Nach Treppeneinsturz in Witten: Kripo prüft möglichen Straftatbestand
Wie konnte es zu dem Treppeneinsturz im Ärzte- und Geschäftshaus in Witten kommen? Nachdem die Gefahr gebannt, die verbliebenen Treppenläufe gesichert und die Ardeystraße wieder freigegeben wurde, ist das die Frage, die nun am meisten beschäftigt. Unter anderem auch die Kriminalpolizei.
Witten-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Witten-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Die hatte das Gebäude polizeilich beschlagnahmt und Ermittlungen aufgenommen. Geprüft wird ein möglicher Straftatbestand der Baugefährdung. Kurz nach Beginn der Ermittlungen hatte es darauf bisher keine Hinweise gegeben, so Polizeisprecher Jens Artschwager. Am Freitag (20. März) war die Kripo dann nach eigenen Angaben mit einem Gutachter vor Ort, um die Bausubstanz zu prüfen.
Nach Treppeneinsturz: THW Witten erneut im Einsatz
Technisch unterstützt wurde sie dabei vom Technischen Hilfswerk (THW) Witten. Neun Ehrenamtliche leisteten der Kripo und dem Sachverständigen ab acht Uhr morgens Amtshilfe. Was das unter anderem beinhaltet, ist auf einem Bild des THW zu erkennen. Dort wird in ein Stück Beton – mutmaßlich eine Treppenstufe – gebohrt. Die Treppen in dem Gebäude bestehen laut THW aus Stahlbetonfertigteilen.
Den Hintergrund erklärt der Ortsbeauftragte des THW Witten, Holger Hohage. Demnach werden solche Kernbohrungen gemacht, um Beton zu prüfen – zum Beispiel auf seine Festigkeit oder Zugfähigkeit.
Bochumer Firma fertigt extra Kernbohr-Krone an
Zuvor stand die Truppe allerdings vor einem Problem: Die Kernbohr-Krone – eine Art zylindrischer Bohrkopf – brauchte einen bestimmten, genormten Innendurchmesser. Eine solche Krone war schlicht nicht vorhanden und hätte laut THW auch „nicht eben so“ gekauft werden können.
Daraufhin ließ eine Bochumer Firma Hohage zufolge „alles stehen und liegen“, um eine entsprechende Krone anzufertigen – die dann in unter einer Stunde fertig war. „Als wir sie abgeholt haben, war sie noch warm von der Fertigung.“ Der Bochumer Firma spricht Hohage einen „besonderen Dank“ aus.
- Treppe in Wittener City eingestürzt: Feuerwehr rettet Menschen mit Drehleiter
- Treppenhaus in Witten eingestürzt: Experte schätzt Unfallhergang ein
- Treppe in Witten eingestürzt: Das müssen Patienten und Klienten jetzt wissen
- Treppenabsturz in Witten: THW bannt Einsturzgefahr des Gebäudes
- Treppeneinsturz in Witten: Stadt stellt klare Forderung an Eigentümer
- Nach Treppenabsturz: DRK-Autismus-Zentrum in Witten ruft um Hilfe
- Schock nach Treppeneinsturz: „Man konnte die Vibrationen spüren.“
Auf Facebook berichtet das THW von weiteren Arbeiten aus dem Einsatz. So haben die Ehrenamtlichen unter anderem „Trümmer und Schutt von der Treppe entfernt“ und Stahlbetonteile mit einem Spreizer verschoben. Zudem wurden sogenannte Bewehrungen freigestemmt oder geschnitten. Das sind etwa Stahlstäbe oder -matten, die Betonbauteile verstärken.
Ermittlungen nach Treppeneinsturz: Das ist zuvor geschehen
Bei dem Treppeneinsturz am 11. März an der Ardeystraße in Witten war wie durch ein Wunder niemand verletzt worden. 36 Personen, die sich noch in dem Gebäude aufgehalten hatten, konnten durch eine Drehleiter in Sicherheit gebracht werden. Zu den Mietern des Hauses zählen unter anderem Ärzte und das Autismus-Therapiezentrum des Deutschen Roten Kreuzes. Sie können das Gebäude bis auf weiteres nicht nutzen.
