Thyssenkrupp im Umbruch: Alle Updates im Podcast
In drei neuen Update-Folgen des WAZ-Podcasts „Am Abgrund – Die Thyssenkrupp-Story“ nehmen die Wirtschaftsredakteure Oliver Hollenstein und Ulf Meinke die zentralen Themen unter die Lupe: der größte Stellenabbau in der Geschichte der Stahlsparte, radikale Umbaupläne von CEO Miguel López und die unsichere Zukunft des Grünen Stahls.
Der Kahlschlag: Einschnitte bei Thyssenkrupp Steel
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp steht vor massiven Veränderungen: 11.000 der insgesamt rund 26.000 Stellen sollen wegfallen oder ausgegliedert werden. Standorte wie Bochum und Duisburg sind besonders betroffen. Auch die verbleibenden Mitarbeiter müssen Einschnitte verkraften, mit Gehaltseinbußen von durchschnittlich acht Prozent. Die Verhandlungen zwischen Konzernleitung und IG Metall zeigen, wie tief die Krise bei Thyssenkrupp Steel ist. Für viele wird das Verhandlungsergebnis nur noch als „Schadensbegrenzung“ empfunden, wie Oliver Hollenstein im Podcast sagt, gerade im Ruhrgebiet, wo tausende Familien direkt betroffen sind. Die Folge hören Sie direkt hier im Webplayer:
Das Ende eines Konzerns: López‘ Plan für die Zukunft
Miguel López, Thyssenkrupp-Chef, verfolgt einen radikalen Kurs: Der Traditionskonzern soll in eine Finanzholding umgebaut werden. Ziel ist es, die einzelnen Sparten – über die Autozulieferung bis hin zur Rüstungsindustrie – eigenständig aufzustellen. „Am weitesten fortgeschritten ist das beim maritimen Rüstungsgeschäft, der Marinesparte TKMS, die an die Börse gebracht werden soll“, erzählt Ulf Meinke. „Die Marine-Abspaltung soll dann ein Modell für die anderen Sparten sein.“
Doch die Zerschlagung des jahrzehntelang etablierten Mischkonzerns bringt auch Zweifel mit sich. Meinke und Hollenstein gehen im zweiten Podcast-Update den Fragen nach: Sind die Einzelteile ohne das Sicherheitsnetz des Gesamtkonzerns überlebensfähig? Und was bedeutet das für die Beschäftigten, die Stahlindustrie und die Eigentümer, insbesondere die Krupp-Stiftung? Hören Sie hier in die Folge rein:
Am Limit: Die Krise um Grünen Stahl
Die Zukunft des Grünen Stahls – lange als großer Hoffnungsträger gehandelt – gerät zunehmend ins Wanken. Die geplante Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg, die klimaneutralen Stahl produzieren soll, steckt in einer Krise. Verzögerungen, steigende Baukosten und vor allem ein Mangel an bezahlbarem Wasserstoff setzen das Projekt unter Druck. „Schon im März 2025 hat Thyssenkrupp-Vorstandschef López bei einem Auftritt im Düsseldorfer Landtag davor gewarnt, die geplante Direktreduktionsanlage in Duisburg drohe ein Verlustbringer zu werden“, erinnert sich Ulf Meinke im dritten Podcast-Update.
Die Redakteure stellen sich die Frage, ob die staatliche Förderung in Höhe von zwei Milliarden Euro ausreichen wird, um die Wirtschaftlichkeit des Grünen Stahls langfristig sicherzustellen. Der Konkurrent Arcelor-Mittal hingegen hat bereits seine Grünstahl-Pläne in Deutschland gestoppt – ein fatales Signal? Kann Thyssenkrupp weiter am Grünen Stahl festhalten oder ist das ambitionierte Vorhaben zum Scheitern verurteilt? Die Folge können Sie hier abspielen:
Zukunft von Thyssenkrupp: viele offene Fragen
Die drei neuen Update-Folgen des WAZ-Podcasts „Am Abgrund – Die Thyssenkrupp-Story“ decken die ganze Bandbreite der Herausforderungen bei Thyssenkrupp ab: Ein massiver Stellenabbau lässt die Arbeitnehmervertretung an ihre Grenzen stoßen. Der Umbau des Konzerns zu einer Finanzholding ruft sowohl Hoffnung als auch Sorge hervor. Und die Krise um Grünen Stahl zeigt exemplarisch, wie tiefgreifend die Transformation der Industrie ist – und welche Risiken sie birgt.
Thyssenkrupp-Podcast: Hören Sie die komplette Staffel
- #1 Brodelnder Machtkampf: Was ist los bei Thyssenkrupp?
- #2 Das toxische Erbe der Thyssenkrupp-Chefs
- #3 Die Macht vom Hügel: Was die Eigner von Thyssenkrupp wollen
- #4 Kampferprobt: Warum die Arbeiter von Thyssenkrupp so viel Macht haben
- #5 Warum sich Thyssenkrupp und die Politik gegenseitig brauchen
- #6 Grüner Stahl bei Thyssenkrupp – Funktioniert das?
- #7 Thyssenkrupp-Chef López im Interview: „Will Mission erfüllen“
- #8 Warum Thyssenkrupp die Tochter HKM loswerden will
- #9 Gewinn für Anleger? Warum Thyssenkrupp auf die Börse setzt
- #10 Blick in die Zukunft: Die vielen Baustellen von Thyssenkrupp
Thyssenkrupp-Podcast auf allen Podcastplattformen
Welchen Einfluss hat die Krupp-Stiftung auf den Konzern Thyssenkrupp? Wie haben die ehemaligen Thyssenkrupp-Chefs Cromme, Hiesinger und Merz die strategische Ausrichtung des Konzerns geprägt? Warum wirkt sich das Handeln der Gewerkschaft IG Metall so stark auf Thyssenkrupp aus? Warum will Thyssenkrupp das HKM-Werk in Duisburg schließen? Diese Fragen werden in den einzelnen Folgen des Podcasts „Am Abgrund“ behandelt.
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