Erste Risse im Bild von Schwarz-Grün in NRW
Was ist denn da los? CDU minus vier Prozentpunkte, Grüne minus zwei, SPD plus vier. Der am Sonntag veröffentlichte „NRW-Trend“ von Infratest dimap für den WDR lässt aufhorchen. Bisher war die Lage so: CDU und Grüne regieren geräuschlos, mit der Arbeit von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sind viele Menschen in NRW zufrieden, und die SPD befindet sich im freien Fall.
Jetzt, 15 Monate vor der Landtagswahl, verschiebt sich etwas. Nicht so, dass die Dominanz von Schwarz-Grün in Frage gestellt werden müsste, und Hendrik Wüst ist immer noch beliebt. Aber im Bild von der „geräuschlos“ arbeitenden Landesregierung werden erste kleine Risse sichtbar.
Ein Problem ist gelöst, das nächste steht schon vor der Tür
Das ist nur eine Momentaufnahme. Entstanden auch unter dem Eindruck des Rücktritts von Familien- und Integrationsministerin Josefine Paul, die in den Tagen nach dem Terroranschlag von Solingen falsch reagiere und die Kita-Krise im Land nicht beenden konnte. Die Ministerin ist nicht mehr im Amt, die Lage scheint daher beruhigt.
Ein anderes Problem für Schwarz-Grün dürfte nicht so leicht zu lösen sein: Das laut Umfrage zunehmende Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Verkehrsthemen. Stau und erzwungene Umwege gehen den Menschen auf die Nerven. Der jahrelange Stress mit der Rahmedetalbrücke an derA45 steckt vielen noch in den Knochen. Die kurzfristige Sperrung der Ruhrtalbrücke an der A52 schockt gerade das Ruhrgebiet, und in Düsseldorf schwächelt die wichtige Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein. Der Dauer-Ärger im Bahn-Nahverkehr kommt obendrauf.
Armin Laschet (CDU) gewann 2017 auch mit Sprüchen wie „Wozu noch Frühstück? Ich beiß‘ bei jedem Stau ins Lenkrad“ eine Landtagswahl. Die Opposition wird sich jetzt daran erinnern.
