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⇱ Italien: Kunstraub in Millionenhöhe – Renoir, Cézanne und Matisse gestohlen


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Renoir, Cézanne & Matisse

Filmreifer Coup in Italien: Diebe stehlen Kunst in Millionenhöhe

Traversetolo/Parma. Einbrecher haben aus einem Museum nahe Parma drei Gemälde von Weltrang gestohlen. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.
Von Micaela Taroni
Aus der „Villa dei Capolavori“ nahe Parma wurden drei Gemälde berühmter Künstler entwendet. © IMAGO/robertharding

Ein filmreifer Diebstahl erschüttert die italienische Kunstszene: Ein professionell agierendes Einbrecherteam hat aus dem Museum der Stiftung Magnani-Rocca nahe Parma drei Gemälde von Weltrang gestohlen. Der Coup dauerte nur wenige Minuten. Die Täter drangen in der Nacht zum 23. März über ein rückwärtiges Tor auf das Gelände der „Villa dei Capolavori“ ein, hebelten eine Tür auf und verschafften sich Zugang zu dem Saal der französischen Künstler im Obergeschoss.

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Entwendet wurden „Les Poissons“ (1917) von Pierre-Auguste Renoir, „Stillleben mit Kirschen“ (1890) von Paul Cézanne und „Odaliske auf der Terrasse“ (1922) von Henri Matisse. Eine vierte ins Visier genommene Arbeit verloren die Täter nach Angaben der Ermittler auf der Flucht. Über den Diebstahl wurde die Öffentlichkeit erst jetzt informiert.

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Kunstdiebstahl in Italien: Täter gingen gezielt und vorbereitet vor

Nach Überzeugung der Ermittler gingen die Täter gezielt und vorbereitet vor. Sie sollen das Gelände zuvor ausgespäht und Schwachstellen identifiziert haben, insbesondere den rückwärtigen Zugang. Dort entfernten die Einbrecher mehrere Gitterstäbe, um sich Zutritt zu verschaffen. Trotz des ausgelösten Alarms gelang den Einbrechern die Flucht. Sicherheitskräfte und Carabinieri wurden zwar alarmiert, konnten den Diebstahl jedoch nicht verhindern.

Die Stiftung sprach von einer „organisierten und strukturierten Tat“. Der Wert der gestohlenen Werke wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Die Polizei wertet derzeit Aufnahmen von Überwachungskameras des Museums sowie von umliegenden Wohnhäusern und Geschäften aus, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Das „Stillleben mit Kirschen“ von Paul Cézanne ist unter den geklauten Werken. Foto: Fondazione Magnani Rocca © Fondazione Magnani Rocca | Fondazione Magnani Rocca

Experte erklärt: „Je bekannter der Diebstahl, desto unverkäuflicher die Werke“

Das 1977 gegründete Museum der Stiftung Magnani Rocca beherbergt die Sammlung des 1984 verstorbenen Kunsthistorikers Luigi Magnani. Neben französischen Malern hängen dort Werke von Gentile da Fabriano, Albrecht Dürer, Tizian, Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Francisco de Goya sowie Claude Monet, Filippo de Pisis, Giorgio Morandi, Alberto Burri und Antonio Canova. Die Stiftung zählt zu den bedeutendsten Kunstinstitutionen Italiens. Die Sammlerresidenz ist von einem romantischen Park mit exotischen Pflanzen, monumentalen Bäumen sowie weißen und farbigen Pfauen umgeben.

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Laut dem britischen Anwalt Christopher Marinello, einem Experten für Kunstdiebstähle, werden die Täter versuchen, die Werke so schnell wie möglich außer Landes zu bringen, um Käufer zu finden. „Je bekannter der Diebstahl wird, desto unverkäuflicher werden die Werke. Es gibt aber auch andere Szenarien. Die Täter könnten versuchen, von der Stiftung Magnani Rocca ein Lösegeld zu erpressen oder die Werke auf dem Schwarzmarkt zu einem Bruchteil ihres tatsächlichen Wertes anzubieten. Manche nutzen gestohlene Kunst auch als Tauschmittel“, betonte Marinello im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“.

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