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⇱ Wolf begegnet? So verhalten Sie sich als Spaziergänger oder mit Hund richtig


Funke Mediengruppe
Verhaltensweisen

Wolfsbegegnung: Wie verhalte ich mich als Spaziergänger oder mit Hund?

Berlin. Nach dem Wolfsbiss in Hamburg stellt sich für viele Menschen die Frage nach dem richtigen Verhalten gegenüber dem Raubtier.
Von Riko Wetendorf, Freier Mitarbeiter
Verhalten bei einer Wolfsbgegnung. (Archivbild) © dpa | Bernd Weißbrod

Der Wolf ist in den vergangenen Jahren in viele Regionen Deutschlands zurückgekehrt, nachdem er über Jahrzehnte hinweg als ausgestorben galt. Seit der ersten dokumentierten Wildgeburt hierzulande im Jahr 2000 wächst die Population stetig. Mit dieser Entwicklung gehen jedoch auch neue Herausforderungen einher. Ein Vorfall bei Hamburg, bei dem eine Frau durch einen Wolfsbiss schwer verletzt wurde, rückt das Thema erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.

Umstrittene Wildtiere: Wölfe in Deutschland

Nach der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland weicht die anfängliche Begeisterung zunehmend Skepsis und Verunsicherung. Laut dem Naturschutzbund (NABU) wurden 2024 bundesweit 209 Rudel, 46 Paare und 19 Einzeltiere erfasst, die Größe der Territorien stieg um etwa 3,5 Prozent. Mit der wachsenden Population stellt sich verstärkt die Frage nach einem konfliktarmen Zusammenleben und der tatsächlichen Gefahr für den Menschen.

Da Wölfe inzwischen in allen Bundesländern nachgewiesen wurden, steigt die Wahrscheinlichkeit von Begegnungen mit dem Raubtier. Angriffe auf Menschen blieben lange aus – und das Risiko eines Wolfsangriffes wird laut dem Norwegischen Institut für Naturforschung (NINA) als sehr gering eingestuft. Ursachen sind meist Tollwut, Provokation oder eine Gewöhnung an menschliche Fütterung.

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Verhaltensregeln: Wie soll ich handeln bei einer Wolfsbegegnung?

Als Spaziergänger auf einen Wolf zu treffen, ist sehr unwahrscheinlich. Selbst in großen Waldgebieten meiden die scheuen Tiere in der Regel den Kontakt zu Menschen. Sollte es zu einer Begegnung kommen, nehmen Wölfe die Menschen meist wahr, bevor diesen die Tiere auffallen, und ziehen sich zurück. Kommt es doch zur Konfrontation, sind folgende Verhaltensregeln hilfreich:

  • Panische Flucht vermeiden: Bei einer Begegnung mit einem Wolf gilt es, überlegt zu handeln und typische Fehler zu vermeiden. Unkontrolliertes Weglaufen oder panische Fluchtreaktionen sollten unbedingt unterbleiben, da sie den Jagdtrieb des Tieres auslösen können.
  • Ruhe & Gelassenheit: Stattdessen wird empfohlen, Ruhe zu bewahren und die Situation aufmerksam zu beobachten. Zieht sich der Wolf nicht von selbst zurück, sollten Menschen langsam Distanz schaffen und sich dabei rückwärts bewegen, ohne das Tier aus den Augen zu verlieren.
  • Abschreckung: Nähert sich ein Wolf weiter an, ist es ratsam, sich bemerkbar zu machen und entschlossen aufzutreten. Laute Geräusche wie Klatschen, Rufen oder Singen können ebenso abschreckend wirken wie eine aufrechte Körperhaltung mit erhobenen Armen. Auch das Werfen von Gegenständen in Richtung des Tieres oder das Öffnen eines Schirms kann dazu beitragen, den Wolf auf Abstand zu halten.
  • Füttern verboten: Unbedingt zu vermeiden ist es, sich dem Tier zu nähern oder es gar zu füttern. Beides erhöht nicht nur das Risiko für den einzelnen Menschen, sondern kann auch dazu führen, dass sich der Wolf an menschliche Nähe gewöhnt.
  • Hundehalter: Um das Risiko einer gefährlichen Begegnung mit einem Wolf zu minimieren, sollte der Hund unbedingt angeleint und nah bei seinem Besitzer geführt werden, da Hunde von Wölfen als Eindringlinge wahrgenommen werden können.

Woran lässt sich ein Wolf erkennen?

Zu den typischen Merkmalen eines Wolfes zählen aufrecht stehende, dreieckige Ohren, ein meist herabhängender Schwanz mit dunkler Spitze sowie eine gerade verlaufende Rücken- und Bauchlinie. Aus der Distanz sind diese Kennzeichen jedoch selbst für geübte Beobachter nur schwer eindeutig zu erkennen und Verwechslungen mit großen Hunden sind häufig.

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