E-Autos: Jede lange Reise kann zur Odyssee werden
Die Welt der Elektromobilität könnte so schön sein: Kaum Lärm, keine Abgase, und an der Ampel fährt selbst jeder Kleinwagen schneller und schnittiger an als die meisten hochpreisigen Verbrenner-Sportmodelle. Auch Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte unlängst in einem Interview mit unserer Redaktion: „Wer einmal E-Auto gefahren ist, will nichts anderes mehr fahren.“
Recht hat er. Und es sind deshalb gute Nachrichten, wenn das DIW in seiner neuen Studie zu dem Schluss kommt, dass „der komplette Austausch aller Autos mit Verbrennungsmotor durch rein batterieelektrische Pkw bis zum Jahr 2045 immer noch möglich“ sei. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Klimaneutralität.
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Doch die Verunsicherung vieler Autofahrer wird nicht beruhigt. Denn dazu gehört die Zahl der Lademöglichkeiten.
Engpässe beim Laden: Zu wenige und langsame Ladesäulen erschweren Reisen
Zwar kommt die DIW-Studie auch zu dem Schluss, dass auch der Ausbau der Ladesäulen vorangehe. Aber es gibt dennoch weiter Engpässe, zum Beispiel beim Laden im öffentlichen Raum: zu wenige Ladesäulen von viel zu vielen Anbietern mit unterschiedlichen Abrechnungssystemen, die dazu viel zu lange laden – wenn sie überhaupt funktionieren. Jede lange Reise kann zur Odyssee werden. Das muss sich ändern.
Die Verteuerung von Benzin und Diesel durch die CO₂-Bepreisung soll und wird dafür sorgen, dass mehr Menschen auf E-Antriebe umsteigen. Dass der ADAC diese Bepreisung für richtig hält, gab nun 60.000 Mitgliedern Anlass zum Austritt aus dem Club, woraufhin dessen Präsident Gerhard Hillebrand sein Amt niederlegte.
Das wirkt wie aus der Zeit gefallen. Ist aber auch nachvollziehbar. Die Regierung muss den Menschen die Angst vor der E-Mobilität nehmen.
