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US-israelischer Militärschlag

Ausnahmezustand in Nahost: Redakteurin erlebt Raketenalarm im Dubai-Urlaub

Dubai. Während des Familienurlaubs in Dubai: Eine Hamburger Journalistin schildert Erlebnisse in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Von Laura Lagershausen
Ausblick aus dem Hotelfenster in Dubai: Alles scheint hier ruhig, doch es gab einen Raketenalarm, berichtet eine Abendblatt-Redakteurin von vor Ort. © HA | Laura Lagershausen

Der erste Urlaub mit Baby ist schon aufregend genug. Deshalb hatten wir ein Reiseziel gewählt, das wir kennen und wo wir uns mit Nachwuchs wohlfühlen würden: Dubai. Und so starteten wir am Dienstagabend von Hamburg über München in Richtung Vereinigte Arabische Emirate.

Die ersten Tage waren so, wie wir es uns vorgestellt hatten – sogar noch besser. Doch in den vergangenen 24 Stunden änderte sich die Situation drastisch. Eine Chronik.

USA und Israel greifen Iran an: Verunsicherung bei Urlaubern in Dubai

Los ging es am Sonnabendvormittag nach dem Frühstück im Hotel. Beim Nachrichten-Check am Handy lasen wir: Israel und die USA hatten den Iran angegriffen. Die geografische Nähe zum Iran ließ uns aufhorchen, beunruhigte uns aber zunächst nicht. Wir fühlten uns sicher.

Auch, dass der Luftraum über Dubai gesperrt und Airlines wie Lufthansa alle Flüge für den aktuellen und den darauffolgenden Tag abgesagt hatten, war noch nicht besorgniserregend. Unser Rückflug sollte erst am Donnerstag starten. Wir packten unsere Badesachen und gingen zum Pool. Dort war alles wie immer: Einige Hotelgäste schwammen im Wasser, andere sonnten sich auf den Liegen. Plötzlich ertönte ein lautes Geräusch. Ein Flugzeug? Neben uns schauten auch andere Urlauber in den Himmel. Wir sahen nichts, wunderten uns aber. Der Luftraum sollte ja gesperrt sein …

Angriffe auf US-Stützpunkte: Alltag in Dubai bleibt zunächst ungestört

Kurz darauf lasen wir die Nachricht, dass der Iran US-Stützpunkte, auch in Dubai, angegriffen hatte. Wir googelten und fanden heraus, dass sich diese nicht in unmittelbarer Umgebung befinden. Ein anschließender Besuch der direkt ans Hotel angrenzenden Dubai Festival City Mall war unspektakulär: geöffnete Geschäfte, viele Menschen unterwegs, ausgelassene Stimmung. Auch beim Abendessen zeichnete sich ein ähnliches Bild. Im Hotel-Restaurant lief alles seinen gewohnten Gang.

Zwischenzeitlich hatten uns bereits einige Nachrichten von Freunden und Familie erreicht. „Uns geht es gut!“, antworteten wir immer so schnell wie möglich, damit sich niemand Sorgen machen musste, und beschrieben, dass bei uns bislang noch nichts von den Vorkommnissen zu spüren sei.

Handy-Alarm reißt Familie im Dubai-Urlaub nachts aus dem Schlaf

Kurz vor dem Schlafengehen beschlich uns schließlich doch ein mulmiges Gefühl. Wir registrierten uns, pro forma, beim Auswärtigen Amt und packten die wichtigsten Dinge griffbereit zusammen. Wer weiß, was die Nacht bringen würde.

0.30 Uhr. Lauter Alarm unserer Handys schreckte uns aus dem Schlaf. Diesen hatte ich in der Vergangenheit – außer beim jährlichen bundesweiten Warntag – bisher nur in einer Situation gehört: Beim Amoklauf im März 2023, als in Hamburg-Alsterdorf sieben Menschen getötet worden waren.

In der Benachrichtigung stand auf Deutsch „Notfallalarm“ und weiter auf Englisch bzw. Arabisch: „Suchen Sie aufgrund der aktuellen Lage und einer möglichen Raketenbedrohung bitte umgehend Schutz im nächstgelegenen sicheren Gebäude und halten Sie sich von Fenstern, Türen und offenen Bereichen fern. Warten Sie auf weitere Anweisungen.“

Der Alarm hatte nicht nur uns aufgeschreckt. Auf dem Flur vor unserem Zimmer versuchte ein deutsches Ehepaar bereits in gebrochenem Englisch, von einem anderen Urlauber zu erfahren, was die Nachricht bedeutet. Auch in der Hotellobby war einiges los, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beruhigten verunsicherte Gäste. „Sollte es eine Bedrohungslage geben, werde den Gästen dies über das Hotel mitgeteilt“, hieß es. Man solle wieder ins Zimmer und zu Bett gehen. Doch an Schlaf war nach dem Alarm nicht mehr zu denken.

Warnung des Generalkonsulats: Mit Vorräten auf Ernstfall vorbereiten

Zur Routine in den nächsten Stunden wurde der Blick aus unserem Zimmerfenster im 16. Stock. Die Aussicht zeigt nicht nur den Burj Khalifa, sondern auch den Creek und eine Hauptverbindungsstraße zwischen diesem und dem Dubai Airport.

In der Nacht erreichte uns außerdem eine E-Mail des Deutschen Generalkonsulats Dubai, die nicht nur wichtige Telefonnummern und Informationen zur medizinischen Versorgung beinhaltete, sondern auch darauf hinwies, sich mit „ausreichend Geldmitteln, notwendigen Medikamenten“ und Proviant zu versorgen, um das Haus im Ernstfall nicht verlassen zu müssen.

Nach der unruhigen Nacht gab es im Hotel, wie üblich, Frühstück. Auch diverse Liegen am Pool waren bereits mit Handtüchern belegt. Business as usual sozusagen. Gegen Mittag wurde der komplette Pool-Bereich jedoch gesperrt. Niemand durfte mehr die Fläche betreten.

Eine Mitarbeiterin des Hotels erklärte, dass die Pools bis auf Weiteres gesperrt sind, dies jedoch keine offizielle Anweisung der Regierung sei, sondern eine Maßnahme des Hotels zum Schutz der Gäste. Die Frage, ob man das Hotel trotzdem verlassen dürfe, bejahte sie.

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Zwischenzeitlich spürten wir in unregelmäßigen Abständen leichte Detonationen, gesehen haben wir aus unserem Fenster jedoch nichts. Unser Rückflug wurde mittlerweile gestrichen, da Lufthansa bis einschließlich 5. März keine Flüge von und nach Dubai durchführt. Eine Parallelbuchung bei der Fluggesellschaft Emirates für Dienstag besteht bislang noch. Wir warten ab.

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