Kratzer im Lack: Mercedes muss auf neuen Kurs
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Bei der Vorstellung der erneuerten S-Klasse vor zwei Wochen ist an die fantastischen Gewinne erinnert worden, die das Flaggschiff von Mercedes einst erzielt hat. Es sollen zeitweise Bruttomargen von 40 Prozent gewesen sein. Diese goldenen Zeiten sind vorbei. Am Donnerstag hat der Stuttgarter Autobauer dramatische Gewinneinbrüche und Umsatzrückgänge vermeldet. War alles prognostiziert, sagt Mercedes-Chef Ola Källenius. Die Trump-Zölle, das schwache China-Geschäft und Wechselkurseffekte machten Mercedes zu schaffen.
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Der Durchschnittspreis ist um 3000 Euro gesunken
Auch chinesischen Millionären sitzt das Geld nicht mehr so locker; Chinas Autoindustrie rüstet im Luxussegment auf und bietet preisgünstigere Modelle. Doch immer noch kauft China ein Drittel aller Mercedes und ist der wichtigste Absatzmarkt.
Dass der Durchschnittspreis eines verkauften Mercedes um 3000 Euro gesunken ist, spricht eine deutliche Sprache. Der Konzern hat schon letztes Jahr mit einem Sparprogramm und einem Stellenabbau reagiert, er zündet jetzt ein Feuerwerk mit neuen Modellen. Gut möglich, dass 2026 für Mercedes ein Übergangsjahr sein wird und es bald wieder besser aussieht.
Die Verlagerung von Jobs ins Ausland ist alarmierend
Auch hat Källenius die Abkehr von seiner Luxusstrategie eingeleitet. Die Idee, nur noch teure Autos zu bauen, war ein Fehler. Ein neues Modell der Kompaktklasse ist geplant, der Bau der A-Klasse wird verlängert. Dass deren Produktion von Rastatt nach Ungarn verlegt wird, wirft ein Schlaglicht auf das drängendste Problem: Mercedes verlagert aus Kostengründen Produktion und Jobs nach Osteuropa, in die USA und nach China. Der Stern wird wieder glänzen. Fragt sich nur wo. Die Standortfrage muss Politik und Gewerkschaften alarmieren.
