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⇱ Australien: Zyklon färbt Himmel blutrot – apokalyptisches Naturschauspiel


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Besonderer Sandsturm

Zyklon färbt Himmel blutrot – apokalyptisches Naturschauspiel in Australien

Perth. Videos aus dem Westen von Australien zeigen eine Welt wie durch einen roten Filter. Das steckt hinter dem spannenden Wetterphänomen.
Von Oskar Schulz
Ausschnitt aus dem Video eines Caravan-Parks in Shark Bay (Western Australia). © Screenshot Facebook | Shark Bay Caravan Park

Im Westen von Australien traten Bewohner am Freitag aus ihren Häusern und wurden Zeugen eines apokalyptischen Spektakels. Videoaufnahmen aus der Küstengegend Shark Bay zeigen einen tiefroten Himmel, der alles in ein blutrotes Licht taucht. Das Phänomen ereignete sich kurz vor dem Eintreffen des tropischen Zyklons Narelle, der den Bundesstaat Western Australia verwüstete. Doch was steckt hinter der rötlichen Färbung?

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Die rote Marswelt entstand Meteorologen zufolge durch einen besonderen Sandsturm. So hatte der Wind des anrückenden Zyklons die Erde der Region hochgewirbelt, die durch einen hohen Eisengehalt die markante rötliche Färbung besitzt. Seit Millionen von Jahren rostet das Eisen, das besonders im Westen Australiens verbreitet ist. Das Zentrum der australischen Eisenerzindustrie liegt weniger als 400 Kilometer nordöstlich von den im Sandsturm betroffenen Orten entfernt. Doch auch andere Faktoren spielten eine Rolle.

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Roter Sandsturm traf Bewohner unerwartet: „Es ist dir in den Hals und in den Mund gelangt.“

Erst durch dichte Bewölkung, die kein Sonnenlicht durchließ, wurde der extreme Effekt erzeugt. „Es fühlt sich an, als würde das Licht den Boden gleichmäßig ausleuchten, wie eine Lichtfläche und nicht wie ein einzelner heller Scheinwerfer“, erklärte Meteorologe Angus Hines das Phänomen gegenüber der australischen „ABC“.

„Der Himmel wurde im Laufe des Nachmittags immer orangefarbener, und dann, gegen 15.30 Uhr, gingen wir nach draußen, und da war es, diese Farbe“, sagte eine Anwohnerin von Shark Bay gegenüber dem Sender „ABC“. „Überall, wohin wir auch schauten, war alles rot.“ „Es ist dir in den Hals und in den Mund gelangt. Es hat sich knirschend und sandig angefühlt, sogar in den Augen.“

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Starke Winde und die rostroten, eisenhaltigen Böden der Region hätten dieses Naturschauspiel ermöglicht, erklärte Jessica Lingard vom australischen Wetterdienst gegenüber dem „Guardian“. „Narelle fegte nur so dahin, wirbelte den Staub von der Landschaft auf und trieb ihn vor dem Zyklon durch Orte wie Shark Bay“, so Lingard zitiert. Die erstaunlichen Videoaufnahmen seien durch die perfekten Bedingungen vor Ort entstanden: starke Winde und trockener Boden.

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Sand filtert blaues Licht heraus

Steve Turton, Professor für Umweltgeografie an der Central Queensland University, erklärt das Phänomen auch mit der Art und Weise, wie Licht gefiltert wird. So verändert der rote Staub, wie Sonnenlicht in der Atmosphäre gestreut wird, schreibt Turton in „The Conversation“. Normalerweise werde vor allem blaues Licht gestreut, weshalb der Himmel blau erscheint. Die vielen Staubpartikel filterten jedoch die kurzwelligen (blauen) Anteile heraus und ließen vor allem langwellige Farben wie Rot und Orange dominieren – dadurch entstand der dramatische rote Himmel.

Das Phänomen wirke zwar ungewöhnlich, ist aber wissenschaftlich gut bekannt und in Australien nicht einmalig, da trockene Böden und starke Winde häufig Staubstürme begünstigen. Dennoch können solche Ereignisse praktische Folgen haben: Die Sicht kann stark eingeschränkt werden und die Luftqualität leidet, was insbesondere für empfindliche Menschen gesundheitliche Risiken mit sich bringen könne.

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