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Luxustourismus boomt

Mallorca statt Dubai: Wird der Iran-Krieg zum Problem für die Insel?

Mallorca. Der Iran-Krieg wirkt sich auf die Reisepläne vieler Urlauber aus. Die steigende Nachfrage betrifft vor allem den Tourismus im hochpreisigen Segment.
Der beliebte Küstenort Port de Sóller im Nordwesten der Insel. © picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Die Entwicklungen im Nahen Osten zeigen überraschende Folgen – besonders auf Mallorca. Reisende mit eigentlich geplanten Luxusferien in Dubai suchen nun kurzfristig Villen auf der Baleareninsel. Laut Immobilienmaklern schießen die Anfragen in die Höhe; Mieten von bis zu 100.000 Euro pro Woche sind keine Seltenheit.

„Wir beobachten seit den jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Luxusmietobjekten auf Mallorca“, sagt der auf Luxusimmobilien spezialisierte Makler Marcel Remus im Gespräch mit dem „Focus“. Die Zahl der Anfragen sei teilweise sogar „um ein Vielfaches im Vergleich zu einem normalen Frühjahr“ gestiegen, so Remus. Besonders gefragt sind ihm zufolge Aufenthalte rund um Ostern und Pfingsten.

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„Back to the roots, back to Mallorca“

Viele Anfragen stammen von Reisenden, die andere Luxusziele im Blick hatten. „Wir erhalten vermehrt Anfragen von Kunden, die ursprünglich geplant hatten, ihren Urlaub in Dubai zu verbringen oder dort zu investieren“, so Remus.

Gesucht werden spontane Alternativen in Europa – und Mallorca rangiert ganz vorne. „Aufgrund der Infrastruktur, der Sicherheit und der hochwertigen Immobilien gehört die Insel zu den attraktivsten Optionen“, erklärt der Makler. Viele Kunden würden bewusst wieder auf Mallorca setzen: „Back to the roots, back to Mallorca.“

Luxusvillen für 100.000 Euro pro Woche

Entsprechend groß sind die Budgets. „Für exklusive Villen in Toplagen wie Son Vida, Puerto Andratx oder Santa Ponsa sehen wir aktuell Mietbudgets von bis zu 100.000 Euro pro Woche oder mehr“, sagte Remus. Gerade bei kurzfristigen Buchungen für die nächsten Monate seien solche Preise realistisch.

Auch Branchenverbände auf den Balearen registrieren eine veränderte Dynamik. Laut José Miguel Artieda, Präsident der balearischen Maklerkammer, gibt es Interessenten für Villen im Bereich von zwei bis fünf Millionen Euro – teilweise von Käufern, die zuvor Dubai ins Auge gefasst hatten.

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Makler: „Sicherheit die wertvollste Währung der Welt“

Dass globale Krisen der Insel zusätzliche Gäste bringen, ist nicht neu. „Mallorca hat in der Vergangenheit immer wieder davon profitiert, wenn internationale Unsicherheiten zunehmen“, sagt Remus. Die Insel gilt als sicher, gut angebunden und bietet hohe Lebensqualität.

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„Im Jahr 2026 ist Sicherheit die wertvollste Währung der Welt“, so Remus. Für die lokale Wirtschaft sind diese Gäste zunächst vorteilhaft, denn sie geben deutlich mehr aus als klassische Pauschaltouristen. Damit zahlt die Lage auf die lokale Politik ein: Seit Jahren soll der Tourismus auf der Insel stärker auf zahlungskräftige Gäste ausgerichtet werden – weg vom Massentourismus, hin zu höherem Umsatz pro Besucher.

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Gleichzeitig bleibt der Immobilienmarkt angespannt: Für Einheimische werden Wohnungen zunehmend unerschwinglich, während internationale Käufer die Preise in Toplagen hochtreiben. Dazu kommen höhere Lebenshaltungskosten und eine belastete Infrastruktur. Proteste gegen Overtourism und die Immobilienkrise gab es in den vergangenen Jahren immer wieder.

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