Thyssenkrupp: Die vielen Baustellen des Essener Konzerns
Das Thyssenkrupp-Management um Miguel López dürfte mit Genugtuung betrachten, dass der Aktienkurs des Konzerns in den ersten Monaten des Jahres 2025 kräftig gestiegen ist. Doch viele Probleme der angeschlagenen Essener Traditionsfirma sind weiterhin ungelöst. Im Stahlkonflikt mit den Arbeitnehmervertretern steht eine Einigung noch aus. Das Ringen um den vom Management angekündigten Abbau Tausender Arbeitsplätze in der Stahlsparte geht weiter. Bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) ist das Bangen groß.
Die große Frage ist: In welche Richtung wird sich Thyssenkrupp in Zukunft entwickeln? Diesem Thema widmet sich der WAZ-Podcast „Am Abgrund – Die Thyssenkrupp-Story“. In der vorerst finalen Folge der zehnteiligen Podcast-Staffel sprechen die Wirtschaftsredakteure Ulf Meinke und Oliver Hollenstein über die Risiken und Chancen des Konzerns, zu dem knapp 100.000 Beschäftigte gehören.
Eine Schlüsselfrage: Gelingt das historische Umbauprojekt für den Stahlstandort Duisburg - der Aufbau einer Grünstahl-Produktion? Schon jetzt ist milliardenschwere Staatshilfe für den Bau neuer Anlagen vorgesehen. Doch zusätzliche Steuergelder könnten fließen – mit einer neuen Bundesregierung. Die Förderung von grünem Stahl findet bereits Erwähnung im aktuellen Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD. Hintergründe dazu gibt es in der aktuellen Podcast-Folge, die Sie hier abspielen können:
Einst gab es im Ruhrgebiet glänzende Bedingungen für die Stahlindustrie, mittlerweile finden die großen Investitionen anderswo statt. So wird in der nordschwedischen Stadt Boden ein Grünstahl-Werk aus dem Boden gestampft. „In Nordschweden gibt es alles, was man für grünen Stahl braucht: die Erze, die grüne Energie, den grünen Wasserstoff“, sagt Oliver Hollenstein. Er bezweifelt, ob die im Ruhrgebiet gepriesenen Vorteile – die Nähe zu den wichtigen Kunden und das vorhandene Fachwissen – ausreichen werden, um die heimische Stahlindustrie in ihrer bisherigen Dimension zu erhalten. Eine europäische Lösung könnte nach Ansicht von Hollenstein daher bedeuten: Stahlerzeugung in Schweden, Stahlverarbeitung im Ruhrgebiet.
Thyssenkrupp: „Ehemaliger Stahlkonzern auf Selbstfindungstrip“
Von den knapp 100.000 Thyssenkrupp-Beschäftigten arbeitet etwa ein Viertel in der Stahlsparte. Was ist das Zielbild von Thyssenkrupp? „So ein bisschen ist Thyssenkrupp ja auch ein ehemaliger Stahlkonzern auf dem Selbstfindungstrip“, sagt Hollenstein. Das lasse sich auch an den vielen Wechseln an der Spitze von Thyssenkrupp ablesen, fügt er hinzu und erinnert an Heinrich Hiesinger, Guido Kerkhoff und Martina Merz. Die vielen Personalwechsel seien „Symptom und Ursache der Krise gleichermaßen“.
Ulf Meinke beleuchtet die Rolle der IG Metall und der Krupp-Stiftung angesichts der aktuellen Lage von Thyssenkrupp. Auch wenn der Konzern, wie der Podcast-Titel sagt, „am Abgrund“ steht: Ist noch ein „Happy End“ möglich? Einschätzungen hören Sie in der aktuellen Folge.
Thyssenkrupp-Podcast: Hören Sie die komplette Staffel
- #1 Brodelnder Machtkampf: Was ist los bei Thyssenkrupp?
- #2 Das toxische Erbe der Thyssenkrupp-Chefs
- #3 Die Macht vom Hügel: Was die Eigner von Thyssenkrupp wollen
- #4 Kampferprobt: Warum die Arbeiter von Thyssenkrupp so viel Macht haben
- #5 Warum sich Thyssenkrupp und die Politik gegenseitig brauchen
- #6 Grüner Stahl bei Thyssenkrupp – Funktioniert das?
- #7 Thyssenkrupp-Chef López im Interview: „Will Mission erfüllen“
- #8 Warum Thyssenkrupp die Tochter HKM loswerden will
- #9 Gewinn für Anleger? Warum Thyssenkrupp auf die Börse setzt
- #10 Blick in die Zukunft: Die vielen Baustellen von Thyssenkrupp
Thyssenkrupp-Podcast auf allen Podcastplattformen
Welchen Einfluss hat die Krupp-Stiftung auf den Konzern Thyssenkrupp? Wie haben die ehemaligen Thyssenkrupp-Chefs Cromme, Hiesinger und Merz die strategische Ausrichtung des Konzerns geprägt? Warum wirkt sich das Handeln der Gewerkschaft IG Metall so stark auf Thyssenkrupp aus? Warum will Thyssenkrupp das HKM-Werk in Duisburg schließen? Diese Fragen werden in den einzelnen Podcastfolgen des Podcasts „Am Abgrund“ behandelt.
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