Der Weg zur Bank wird länger: So ist die Lage für die Velberter
Die Tür ist zu, die Schilder abmontiert: Mit der Schließung der Filiale der Santander Bank an der Grünstraße ist in Velbert ein weiterer Ansprechpartner vor Ort verschwunden. Wer weiterhin persönliche Beratung möchte, muss nun nach Mettmann fahren, mehr als zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Für viele Kundinnen und Kunden, vor allem ältere oder weniger mobile Menschen, ist das ein spürbarer Einschnitt.
Die Entwicklung zeigt einen Trend, der sich seit Jahren abzeichnet: Bankfilialen werden weniger, Beratung verlagert sich zunehmend ins Digitale. Doch wie sieht das konkret in Velbert aus? Ein Überblick über Standorte, Leistungen und Kosten.
Velbert-Mitte bleibt gut versorgt
In Velbert-Mitte ist die Auswahl an Banken weiterhin vergleichsweise groß. Filialen mit persönlicher Beratung betreiben hier unter anderem die Deutsche Bank (Nedderstraße 15), die Commerzbank (Poststraße 5), die Postbank (Poststraße 17), die Targobank (Friedrichstraße 208) sowie die National-Bank (Noldestraße 3).
Beratung hat ihren Preis
Alle Institute bieten vor Ort persönliche Beratung und SB-Service an, allerdings zu unterschiedlichen Bedingungen. Bei den Kontoführungsgebühren zeigt sich eine klare Spanne: Ein Girokonto kostet bei der Deutschen Bank rund 6,90 Euro im Monat, bei der Commerzbank je nach Modell zwischen 4,90 und 12,90 Euro.
Auch bei der Postbank liegen die Preise meist im Bereich von etwa fünf bis sieben Euro monatlich. Die Targobank gehört zu den günstigeren Anbietern, hier sind Konten ab 0 Euro möglich, in der Praxis liegen sie häufig bei bis zu 3,90 Euro. Die National-Bank bewegt sich mit ihren Kontomodellen im Bereich von etwa sechs bis neun Euro monatlich.
Damit wird deutlich: Wer persönliche Beratung nutzt, zahlt in der Regel mehrere Euro im Monat – kostenlose Konten sind mehrheitlich an Bedingungen geknüpft oder auf reine Online-Nutzung ausgelegt.
Unterschiedliche Öffnungszeiten
Auch bei den Öffnungszeiten gibt es Unterschiede, ein Muster ist jedoch erkennbar. Die meisten Filialen öffnen werktags vormittags zwischen 9 und 13 Uhr. Nachmittagszeiten werden häufig nur an einzelnen Tagen angeboten. So hat die Deutsche Bank zusätzlich montags und dienstags bis 16 Uhr sowie donnerstags bis 18 Uhr geöffnet. Die Commerzbank bietet an mehreren Tagen Nachmittagszeiten bis 16 oder 18 Uhr an, während die Targobank nur an zwei Tagen pro Woche auch am Nachmittag geöffnet ist. Die Postbank kombiniert an mehreren Tagen Vor- und Nachmittagsöffnungen.
Ein Vorteil für Kunden in der Innenstadt: Die Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank gehören zur sogenannten Cash Group. Damit ist das kostenlose Geldabheben auch an Automaten der jeweils anderen Bank möglich.
Stadtteile: Weniger Auswahl und oft nur eingeschränkte Beratung
Anders sieht es außerhalb der Innenstadt aus. In Neviges und Langenberg ist das Angebot deutlich begrenzter.
Eine zentrale Rolle spielt hier die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert. Neben der Hauptstelle an der Friedrichstraße 181 in Velbert-Mitte betreibt sie weitere Filialen mit Beratung in Velbert, Neviges und Langenberg sowie zusätzliche SB-Standorte unter anderem in Nierenhof und Tönisheide.
„Wir halten an unseren Filialen fest und wollen für die Menschen vor Ort erreichbar bleiben“, sagt Pressesprecher Holger Kleine. Gerade bei wichtigen Finanzentscheidungen sei persönliche Beratung weiterhin gefragt. „Viele Kundinnen und Kunden möchten eine Einschätzung von einem Menschen, nicht nur digitale Angebote nutzen.“
Auch jüngere Kunden würden gezielt das Gespräch suchen. Digitale Angebote seien zwar wichtig, könnten das persönliche Gespräch aber nicht ersetzen. Holger Kleine fasst es kurz zusammen: „Wir sind und bleiben vor Ort.“
Beim Preis zeigt sich auch hier: Filialservice kostet. Ein Girokonto liegt je nach Modell bei 10,50 Euro im Monat, für junge Kunden ist es kostenfrei.
Wir sind und bleiben vor Ort.
Holger Kleine, Pressesprecher der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert
Volksbanken
In Langenberg gibt es darüber hinaus noch die Volksbank Sprockhövel (Kamper Straße 33). Sie bietet persönliche Beratung, allerdings nur an zwei Tagen in der Woche. Das Girokonto kann hier bis zu 14,50 Euro im Monat kosten.
In Velbert-Mitte ist zusätzlich die Volksbank im Bergischen Land (Oststraße 1) vertreten. Weitere Standorte in den Stadtbezirken gibt es nicht mehr, ein früherer Standort in Neviges wurde zuletzt nur noch als SB-Filiale betrieben. Gleichzeitig betont die Volksbank die Bedeutung der persönlichen Beratung.
„Die persönliche Beratung bleibt für uns zentral“, sagt Kristina Hellwig, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Auch wenn „viele alltägliche Bankgeschäfte inzwischen digital oder telefonisch abgewickelt werden.“ Hier liegt ein Girokonto je nach Modell bei etwa sieben bis zwölf Euro im Monat.
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Bankberatung wird zur Standortfrage
Der Überblick zeigt deutlich: Bankleistungen sind in Velbert weiterhin verfügbar, aber nicht gleichmäßig verteilt. In Velbert-Mitte bleibt die Auswahl groß, in den Stadtbezirken hingegen wird persönliche Beratung seltener und teilweise auf wenige Tage beschränkt.
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Die Schließung der Santander-Filiale macht diese Entwicklung besonders sichtbar. Für viele Kunden bedeutet das vor allem eines: längere Wege, weniger Auswahl und eine Banklandschaft, die sich weiterentwickelt.
