Saharastaub taucht Himmel über Kreta und den Kykladen in mythisches Orangerot
Türkisfarbenes Meer und ein blutroter Himmel – der Wettergott greift in Griechenland gerade kräftig in die Farbpalette. Erst kamen Sturm und Regengüsse, nun treibt starker Wind aus dem Süden Saharastaub bis in die südliche Ägäiis und färbt den Himmel über Kreta und den südlichen Kykladeninseln Santorin, Paros, Mykonos und Naxos blutrot. Einheimische und Touristen bestaunen gerade ein Farb- und Naturspektakel, wie es dramatischer nicht einmal Griechenlands Ur-Dichter Homer (“Ilias“, „Odyssee“) beschreiben könnte.
Gefährlicher Staub
Bei allem Spektakel: Die griechischen Behörden warnen vor erhöhter Belastung durch Feinstaub. Die Menschen sollten möglichst zu Hause bleiben, hieß es. Zuvor hatte es ordentlich gestürmt und geregnet. Auf Rhodos rückte die Feuerwehr mehr als 50 Mal aus, vor allem wegen umgestürzter Bäume. Auch Stromleitungen, Laternen und Boote wurden beschädigt.
Der Zivilschutz rief Bewohner und Touristen per SMS auf, ihre Bewegungen einzuschränken. In einem Vorort von Athen kam es zu Überschwemmungen. Ein Mann kam ums Leben, nachdem ihn Wassermassen mitgerissen und unter einem Auto eingeklemmt hatten.
Der Fährverkehr wurde in vielen Teilen des Landes eingestellt. Mindestens zehn Flüge nach Rhodos wurden am Mittwoch gestrichen oder umgeleitet, inzwischen läuft der Luftverkehr wieder weitgehend normal.
Meteorologen erwarten weiterhin kräftige Regenfälle, Gewitter und örtlich Hagel. Für Kreta gilt eine erhöhte Unwetterwarnung. Eine Entspannung wird erst für Freitagabend erwartet.
tok mit dpa
