Cold Case um 17-Jährige gelöst: Neue DNA-Analyse bestätigt Ted Bundy als Mörder
Fast 52 Jahre lang war offen, wer Laura Ann Aime getötet hat. Nun erklärt das Sheriff-Büro von Utah County (USA): Ted Bundy war der Mörder der 17-Jährigen. Der jahrzehntealte Cold Case ist damit offiziell aufgeklärt. Möglich wurde das nach Angaben der Behörde durch eine neue Methode der DNA-Analyse.
Laura Ann Aime verschwand in der Nacht zum 31. Oktober 1974. Sie war auf einer Halloween-Party gewesen und soll diese verlassen haben, um Zigaretten zu holen. Danach kehrte sie nicht zurück. Am 27. November 1974, an Thanksgiving, fanden zwei College-Studierende ihre sterblichen Überreste an einem Abhang an der American Fork Canyon Road.
Mord an 17-Jähriger: Neue DNA-Spuren belasten Ted Bundy eindeutig
Die Ermittlungen ergaben damals, dass ihr Körper gefesselt und schwer misshandelt worden war und sie keine Kleidung trug. Aime wurde demnach mit einem Nylonstrumpf erwürgt, was letztlich zu ihrem Tod führte. Sie soll nach ihrer Entführung noch mehrere Tage am Leben gehalten worden sein.
„Ähnlichkeiten bei den Beweismitteln deuteten darauf hin, dass die Art der Misshandlung und die wahrscheinliche Todesursache mit der Vorgehensweise von Theodore ‚Ted‘ Bundy vergleichbar waren“, erklärte die Polizei von Utah County am Mittwoch in einer Stellungnahme.
Auch interessant
Weiter heißt es, neue Untersuchungen hätten „unwiderlegbar bestätigt, dass die an Lauras Leiche gesicherten DNA-Spuren die Existenz von DNA bestätigten, die Bundy gehört“. Mit den forensischen Spuren und einem vollständigen DNA-Profil Bundys sei der Fall nun abgeschlossen.
Ted Bundy studierte damals Jura an der Universität von Utah. Laura Ann Aime soll sein drittes Opfer in diesem Bundesstaat gewesen sein. Zwischen Februar 1974 und Februar 1978 ermordete er mindestens 30 Frauen und Mädchen. Ferner wird er mit zahlreichen weiteren Tötungsdelikten in den USA in Verbindung gebracht.
Sheriff von Utah County: „Wir können nun ohne Zweifel sagen“
Aimes Nichte Stucki sagte dem Lokalsender ABC4, Bundy habe „sich [Aime] schon mehrfach zuvor genähert“ und „sie gewissermaßen verfolgt, bevor er sie entführte“. Vor seiner Hinrichtung hatte Bundy zwar mehrere Morde in Utah gestanden. Ob Laura Ann Aime zu seinen Opfern gehörte, konnte er nicht mehr sicher sagen.
- „Tatort“ Zürich: Isabelle Beaujean und Tessa Ott in ihrem bisher besten „Tatort“
- „Tatort“ Dortmund: Rick Okon tauscht „Tatort“ gegen diese „schönste Tätigkeit“
- „Tatort“-Kommissar: Vladimir Burlakov verrät, was in seiner Beziehung anders läuft
- Kriminologin: „Tatort“ im Check – „Die Leichen sind zu schön“
- „Tatort“-Star: Ulrike Folkerts – „Ich hatte Angst, meinen Job zu verlieren“
- „Tatort“ München: Ermittler-Duo verrät, wie es nach dem Ausstieg weitergeht
Vor seiner Hinrichtung im Jahr 1989 gestand Bundy dann doch den Mord an Aime. Dennoch blieb der Fall offen. Denn Bundy nannte keine Details und machte keine präzisen Angaben zu seiner Beteiligung. Deshalb, so erklärte der Sheriff, „beschloss die Sheriff-Behörde, diesen Fall offen zu halten, bis die Ermittler zweifelsfrei nachweisen konnten“, dass Bundy der Täter war.
„Wir können nun ohne Zweifel sagen, dass Ted Bundy Laura Ann Aime getötet hat“, sagte Mike Smith, Sheriff von Utah County. „Wäre Bundy heute noch am Leben, hätten wir diesen Fall mit aller Kraft verfolgt, und wir hätten dieses Strafverfahren vorangetrieben und vom Sheriff-Büro von Utah County die Verhängung der Todesstrafe gefordert.“
Das Sheriff-Büro erinnert in einer Erklärung an Aime als eine „aufgeschlossene, unkonventionelle Person, die gerne Zeit im Freien verbrachte und eine Leidenschaft für das Reiten, die Jagd und die Fürsorge für ihre zahlreichen Geschwister teilte“.
Weiterer Bundy-Mord: Warum der Fall jetzt gelöst werden konnte
Im vergangenen Jahr setzte das Sheriff-Büro einen Ermittlungssergeant auf ungelöste Fälle an. Dabei stellte sich heraus, dass in diesem Fall weitere forensische Analysen möglich waren. Nach Angaben der Behörde hatte sich die Wissenschaft „in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt“.
Auch Aimes Schwester Michelle Impala äußerte sich. Sie dankte dem Sheriff-Büro für die erneuten Ermittlungen und dafür, dass die Umstände des Falls geklärt wurden. ABC4 zitiert Impala: „Allein zu wissen, dass Ted Bundy in der Hölle mit den Zähnen knirscht – ich hasse es, mir vorzustellen, dass Menschen so etwas tun, aber bei ihm und einigen anderen Menschen auf der Welt ist es genau das, was sie verdienen“.
Bundy war dafür bekannt, Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum anzusprechen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie an abgelegene Orte zu locken. 1975 wurde er zunächst wegen der Entführung einer Frau festgenommen und zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1977 gelang ihm die Flucht aus der Gefängnisbibliothek.
Ein FUNKE Liebe
Ein FUNKE Liebe
Acht Tage später wurde er erneut gefasst, floh dann noch einmal und tötete weiter, bis er 1978 schließlich festgenommen wurde. Laut den Ermittlern könnte das neue DNA-Profil anderen Behörden dabei helfen, weitere ungelöste Fälle mit möglichem Bundy-Bezug neu zu prüfen.
