Trumps Loyalitätsprinzip: Warum Lutnick trotz Epstein-Affäre im Amt bleibt
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Ein Minister muss nicht nur sauber handeln. Er muss auch sauber sprechen. Howard Lutnick hat beides nicht geschafft.
Er behauptete öffentlich, nach 2005 keinen Kontakt zum Pädokriminellen Jeffrey Epstein gehabt zu haben; nachdem der ihm seinen privaten Massagesalon gezeigt habe. Jetzt räumt er unter Eid ein Treffen nach dessen Verurteilung 2008 ein. Darunter ein Holiday-Lunch samt Familie auf Epsteins Missbrauchsinsel in der Karibik.
Das ist keine Fußnote. Das ist ein Glaubwürdigkeitsbruch im Amt.
Wer als Handelsminister milliardenschwere Entscheidungen verantwortet, kann sich solche Erinnerungslücken nicht leisten – schon gar nicht bei einem verurteilten Sexualstraftäter. Darum ist die Konsequenz klar: Rücktritt oder Entlassung. Nicht als Moraltheater. Als politische Hygiene.
Rücktrittsforderungen kommen parteiübergreifend, auch aus republikanischen Reihen. Nicht nur wegen Epstein. Lutnick gilt selbst in Regierungskreisen fachlich als Pflaumenaugust. Und trotzdem wird Trump ihn wahrscheinlich nicht fallen lassen. Warum?
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Der Präsident würde die Epstein-Affäre, die er hartnäckig als „Schwindel“ bezeichnet, damit legitimieren. Das will er unbedingt umgehen. Zumal sein eigener Name tausendfach in den Akten des Justizministeriums auftaucht.
In Trumps System wird Loyalität meist höher gewichtet als Reputationsschaden. Das Weiße Haus hat Lutnick bereits „vollen Rückhalt“ zugesichert. Trump zahlt damit zurück für die Speichelleckerei, die der New Yorker Finanzmann unentwegt am Hofe Trump praktiziert.
Howard Lutnick sollte trotzdem gehen. Aus Respekt vor dem Amt. Und weil er‘s nicht kann. Die Wirtschaftswelt würde aufatmen.
