Am Ende können die Europäer bei der Grönland-Krise nur zusehen
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In der Grönland-Krise ist keine Lösung in Sicht. Im Gegenteil: Das Treffen in Washington endete ohne Annäherung, stattdessen bekräftigt der US-Präsident seinen Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Arktis-Insel. Jetzt begründet Trump die Forderungen auch mit dem Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“. Aber was soll das? Auch für den Aufbau dieses Schutzschirms brauchen die USA nicht die Kontrolle über Grönland, sie haben dort ja schon weitreichende Rechte.
Doch mit solchen Argumenten ist dem Präsidenten nicht beizukommen. Er hat sich schon zu weit aus dem Fenster gelehnt. Trump würde gern das Momentum, das ihm der Militär-Coup in Venezuela verschafft hat, für die versprochene Vergrößerung der USA nutzen. Deutschland und die europäischen Partner handeln in dieser Lage richtig, wenn sie ihre Warnungen vor einem solchen Zugriff verschärfen. Die Teilnahme auch der Bundeswehr an Manövern und Erkundungen in Grönland richtet sich ja nur vordergründig gegen Russen und Chinesen – sie ist vor allem ein Protest gegen Trumps Ambitionen, ohne den Präsidenten zu sehr zu brüskieren.
Ginge es ihm wirklich um die Sicherheit in der Arktis, so die Botschaft, wäre die Nato der richtige Ansprechpartner. Viel mehr als diese Demonstration der Vernunft und Solidarität ist aber für die Europäer nicht drin: Wenn Trump sich Grönland tatsächlich nehmen sollte, können sie nur zusehen, jeder Widerstand wäre zwecklos.
Danach aber läge die Welt transatlantischer Beziehungen in Trümmern, die Nato wäre irreparabel beschädigt. Trump weiß das genau – und hält sich die Option trotzdem offen. In Europa müssen alle Alarmglocken läuten, egal wie die Grönland-Krise ausgeht.
