Nato-Oberkommandeur: Werden Patriots schnell an Ukraine liefern
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Der Oberkommandierende der Nato-Streitkräfte in Europa, General Alexus Grynkewich, hat am Donnerstag bestätigt: Die Ukraine soll so schnell wie möglich mit Patriot-Flugabwehrsystemen beliefert werden. Er habe entsprechende Anweisung erhalten. Das berichtet der britische „Guardian“.
Der US-General sagte demnach: „Ich werde nicht verraten, weder Russland noch sonst wem, wie viele Waffen wir liefern oder wann, aber was ich sage ist, dass die Vorbereitungen dafür getroffen werden.“
Die Nato arbeite eng mit Deutschland an der Übergabe von Patriot-Systemen und zwar „so schnell wie möglich“. Weiter sagte Grynkewich: „Also machen wir das auch. Und wir schauen uns andere Fähigkeiten an und was benötigt wird, und daraus erstellen wir Vorschläge für unsere politische Führung.“
Ukraine könnte Patriot aus Europas Arsenalen bekommen
Er fügte hinzu, dass bereits in Europa stationierte Patriot-Systeme schnell an die Ukraine übergeben und zu einem späteren Zeitpunkt aus US-Produktion wieder aufgefüllt werden könnten. „Flugabwehr ist auf einem modernen Schlachtfeld wichtig“, fügte der General hinzu, „und wir haben das Ausmaß der jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine gesehen, also konzentrieren wir uns darauf.“
Nach der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, dass er der Ukraine Patriot-Systeme liefern wolle – bezahlt von Deutschland –, war unklar geblieben, wie eine schnelle Lieferung der Waffen an das von Russland belagerte Land sichergestellt werden kann. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte dazu eine Übergabe von Waffensystemen aus europäischen Beständen ins Spiel gebracht, die dann durch neue US-Waffen ersetzt würden.
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Zumindest für Deutschland scheint das aber keine Option zu sein, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius mit dem Verweis auf sonst entstehende „Sicherheitslücken“ klargestellt hatte. Allerdings nutzen auch die Armeen von Spanien, den Niederlanden und Schweden die Flugabwehrsysteme.
Deutschland hat angekündigt, zwei Patriot-Systeme von den USA kaufen zu wollen, um sie an Kiew weiterzugeben. Nach Angaben Ruttes wären neben Deutschland, den Niederlanden und Dänemark auch Kanada, Norwegen, Schweden und Großbritannien mögliche Käufer.
Nato-Oberkommandeur warnt vor Doppel-Bedrohung
Der Nato-Oberkommandierende Grynkewich mahnte derweil, Russland bleibe eine Bedrohung für Europa, selbst für den Fall, dass eine friedliche Lösung für den Krieg in der Ukraine gefunden wird. „Russland wird seine existierenden Fähigkeiten wieder aufbauen und ihre bloße Existenz wird etwas sein, dass wir aus militärischer Perspektive mitdenken müssen“, sagte der ehemalige Airforce-Pilot.
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Er betonte zudem, dass sich die Nato breiter aufstellen müsse. Neben einem Krieg in Europa könne es auch im Pazifik zu Krieg kommen, auch gleichzeitig. Für so einen Fall „werden wir jedes Stück Ausrüstung brauchen, das wir haben“, sagte der General. „Die Zeit drängt.“ Die Nato fürchtet, dass Chinas Führung Russland um Unterstützung fragen wird, sollte Peking sich zu einer Invasion von Taiwan entscheiden.
Der Zeitpunkt dafür könnte bereits 2027 gekommen sein. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im Mai erklärt: „Chinas Armee übt für den Ernstfall.“ Man werde nichts beschönigen – „die Bedrohung durch China ist real. Und sie könnte unmittelbar bevorstehen.“ Es müsse allen klar sein, dass Peking ganz konkret den Einsatz militärischer Gewalt vorbereite, um das Machtgleichgewicht im Indopazifik zu verändern. „Wir wissen, dass (der chinesische Präsident) Xi Jinping sein Militär angewiesen hat, bis 2027 für eine Invasion Taiwans bereit zu sein.“
mit dpa/AFP
