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⇱ CSD in Dresden: Veranstaltung statt Versammlung – warum?


Funke Mediengruppe
Viel Kritik an Entscheidung

„Mehr als problematisch“: CSD in Dresden nicht mehr als Versammlung eingestuft

Dresden. Der CSD in Dresden wird künftig nicht mehr als Versammlung anerkannt. Die Entscheidung sorgt für viel Kritik. Der Verein will sich nun wehren.
Von Maria Kurth, Online-Redakteurin
Zahlreiche Teilnehmer einer Demonstration des Christopher-Street-Day (CSD) feiern am Terrassenufer in Dresden. Künftig soll der CSD in der sächsischen Stadt nicht mehr als Versammlung eingestuft werden. © picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

Der Christopher Street Day (CSD) in Dresden darf nach einer Entscheidung der Landesdirektion Sachsen nicht in Gänze als Versammlung eingestuft werden. Nur der Umzug sei eine Versammlung, nicht aber das mehrtägige Straßenfest, teilte die Landesdirektion als oberste Versammlungsbehörde im Freistaat mit. Hintergrund ist die Frage, wer die Kosten für Sicherheit, Infrastruktur und Reinigung tragen muss. Der Verein „CSD Dresden“ kündigte rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.

Das CSD-Straßenfest vom 4. bis 6. Juni mit Verkaufsständen, gastronomischen Angeboten und Bühnenprogrammen sei rechtlich als Veranstaltung zu bewerten, hieß es. Der Umzug am Abschlusstag, bei dem politische Meinungsäußerungen im Vordergrund stünden, sei dagegen eine Versammlung im Sinne des Versammlungsrechts. 

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CSD in Dresden keine Versammlung mehr: Kosten bei Veranstaltung muss der Veranstalter tragen

„Den gesamten CSD als Versammlung einzustufen, widerspricht dem geltenden Recht. Es müssen alle Veranstaltungen in Sachsen gleich behandelt werden“, erklärte die LDS und verwies zugleich auf die Konsequenzen: Bei einer Einstufung als Veranstaltung muss der Veranstalter die Kosten für Sicherheit, Infrastruktur und Reinigung in vollem Umfang tragen. 

Im Dresdner Rathaus löste die Entscheidung Unverständnis aus. „Politik spricht oft über Bürokratieabbau und mehr Bürgerfreundlichkeit, deshalb verstehe ich nicht, warum ausgerechnet hier für den CSD ein Bürokratiemonster geschaffen und nicht im Sinne eines Teils der Bürgerschaft gehandelt wird“, betonte Oberbürgermeister Dirk Hilbert, der schon mehrfach Schirmherr des CSD war. 

Scharfe Kritik an Behördenentscheidung in Sachsen

„Der CSD steht für den Kampf für die Rechte von queeren Menschen, er ist damit per se eine politische Veranstaltung. Wenn die Landesdirektion Sachsen dem CSD nun trotzdem seine Versammlungseigenschaft abspricht, offenbart das eine massive Ignoranz gegenüber der Bedeutung des Christopher Street Day“, kritisierte Grünen-Innenpolitiker Valentin Lippmann.

Die Dresdner SPD-Politikerin Dana Frohwieser bezeichnete die Entscheidung der Landesdirektion als „politisch motivierten Angriffe auf die Versammlungsfreiheit“ und „Sargnagel für die Grundfeste unserer Demokratie“. Wie Lippmann forderte sie eine Zurücknahme der Anordnung. 

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Die Linken im Landtag hatten über eine Kleine Anfrage herausgefunden, dass es im vergangenen Jahr zu vielen Anfeindungen gegen den CSD kam. „Fast alle CSDs wurden Ziel von Störaktionen, teils auch körperlichen Übergriffen. Allerdings landet nur ein Teil davon in der Statistik“, teilte die Linksfraktion mit.

Queer-Beauftragte Sophie Koch: CSD ist „hochpolitische Versammlung“

Die Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, sagte dem Nachrichtenportal Table.Briefings (Dienstag): CSD seien „hochpolitische Versammlungen“, die sich für den Schutz vor Diskriminierung und Gewalt einsetzten. Wenn Behörden vorgeben würden, wie queere Versammlungen auszusehen haben, um geschützt zu werden, sei das „mehr als problematisch“.

Koch betonte, die CSD-Veranstaltungen schafften Schutzräume, die es vielen Menschen überhaupt erst ermöglichten, sichtbar zu werden und an politischer Meinungsbildung teilzunehmen. Es müsse der queeren Community selbst überlassen bleiben, in welcher Form sie Öffentlichkeit herstelle.

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