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Funke Mediengruppe
„Massaker und Vertreibung“

Warnung vor Eskalation in Syrien: Aktivisten fordern Schutz kurdischen Lebens

Berlin. Ein offener Brief beschreibt die dramatische Lage von Kurden in Syrien. Die Initiatoren warnen vor einem Wiedererstarken des Islamischen Staats.
Kurdische Einheiten patrouillieren in der syrischen Stadt Qamishli im Nordosten des Landes. Aktivisten und Prominente weisen auf massive Menschenrechtsverletzungen gegen Kurdinnen und Kurden hin. © Getty Images | Ethan Swope

Aktivisten und Organisationen warnen vor einer akuten militärischen Eskalation in Syrien und sehen eine humanitäre Notlage in weiten Teilen des Landes. In einem offenen Brief wendet sich die Organisation „Háwar.help“ an die Politik und an die Zivilgesellschaft in Deutschland, um kurdisches Leben in Syrien zu schützen.

Unterzeichnet wurde der Appell neben Organisationen wie der Kurdischen Gemeinde, Pena.ger oder der Gesellschaft für bedrohte Völker auch von Personen des öffentlichen Lebens, darunter Fußball-Profi Deniz Undav, Schauspielerin Natalia Wörner, Rapper Aykut Anhan (Haftbefehl), Schauspielerin Ursula Karven und Pianist Igor Levit.

„Mit diesem Brief machen wir auf die akute Eskalation in Nord- und Ostsyrien und die damit verbundene Gefahr für kurdisches Leben in der Region und für unsere Sicherheit in Europa aufmerksam und rufen die Politik zum Handeln auf“, heißt es in dem Brief.

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Die Bundesregierung und die Europäische Union „müssen jetzt handeln, um Massaker, Vertreibung und ein Wiedererstarken des sogenannten ‚Islamischen Staates‘ zu verhindern“, so die Unterzeichner.

Die Lage in Nord- und Ostsyrien (Rojava) habe sich in den letzten Tagen zugespitzt. Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien stehe unter massivem militärischem Angriff durch Truppen der syrischen „Interimsregierung“, verbündete islamistische Milizen sowie durch die Türkei unterstützte Kräfte. Es komme zu schweren Menschenrechtsverbrechen, massenhaften Vertreibungen, gezielten Angriffen auf zivile Infrastruktur und zur Freilassung von IS-Kämpfern.

Offener Brief: „humanitäre und sicherheitspolitische Katastrophe“ droht

Hunderttausende Zivilisten seien akut bedroht. Strom- und Wasserversorgung würden gekappt, Städte belagert, Krankenhäuser beschossen. Gleichzeitig wachse die Gefahr eines Wiedererstarkens des „Islamischen Staats“ – mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Region und darüber hinaus.

„Wir warnen eindringlich: Ohne sofortiges Eingreifen der internationalen Gemeinschaft droht eine humanitäre und sicherheitspolitische Katastrophe. Die Bundesregierung und die Europäische Union tragen Verantwortung und müssen jetzt handeln“, schreiben Initiatoren und Unterzeichner.

Gefordert wird unter anderem ein unverzüglicher diplomatischer und politischer Einsatz zum Schutz der Zivilbevölkerung in Nord- und Ostsyrien, insbesondere zum Schutz kurdischen Lebens, sowie politischer Druck auf Damaskus und die Türkei für einen echten, überprüfbaren Waffenstillstand.

Zu den Forderungen zählt auch das Aussetzen aller EU-Zahlungen an die syrische Interimsregierung unter Ahmed Al-Sharaa sowie eine endgültige Absage des bisher nur verschobenen Besuchs Al-Sharaas in Berlin.

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