Bizarrer Moment bei Putins Presseshow – „Heirate mich!“
Nicht vor der Kulisse des Eiffelturms oder bei einem Candle-Light-Dinner, sondern im Rampenlicht der Öffentlichkeit: Ein russischer Journalist hat die jährliche Pressekonferenz von Präsident Wladimir Putin für einen außergewöhnlichen Heiratsantrag genutzt. Während der landesweit live im Fernsehen übertragenen Veranstaltung am Freitag hielt Kirill Baschanow ein Schild mit der Aufschrift „Ich will heiraten“ hoch und zog damit offenbar die Aufmerksamkeit des Kremlchefs auf sich.
Baschanow ergriff seine Chance: „Ich weiß, dass meine Freundin gerade die Pressekonferenz verfolgt. Oletschka, heirate mich!“, sagte er. Dafür erhielt er Applaus von dem überwiegend kremlnahen Journalistenpublikum. Anschließend kehrte der Regionalreporter zum offiziellen Teil zurück und stellte eine Frage zu den gestiegenen Lebenshaltungskosten in Russland.
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Rund eine Stunde später unterbrachen die Moderatoren der Pressekonferenz Putin, um die frohe Kunde zu überbringen: Oletschka hatte „Ja“ gesagt. Erneut brach das Publikum in Applaus aus. Putin ging auf die flugs ausgesprochene Einladung zur bevorstehenden Hochzeit nicht ein, bot jedoch an, eine Sammelaktion zu organisieren: „Jetzt werden wir den Hut herumgehen lassen und zumindest genug für die Hochzeit sammeln“, sagte der Präsident. Inwiefern die Aktion im Vorfeld abgesprochen oder inszeniert war, lässt sich nicht sagen.
Putin lobt russische Gebietsgewinne in der Ukraine
Die im Fernsehen übertragene Pressekonferenz fand vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche über ein Ende des Konflikts in der Ukraine statt. Der russische Präsident hält seine vom Kreml streng kontrollierte Pressekonferenz jedes Jahr ab. Eine Ausnahme gab es 2022, als Moskau in der Ukraine militärische Rückschläge erlitt. Üblicherweise dauert die Veranstaltung sehr lange - im vergangenen Jahr waren es viereinhalb Stunden.
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Bei der diesjährigen Pressekonferenz lobte Putin die jüngsten Gebietsgewinne der russischen Armee und erklärte, sich nicht für den Verlust von Menschenleben in der Ukraine verantwortlich zu fühlen.
lro/AFP
