Fördern, nicht ausbremsen
Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Zubau von Solaranlagen auf deutschen Dächern halbiert, auch in NRW geht der Energiewende scheinbar die Puste aus. Warum? Warum gerade jetzt, wo sich Investitionen in Erneuerbare Energien immer mehr lohnen und weil auch dem Letzten aufgefallen sein müsste, dass es immer wichtiger wird, den Klimawandel einzudämmen und die Abhängigkeit von Öl oder Gas verringern? Eine Antwort ist die: Es ist die Angst vieler Menschen, zu viel zu bezahlen.
Weil der Strompreis nach Putins Angriff auf die Ukraine nun wieder sinkt, woran ironischerweise der Ausbau der Solarenergie einen Anteil hatte, gilt die teure PV-Anlage auf dem Dach wieder als Luxus, als ein Nice-to-have privilegierter Eigenheimbesitzer. Dabei ist die Energiewende längst weiter.
Solarmodule sind heute deutlich günstiger und leistungsstärker. Das gilt auch für Batteriespeicher, die überschüssigen Strom für die dunklen Abendstunden vorhalten, statt ihn an die Netzbetreiber zu verschenken. So können Haushalte ihren Stromverbrauch besser planen, um E-Autos oder Wärmepumpen mit Energie zu versorgen Und: Auch Mieter können von der PV-Anlage auf dem Dach des Mehrfamilienhauses profitieren, wenn es sie denn gibt.
Für diejenigen, die an alten Geschäftsmodellen festhalten, sind Veränderungen eine Bedrohung. Ihnen ist es ein Leichtes, in der Bevölkerung die Angst zu entfachen, zu viel zu bezahlen. Wirtschaftsministerin Reiche hält Solarenergie für „überfördert“. Für den Bau neuer Gaskraftwerke aber sollen Milliarden-Subventionen fließen.
Wenn die Politik Energiewende und Klimaschutz ernst nimmt, was die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger auch fordert, muss sie Erneuerbare Energien stützen, nicht ausbremsen.
