Ein Jahr nach Entführung aus Wittener Tierheim: So geht es Thyson heute
Es war der Morgen an Karfreitag, als Mitarbeitende des Wittener Tierheims den Einbruch vor einem Jahr entdeckten. Wo ist Thyson? Der American Staffordshire Terrier war in der Nacht aus seinem Zwinger an der Wetterstraße entführt worden.
Das Ordnungsamt hatte den Hund zuvor beschlagnahmt, weil der Besitzer ihn illegal gehalten hatte. Schnell geriet der Mann unter Verdacht, sich das Tier zurückgeholt zu haben. Die Polizei stellte die Ermittlungen dann aber ein – die Ermittlungsansätze seien ausgeschöpft, hieß es damals. Wochenlang fehlte von Thyson jede Spur, bis ihn dieselben Mitarbeiter des Ordnungsamtes zufällig zusammen mit seinem vorherigen Besitzer entdeckten.
Thyson lebt glücklich bei erfahrenen Haltern außerhalb von Witten
Seit vergangenem Herbst hat Thyson nun ein neues Zuhause gefunden. Wiebke Blomberg, die erste Vorsitzende des Tierheims Witten/Wetter/Herdecke, hat weiterhin Kontakt zu seinen Haltern. „Ihm geht es gut. Er konnte noch einiges lernen.“ Die neuen Besitzer wollen anonym bleiben. Sie sind nach Angaben Blombergs aber geschult im Umgang mit den „Staffs“, für die man eine Halte-Erlaubnis haben muss. In Witten wohne Thyson nicht mehr, wohl aber noch in NRW.
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Und was ist mit Marvis, ebenfalls ein Staffordshire, der bei dem Einbruch verletzt wurde? Der ist immer noch da, sagt Blomberg. Seit 2018 lebt er im Tierheim an der Wetterstraße. Er sei mittlerweile schon ein Senior. „Wir versuchen, es ihm jetzt noch so schön zu machen“ – die Hoffnung auf Vermittlung habe das Tierheim langsam aufgegeben. Für Marvis kommen nur Halter infrage, die Erfahrung im Umgang mit schwierigen Hunden haben. Der Rüde reagiert sehr empfindlich auf Stress.
Video-Überwachungssystem stärkt Sicherheitsgefühl bei Tierschützern
Mit einem Jahr Abstand zu den Geschehnissen rund um Marvis und Thyson freut sich Wiebke Blomberg darüber, wie viel Zuspruch es damals von den Wittenern gab. „Alle haben mitgehofft und mitgefiebert.“ Eine IT-Firma spendete sogar ein Video-Überwachungssystem, damit sich Einbrüche wie dieser nicht wiederholten – oder zumindest die Täter anschließend überführt werden können. Eine „schöne Geste“, so die Tierschützerin. „Ich bin sehr dankbar für den Rückhalt in der Stadt.“
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Dank des Kamerasystems gehe der Verein nun mit einem Gefühl der Sicherheit in die Feiertage. „Ich kann auch über das Handy immer mal wieder reingucken.“ Vielleicht ist in den nächsten Tagen ja auch der ein oder andere Osterhase zu sehen.
