Teurer Führerschein: Junge Menschen werden so nur schwer Teil der Gesellschaft
Es hat Vorteile, keinen Autoführerschein zu haben: Die Strafzettel fallen weg, die mühsame Parkplatzsuche in der Stadt auch, genauso die laufenden Kosten für das Auto – sowie überhaupt die Anschaffung. Und ordentlich sparen lässt sich schon ganz am Anfang, wenn man erst gar keinen Führerscheinkurs machen muss: Bis zu 4000 Euro teuer ist er mittlerweile. Ein Riesenposten.
Es gibt Menschen, die sich bewusst dafür entscheiden, keinen Führerschein zu machen. Die meisten würden jedoch gerne Auto fahren. Und dabei geht es um mehr, als sich nur hin und her zu bewegen, auch wenn das vor allem für Pendler das Wichtigste ist. Es geht darum, eigenständig und selbstbestimmt an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen des Alltags teilhaben zu können.
Und das ist gerade für jüngere Menschen wichtig. Der Führerschein ist das Zertifikat für das Erwachsensein. Mit einem Führerschein ist es endlich möglich, sich frei zu bewegen – zumindest im Rahmen der gegebenen Regeln. Autofahrern, denen der Führerschein entzogen wurde, sieht man es oft an: Sie fühlen sich zurückgesetzt, ausgegrenzt und entmündigt.
4000 Euro für einen Führerschein zu bezahlen, können sich die meisten jungen Menschen nicht leisten. Aber das geht auch vielen älteren Erwachsenen so, wenn sie sich später fürs Autofahren entscheiden. Wenn es in Deutschland also vom Geldbeutel abhängt, ob man mündig sein kann, läuft gehörig etwas schief. Der teure Führerschein ist für jeden Anwärter individuell ein Problem. Er ist aber einmal mehr ein Zeichen dafür, dass sich Menschen in einer bürokratisch überladenen und schwerfälligen Gesellschaft nur wenig entwickeln können.
