VOOZH about

URL: https://www.waz.de/politik/article410628344/gemeinsam-auf-u-boot-jagd-doch-norwegen-und-grossbritannien-wollen-mehr.html

⇱ Nato: Norwegen und Großbritannien gehen auf U-Boot-Jagd – und planen neues Schiff


Funke Mediengruppe
Historischer Verteidigungspakt

Gemeinsam auf U-Boot-Jagd – doch Norwegen und Großbritannien wollen mehr

London. Norwegen und Großbritannien haben einen Verteidigungspakt geschlossen und wollen zur Not auch russische U-Boote jagen - doch da ist noch mehr.
HANDOUT - 12.09.2024, ---: Dieses vom britischen Verteidigungsministerium herausgegebene Foto zeigt die «HMS Iron Duke» (hinten r), die der Korvette «RFS Stoiky» der russischen Marine der Stereguschtschiy-Klasse folgt. In der vergangenen Woche überwachte die Fregatte «HMS Iron Duke» (Typ 23) das Vorankommen des U-Boots Novorossiysk der Kilo-Klasse und eines begleitenden Schleppers bei der Durchfahrt durch die Straße von Dover, bevor ein ähnlicher Einsatz zur Beschattung der Korvette Stoiky und eines Tankers stattfand. Foto: Rn Aircrew/Mod/Crown Copyright/PA Media/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ © DPA Images | Rn Aircrew

Großbritannien und Norwegen wollen künftig gemeinsam „russische U-Boote jagen“. Dies sieht ein am Donnerstag vorgestelltes Verteidigungsabkommen beider Länder vor. Der britische Premierminister Keir Starmer empfing dazu den norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Störe in London.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums soll es eine gemeinsame Kriegsschiff-Flotte geben, die „russische U-Boote jagen“ soll. Die Streitkräfte beider Länder würden „abwechselnd“ eine Flotte von mindestens 13 in Großbritannien gebauten Fregatten kommandieren. Neben der Überwachung russischer Marine-Aktivitäten im Nordatlantik soll die britisch-norwegische Flotte dem britischen Verteidigungsministerium zufolge „kritische Infrastruktur wie Untersee-Kabel und Pipelines schützen“. 

Auch vor der bretonischen Küste haben Streitkräfte der Nato erst Mitte Oktober ein russisches U-Boot entdeckt. © NATO Maritime Command | NATO Maritime Command

Russische U-Boote im Blick: Kriegsschiffe sollen im Nordatlantik patrouillieren

Die Kriegsschiffe sollen demnach in den Gewässern zwischen Island, Grönland und Großbritannien patrouillieren und die russischen Bewegungen genauestens überwachen. Das Lunna-House-Abkommen, benannt nach dem Stützpunkt auf den Shetlandinseln, der im Zweiten Weltkriegs von der norwegischen Widerstandsbewegung genutzt wurde, basiert auf dem bereits im September unterzeichneten Kriegsschiffabkommen zwischen Großbritannien und Norwegen.

Auch interessant

Die Zusammenarbeit beider Nato-Staaten ist aber noch weitreichender. Demnach soll Großbritannien auch dem norwegischen Programm zur Entwicklung von Mutterschiffen für unbemannte Minenjagd- und Unterwasserkriegssysteme beitreten. Die Royal Marines werden zudem unter kräftezehrenden Bedingungen und bei Minusgraden in Norwegen ausgebildet. Wie der „Independent“ berichtet, wird Großbritanniens Royal Navy zudem norwegische Marineangriffsraketen einführen, die feindliche Schiffe auf Entfernungen von mehr als 100 Meilen (ca. 161 Kilometer) ausschalten können.

Lesen Sie auch

Hybride Angriffe Russlands als Dauerbedrohung

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind in europäischen Gewässern mehrfach wichtige Telekommunikations- und Stromkabel beschädigt worden. Experten gehen davon aus, dass dies auf hybride Angriffe Russlands gegen den Westen zurückgeht. Die Sichtung russischer Schiffe in britischen Hoheitsgewässern hat nach Angaben aus London in den vergangenen zwei Jahren um 30 Prozent zugenommen.

Mehr lesen über

Zur Startseite
Wir haben neue Nachrichten für Sie
Zur Startseite

Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen