Die schillernde Frau an Zohran Mamdanis Seite – wer ist Rama Duwaji?
Um eine leicht angestaubte Weisheit zu bemühen, könnte man im Fall des designierten neuen New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani sagen: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Dabei hielt sich Mamdanis Ehefrau Rama Duwaji in den vergangen Monaten im Wahlkampf im Hintergrund. Gemeinsame Auftritte des Paars fanden praktisch nicht statt. Auch von Stellungnahmen zur Kandidatur ihres Mannes nahm die syrischstämmige Künstlerin Abstand.
Eine Ausnahme war ein Instagram-Post Duwajis im Juni dieses Jahres. Er zeigt eine Serie von vier Schwarz-Weiß-Fotos, die offenbar in einem Fotoautomaten aufgenommen wurden. Duwaji und Mamdani albern zusammen herum, zeigen sich sehr vertraut und verliebt. „Couldn‘t possibly be prouder“, hat Duwaji den Post betitelt. Übersetzt: Sie könne nicht stolzer sein. Unter den vier Bildern steht jeweils „Eid Banquet 2025“, was sich auf das traditionelle islamische Fest zum Fastenbrechen im Anschluss an den Fastenmonat Ramadan bezieht.
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Mamdani und Duwaji Zielscheibe von Hass im Netz
Sowohl Duwaji als auch Mamdani betonen ihre Verwurzelung in der islamischen Kultur. Ob sie im engeren Sinne gläubig sind, lassen sie allerdings offen. New Yorks neuer Bürgermeister wurde bereits im Wahlkampf mit rassistischem Hass konfrontiert, meist aus der Anonymität der sozialen Medien heraus. Mamdani hat gelernt, damit umzugehen. Wenn jedoch seine Frau zur Zielscheibe rechter Trolle wird, kann der 34-Jährige auch anders. „Rama ist nicht nur meine Frau, sondern auch eine großartige Künstlerin“, schrieb Mamdani in einem Post. „Ihr könnt mich für meine politischen Ansichten kritisieren, aber lasst meine Familie aus dem Spiel.“
Empfohlener externer Inhalt
Die Liebesgeschichte von Rama Duwaji und Zohran Mamdani beginnt 2021 ganz modern auf der Dating-App „Hinge“. Mamdani war damals Stadtverordneter in New York und Duwaji offenbar angefixt von seinem Hinge-Profil, in dem er auch aus seinen politischen Überzeugungen keinen Hehl machte. Es folgten ein erstes Treffen in einer jemenitischen Teestube und ein romantischer Parkspaziergang, bei dem sich offenkundig herausstellte, dass beide auch politisch im Gleichklang schwingen. Duwaji, damals 24, und eine aufstrebende Illustratorin und Zeichnerin, die unter anderem in der „Washington Post“ und der „New York Times“ publiziert hatte, beschäftigte sich in ihren Arbeiten schon damals mit der Rolle arabischer Frauen in der Gesellschaft, prangerte das Sterben im Sudan, die israelische Politik gegenüber den Palästinensern und den „amerikanischen Imperialismus“ an.
Ebenso wie ihr Mann kommt auch Rama Duwaji aus einer wohlhabenden Familie. Ihre Eltern stammen aus Syrien, geboren wurde sie aber im texanischen Houston. Als sie neun Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Dubai und lebte in verschiedenen Golfstaaten. Die „radikale Akzeptanz ihrer Kultur“ sei immer ein Merkmal ihrer Kunst geblieben, sagte Duwaji 2019 in einem Interview mit dem Online-Magazin „Shado“. Zurück in den USA, studierte sie an verschiedenen Kunsthochschulen und machte ihren Master an der New Yorker School of Visual Arts, einer elitären Hochschule, für die laut „New York Post“ pro Semester fast 30.000 Dollar an Studiengebühren fällig sind.
Duwaji entwarf das Wahlkampf-Logo ihre Mannes
Auch wenn sich Duwaji mit politischen Statements aus dem New Yorker Wahlkampf heraushielt, hat sie ihren Mann doch durch ihr künstlerisches Talent unterstützt. Das allgegenwärtige Kampagnen-Logo „Zohran for New York“ in gelben Lettern und mit rotem Schatten stammt von ihr. Auf Postern, T-Shirts und Stickern war es in den vergangenen Monaten in der Stadt allgegenwärtig. „Ich mache meine Arbeit für Leute, denen die Dinge wichtig sind, die mir wichtig sind“, sagte Duwaji im April in einem Interview mit dem Magazin „YUNG“. Wen könnte sie damit mehr meinen als ihren Mann.
Empfohlener externer Inhalt
Die beiden leben mittlerweile in Mamdanis Wahlkreis im Stadtteil Queens. Im Oktober 2024 verlobten sich Duwaji und Mamdani, im Dezember folgte die islamische Nikah-Zeremonie in Dubai. Fotos von der Feier kursieren bei Instagram. Im Februar 2025 heirateten beide standesamtlich im Rathaus von New York. Die mit dem Paar befreundete Fotografin Kara McCurd schoss die Hochzeitsfotos. Eines zeigt Mamdani mit einem Strauß weißer Blumen knieend vor seiner Angebeteten, die in gespielter Überraschung die Hände an die Wangen hält. Duwaji, die auch bei ihren Fotos auf Instagram Wert auf modische Kleidung legt, trägt schwarze Stiefel und ein weißes Kleid. Auf einem weiteren Foto spazieren beide bei Regen durch New York und blicken sich verliebt in die Augen.
Ab 1. Januar wird Rama Duwaji New Yorks jüngste First Lady sein – und die erste Muslima. Politische Aufgaben gehen mit der neuen Funktion nicht einher. Doch sowohl die Medien als auch die Öffentlichkeit werden dann ein noch genaueres Auge auf das Paar haben, was auch dazu führen könnte, dass sich Duwaji in den sozialen Medien mit politischen Äußerungen zurückhält. Bleiben noch die ganz privaten Fragen. Auf das Nachhaken eines Reporters, ob demnächst Kinder geplant seien, antwortete Mamdani halb genervt, halb amüsiert: „Ich komme mir gerade vor, als würde ich mit meiner Mutter reden.“
