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⇱ Grönland: US-Jets donnern über die Arktis – Einsatz sprengt zentrales Trump-Argument


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Aus USA und Kanada

US-Jets operieren auf Grönland – Einsatz entlarvt zentrale Trump-Behauptung

Berlin/Nuuk. US-Jets sind auf dem Weg nach Grönland. Schaffen die Amerikaner Fakten? Was es mit dem Einsatz auf sich hat – und warum er Trump Lügen straft.
Von Philipp Luther, Online-Redakteur*in
Die Pituffik Space Base auf Grönland © imago/Ritzau Scanpix | IMAGO/Thomas Traasdahl
  • US-amerikanische Militärflugzeuge waren auf dem Weg nach Grönland
  • Sie sind dort mit kanadischen Verbündeten im Einsatz
  • Der Einsatz zeigt, dass die USA Grönland nicht besitzen müssten um sich zu verteidigen

Es ist eine Meldung, die in diesen Zeiten aufhorchen lässt: US-Jets sind auf dem Weg nach Grönland. Schaffen die Amerikaner etwa klammheimlich Fakten, während Europa noch Antworten auf die Zolldrohung Donald Trumps sucht?

Die kurze Antwort: nein. Die Flugzeuge gehören zum gemeinsamen Luftverteidigungskommando Kanadas und der USA, dem North American Aerospace Defense Command Norad. Sie seien im Rahmen eines bereits „seit Langem geplanten“ Einsatzes unterwegs, heißt es von dort. Amerikanisches und kanadisches Personal wird auf der Pituffik Space Base stationiert sein, mutmaßlich um von dort die Operation „Noble Defender“ unterstützen.

Dabei handelt es sich um eine Reihe von Einsätzen, die seit 2018 laufen und Teil der Mission Norads sind, den nordamerikanischen Luftraum über Alaska, Kanada und den kontinentalen Vereinigten Staaten zu verteidigen.

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„Wir zeigen damit, dass Norad blitzschnell aus weitverstreuten Stützpunkten starten und Nordamerika aus jeder erdenklichen Richtung verteidigen kann“, erklärt das Luftverteidigungskommando. Im größeren Zusammenhang gehört es zu den Aufgaben von Norad, zusammen mit den Nato-Verbündeten die Sicherheit in der Arktis zu erhalten.

Norad-Einsatz: Eine kanadische F-18 steht auf einem Flugfeld in Grönland (Archivbild aus 2016) © IMAGO/ZUMA Press Wire | IMAGO/Canr Norad/U.S. Air

Dänemark ist eng in den Einsatz eingebunden

Auch das Königreich Dänemark ist an der Mission beteiligt, auch wenn es kein direktes Mitglied von Norad ist. Die Dänen geben auf Grönland die Erlaubnis für den Stützpunkt in Pituffik und stellen sicher, dass die Jets der Kanadier und US-Amerikaner auch von dort aus fliegen dürfen.

Völkerrechtlich ist Grönland dänisches Hoheitsgebiet, für Überflüge, Starts und Landungen sind sogenannte „Diplomatic Clearances“ notwendig: Ohne dänische Zustimmung dürften die Jets den Luftraum über Grönland nicht betreten. Auch ist die dänische Luftwaffe in die Missionen eingebunden, vor allem im Bereich der Such- und Rettungskapazitäten (SAR). Die grönländische Regierung wird über die Einsätze regelmäßig informiert.

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Welche Flugzeuge konkret zum Einsatz kommen, sagte Norad nicht. Bei früheren Einsätzen im Rahmen der Operation „Noble Defender“ bestand die entstandene Luftstreitmacht aus Kampfjets der Typen F-16 und F-18, Tankflugzeugen, AWACS-Aufklärungsflugzeugen, Kleinflugzeugen und Rettungshubschraubern.

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Die USA werden von Grönland aus verteidigt

Die Einsätze zeigen nicht nur, wie sich die Nato-Verbündeten auf dem amerikanischen Kontinent verteidigen. Sie führen auch vor Augen, wie weit entfernt US-Präsident Donald Trump von den Fakten operiert, wenn er behauptet, die USA müssten zu ihrer eigenen Sicherheit Grönland besitzen. Denn die Sicherheit der USA – aller Nato-Verbündeten – wird durchaus auch im arktischen Raum verteidigt.

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Die Amerikaner sind seit 1951 vertraglich dazu in der Lage, Truppen auf der Arktis-Insel zu stationieren und haben zuletzt aus Kopenhagen signalisiert bekommen, dass sie ihre Präsenz dort weiter ausbauen dürfen. Aktuell sind rund 200 Soldatinnen und Soldaten auf der Pituffik Space Base (ehm. Thule Air Base) stationiert. Die Anlage dient der US-Raketenabwehr, sie liegt auf der kürzesten Flugbahn zwischen Russland und den Vereinigten Staaten.

Das zugrunde liegende Abkommen garantiert, dass die USA Grönland für „militärische Zwecke“ nutzen dürfen, darunter fallen auch Bau und Betrieb militärischer Anlagen. Bis zu 10.000 Soldaten hatten die USA im Kalten Krieg auf der Arktis-Insel stationiert. Eine Erhöhung der US-Militärpräsenz ist laut Experten vertraglich möglich. Lediglich die Regierungen beider Länder möchten informiert werden.

Trump erfindet ein Problem

Trump agiert also ohne militärische Not. Die USA könnten jeder Zeit ihre nationale Sicherheit von Grönland aus verteidigen, wie das im Rahmen der Verteidiguns-Kooperation mit Dänemark bislang auch geschehen ist, und das erfolgreich. So dankte in einer Presseaussendung Norads aus dem März 2025 der Kommandant der damals auf Grönland eingesetzten 41st Air Expeditionary Group, Lieutenant Colonel Matthew Shemo, den Dänen ausdrücklich: „Ich schätze die enge Zusammenarbeit mit dem Königreich bei den Übungen Dänemark außerordentlich“, sagte Shemo.

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Er sei „immens stolz“ auf die Norad-Teams, die in den letzten Wochen ihre Fähigkeit demonstriert hätten, an den entlegensten Ort der Welt nach höchstmöglichem Standard zu arbeiten. Auch diesmal wies Norad darauf hin, dass der Einsatz zusammen mit den Dänen durchgeführt wird. Er fuße auf der andauernden Verteidigungs-Kooperation zwischen den USA, Kanada und dem Königreich.

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