VOOZH about

URL: https://www.waz.de/panorama/article410928964/klimawandel-2025-war-drittwaermstes-jahr-seit-aufzeichnungsbeginn.html

⇱ Klimawandel: 2025 war drittwärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn – Pariser Klimaziele fast überschritten


Funke Mediengruppe
EU-Daten

Klimawandel: 2025 war drittwärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn

Die Klimakrise spitzt sich weiter zu: Erstmals lag die Temperatur im Drei-Jahres-Durchschnitt bei über 1,5 Grad Erderwärmung.
Die verheerenden Brände in Los Angeles vom Januar 2025 wurden auch durch extrem trockenes Wetter ausgelöst. © Ethan Swope/FR171736 AP/dpa | Ethan Swope

Das vergangene Jahr 2025 ist das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Das geht aus Daten des EU-Klimadienstes Copernicus hervor. Laut den am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Zahlen lag die globale Durchschnittstemperatur 2025 bei 14,97 Grad Celsius und damit etwas unter dem Niveau der Rekordjahre 2024 und 2023. Den Berechnungen zufolge würden die letzten drei Jahre im Schnitt zum ersten Mal mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen – die Pariser Klimaziele könnten damit bald überschritten sein, der Klimawandel spitzt sich zu.

„2025 war nur geringfügig kühler als 2023, und 2024 bleibt das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“, erklärte Samantha Burgess, Vize-Direktorin von Copernicus, in einem Briefing zur Veröffentlichung der „Global Climate Highlights“. 2025 war demnach 0,01 Grad weniger warm als 2023 und 0,13 Grad kühler als 2024. Die vergangenen elf Jahre waren die elf wärmsten jemals. „2025 war ein weiteres außergewöhnliches Jahr für den Planeten“, hielt Burgess fest. 

Auch interessant

Ziele des Pariser Klimaabkommens fast überschritten

Die Daten veröffentlichte der Klimawandeldienst Copernicus in Kooperation mit anderen europäischen und US-amerikanischen Organisationen. Die Autoren weisen darauf hin, dass es hierbei Abweichungen bei den Berechnungen anderer Organisationen geben kann, da nicht exakt die gleichen Datensätze verwendet würden. Auch die Weltwetterorganisation wollte am Mittwoch Daten zu den weltweiten Temperaturen im Jahr 2025 veröffentlichen. 

Das Pariser Klimaziel, mit dem die Weltgemeinschaft die verheerendsten Folgen der Klimakrise abwenden will, gilt zwar trotz der mehrjährigen Überschreitung offiziell noch nicht als verfehlt, da dafür die 1,5-Grad-Grenze noch langfristiger überschritten werden muss. Experten gehen aber weit überwiegend davon aus, dass es nicht gehalten werden kann - und dass es selbst für die 2 Grad knapp wird.

Gehe die Erderwärmung im aktuellen Tempo weiter, werde die 1,5-Grad-Grenze gegen Ende des Jahrzehnts als überschritten gelten – etwa zehn Jahre früher als lange angenommen, hieß es von Copernicus. „Die Emissionen sind nicht so schnell gesunken wie erwartet“, erklärte Burgess. 

Klimakrise beschleunigt sich schneller als gedacht

Dass 2025 nicht noch heißer gewesen sei als 2024, es also Schwankungen gebe, widerspreche nicht der Tatsache, dass sich die Erde langfristig weiter erwärme, betonten die Copernicus-Experten. Das gelte sogar dann, wenn ab morgen keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausgestoßen würden, da sich diese lange in der Atmosphäre hielten. „Bei CO2 reden wir über Jahrhunderte“, betonte Laurence Rouil vom Copernicus-Atmosphärendienst.

Dass es an manchen Orten auch unterdurchschnittliche Temperaturen gegeben habe oder es auch derzeit in vielen Regionen sehr kalt sei, gehöre zur normalen Variabilität des Wetters. „Eine kalte Region heißt nicht, dass der Klimawandel nicht real ist. Der globale Kontext zählt“, so Burgess. Copernicus-Direktor Carlo Buontempo ergänzte: „Wenn man herauszoomt und sich das große Ganze anschaut, ist das Bild sehr eindeutig.“

Auch interessant

Temperaturen: Deshalb war es in den letzten Jahren so warm

Die ungewöhnlich hohe Durchschnittstemperatur liege am Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre – durch weitere Emissionen und weniger Aufnahme von CO2 durch natürliche Senken, zu denen etwa Wälder gehören. Darüber hinaus seien die Temperaturen an der Oberfläche der Ozeane außergewöhnlich hoch gewesen, was unter anderem am sogenannten El-Niño-Phänomen liege. 

Mit einer El-Niño-Phase sind höhere globale Temperaturen an der Meeresoberfläche verbunden. Das alle paar Jahre auftretende Phänomen El Niño wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst, was durch veränderte Luft- und Meeresströmungen die Wetterbedingungen weltweit beeinflusst. Im Laufe des Jahres schwächte sich das Phänomen ab.

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Menschen spürten den Klimawandel nicht vorrangig durch die graduellen Veränderungen, sondern durch Extremwetterereignisse, erklärte Burgess. 2025 habe die Hälfte der weltweiten Landfläche mehr Tage mit starkem Hitzestress erlebt als im Durchschnitt. Dazu zählen die Autoren des Berichts Tage, die sich wie 32 Grad oder mehr anfühlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Hitzestress als Hauptursache für Todesfälle im Zusammenhang mit Wetterereignissen ein. Zudem habe Hitze in trockenen und windigen Gebieten oft zur Ausbreitung von Waldbränden beigetragen. In Europa haben die Emissionen durch Waldbrände dem Copernicus-Bericht zufolge 2025 einen Höchststand erreicht. 

Mehr lesen über

Zur Startseite
Wir haben neue Nachrichten für Sie
Zur Startseite

Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen