samstag, 6. Juni 2026, Bahn-Nostalgie ins Ruhrgebiet. Der Verein „Eisenbahn-Nostalgiefahrten Bebra“ plant eine Rundfahrt über Strecken, die seit Jahren im Schatten liegen. Viele dieser Gleise tragen sonst nur Güterzüge. „Für Besucher öffnet sich damit ein Blick in die verborgene Infrastruktur des Reviers“, wirbt der Veranstalter für diese Zugfahrt.

Der Zug startet morgens in Millingen (Rheinberg). Weitere Zustiege liegen in Moers, Rheinhausen, Duisburg und Oberhausen. Danach taucht die Fahrt in Bereiche ein, die im Alltag verschlossen bleiben. Der Zug rollt durch die Hafenanlagen in Duisburg und Mülheim. Er überquert den Rhein zweimal – über die Hochfelder Eisenbahnbrücke und die Haus-Knipp-Brücke. Die Route führt weiter über die Angertalbahn bis nach Flandersbach. Sie zählt zu den ältesten Güterstrecken der Region und liegt abseits des modernen Personenverkehrs.

Sie prägten das Gesicht der Bundesbahn

Zwei historische Dieselloks ziehen den Zug: die V 160 002 und die 212 079-8. Beide prägten das Gesicht der Bundesbahn im westdeutschen Nachkriegszeitalter. Dahinter hängen Umbauwagen aus den 1950er und 1960er Jahren. Holzverkleidungen, alte Sitze, Klappfenster – viele Besucher fühlen sich in eine andere Epoche versetzt.

Der Verein finanziert sich durch ehrenamtliche Arbeit. Überschüsse fließen in den Erhalt der Loks und Wagen. Die Mitglieder planen jede Sonderfahrt über Monate. Sie stimmen die Route mit mehreren Bahnbetreibern ab. Viele Strecken lassen sich nur selten für den Personenverkehr öffnen. Die Fahrt durch die Häfen zählt zu den schwierigsten Abschnitten. Nur wenige Züge dürfen diese Anlagen passieren.

Für Nostalgieflair sorgen Umbauwagen der 1. und 2. Klasse aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Angeführt wird der Zug von zwei historischen Diesellokomotiven, der Baureihe V160 002 sowie der 212 079-8 (im Bild), die einst das Bild der Bundesbahn auch im Ruhrgebiet prägten. © Eisenbahn-Nostalgiefahrten Bebra e. V. | Eisenbahn-Nostalgiefahrten Bebra e. V.

Besonders die Rheinquerungen ziehen die Eisenbahnfans an, denn beide Brücken bieten einen weiten Blick über das Industriepanorama. Auch Familien entdecken das Thema für sich. Die Mischung aus Industriekultur, Technikgeschichte und ungewöhnlicher Landschaft fasziniert viele Besucher.

Die letzten Rundfahrten waren schnell ausverkauft

Die Veranstalter rechnen mit starkem Interesse. Die letzten Rundfahrten verkauften sich schnell. Der „Montan Express 3“ folgt nun der Tradition früherer Touren. Jede Fahrt führt zu neuen Abschnitten, die der Verein in Abstimmung mit den Betreibern freigibt.

Wer mitfahren möchte, bucht Tickets ab 69 Euro. Kinder zahlen 20 Euro weniger. Informationen stehen online unter www.eisenbahn-nostalgiefahrten-bebra.de/montan-express oder telefonisch bei Paul Verhaaren unter 0175-7112200.

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Der Verein hofft, mit der Rundfahrt weitere Unterstützer zu gewinnen. Jede Fahrt zeigt, wie viel Technikgeschichte im Revier steckt. Viele Gleise tragen Spuren des Bergbaus, der Stahlproduktion und der alten Logistikwege. Der „Montan Express 3“ legt diese Orte offen – für einen Tag und für alle, die einsteigen.

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